Villiger wollte den Job zuerst nicht

  • Publiziert: 04.03.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

ZÜRICH – Schon vor einigen Wochen wurde Kaspar Villiger zum ersten Mal gefragt, ob er das Amt als Verwaltungsratspräsident der UBS antreten würde. Damals sagte er ab.

An der Pressekonferenz der UBS gab alt Bundesrat Kaspar Villiger Auskunft darüber, wie er von der Bank vor kurzem angefragt wurde, den Posten des Verwaltungsratspräsident zu übernehmen. Damals jedoch mit einer anderen Antwort: «Ich habe abgesagt», erzählte Villiger.

Doch nur ein paar Wochen später fragte die Bank erneut nach und stellte in Aussicht, dass Oswald Grübel neu den Chefposten übernehmen werde. Villiger kannte Grübel bis anhin «nur flüchtig». Am letzten Mittwoch führten die beiden ein längeres Gespräch. Am vergangenen Samstag sagte Villiger zu.

Aufgabe aus Pflichtgefühl

Nach seinem Rücktritt aus dem Bundesrat 2003 nahm sich Villiger ursprünglich vor, kein Bankenmandat anzunehmen. In der Vergangenheit habe er bereits einmal ein solches Angebot abgelehnt. Mit diesem Grundsatz hat Villiger nun gebrochen. Die Umstände bei der UBS seien so aussergewöhnlich, dass er die Aufgabe aus Pflichtgefühl übernehme.

Noch-UBS-Präsident Peter Kurer hat sich bereits im November mit einem möglichen Rücktritt auseinandergesetzt. Seither sei dieses Thema im UBS-Verwaltungsrat ständig diskutiert worden, erzählt Kurer. Am Freitag habe er dem Verwaltungsrat seinen Rücktritt bekanntgegeben.

Kurer wird noch bis Ende April bei der UBS bleiben. Für die Amtsübergabe bleiben nach der Wahl von Villiger also zwei Wochen. Danach wird Kurer sein Büro räumen. Er wird aber noch während weiteren sechs Monaten für die UBS zur Verfügung stehen. (pft)

play Sagte am Samstag zu: Kaspar Villiger, neuer UBS-Verwaltungsratspräsident. (Keystone)

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