Villiger als neuer UBS-VR-Präsi gewählt

  • Publiziert: 15.04.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

ZÜRICH – Die Aktionäre sagen Ja zu Kaspar Villiger. Und zwar klar mit 98 Prozent der anwesenden Aktienstimmen. Der alt Bundesrat ist als neuer Verwaltungsratspräsident der UBS gewählt worden.

Die UBS-Aktionäre haben Kaspar Villiger in den Verwaltungsrat der UBS gewählt. Vor seiner Wahl haben sich verschiedene Aktionäre auch kritisch zu Villiger geäussert. Trotzdem wurde er mit deutlichem Ergebnis gewählt: 897 Millionen Ja-Stimmen, gegen 12 Millionen Nein-Stimmen.

«Ich bitte dich, lieber Kaspar, ans Mikrofon zu kommen», forderte Peter Kurer danach seinen Nachfolger auf.

Villiger delegiert an Grübel

«Ich habe mich nicht um dieses Amt nicht gerissen», sagt Villiger am Anfang seiner Rede und macht klar, dass UBS-Chef Oswald Grübel der Mann im Vordergrund sein wird: «Der CEO wird die Bank mit starker Hand führen.» Grübel werde auch die Zahlen der Bank präsentieren. Egal, ob sie gut oder schlecht seien.

Villiger bleibt die Aufgabe dem UBS-Chef auf die Finger zu schauen: «Der Verwaltungsrat muss und wird ein kritischer, aber konstruktiver und kompetenter Diskussionspartner der Konzernleitung sein», so Villiger.

Der alt Bundesrat hat offenbar die Zeit genutzt, sich ein eigenes Bild über den Zustand der UBS zu machen. Er habe in den letzten vier Wochen «zahllose» Gespräche mit Verwaltungsräten, Managern und Behördenvertretern geführt.

Villiger verlangt vollen Einsatz

Villiger rechnet damit, dass trotz Steueraffäre mit den USA in der Schweiz künftig noch mehr ausländische Vermögen verwaltet werden. «Aber die Steuervermeidung wird als treibende Kraft an Bedeutung weiter verlieren. Viele Anleger wollen sich gegen politische oder finanzielle Instabilität in ihren Ländern schützen, und sie haben ein Recht auf den Schutz ihrer Privatsphäre.»

Die UBS-Mitarbeiter nimmt Villiger in Schutz: «Sie haben gewiss wie alle in der Branche nicht schlecht verdient, aber sie waren keine Abzocker.» Und er appelliert an die Anwesenden: «Lassen Sie Ihren Frust nicht an den UBS-Mitarbeitern aus!»

Aber wie schon zuvor UBS-Chef Grübel bereitet auch Villiger die Mitarbeiter auf weitere schwierige Zeiten vor: «Sie wissen, dass die Kosten drastisch gesenkt werden müssen und dass sie davon betroffen sein können. Trotzdem verlangen wir vollen Einsatz und volle Motivation.» Er appelliert an die Mitarbeiter, den Mut nicht zu verlieren: «Nur zusammen können wir es schaffen.»

Kritik an Villiger

Vor der Wahl Villigers ist es zu weiteren Wortmeldungen der Aktionäre gekommen. UBS-Aktionär Keller trat in einer alten Swissair-Uniform auf: «Kaspar Villiger gehört zum Wandelhallen-Filz. Er ist ein Schönwetterpolitiker. Ich empfehle Ihnen, Kaspar Villiger nicht zu wählen.»

Ein anderer Aktionär kritisierte: «Ich sehe nicht ein, weshalb es im Verwaltungsrat weiterhin zwei Vertreter aus den USA braucht.» Der Saal applaudierte.

Aktionär Matthias Steinbrüchel setzte sich gegen die Wahl von Bruno Gehrig ein: «Herr Gehrig hatte bei Swiss Life eine Geschichte von Misserfolg.» Trotz dieser kritischen Stimmen wurden alle Verwaltungsräte mit klarem Ergebnis ins Gremium gewählt. (pft)

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