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Trotz Bankensterben in den USA: Drei von vier Schweizern vertrauen den hiesigen Geldhäusern. Bei den Gutsituierten sind es sogar 82 Prozent. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Isopublic im Auftrag von SonntagsBlick und «Il Caffè».
Dies gilt nicht für die UBS: Der grössten Schweizer Bank vertrauen gerade noch 35 Prozent. Für Isopublic-Geschäftsführer Matthias Kappeler (36) «ein Misstrauensvotum gegen das neue UBS-Management. Die Chefs kommunizieren extrem schlecht. Der angeschlagene Ruf wird die UBS-Führung noch lange beschäftigen.» Sogar UBS-Sprecher Christoph Meier gibt zu: «Die extremen Ereignisse der vergangenen Woche haben stark verunsichert und ein gewisses Misstrauen geweckt.»
Die Umfrage zeigt laut Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz (52), wie schnell das langfristig aufgebaute Vertrauen in eine Bank erschüttert werden kann: «Die Bevölkerung unterscheidet aber klar zwischen den unterschiedlichen Geschäftsmodellen und misstraut lediglich einzelnen Grossbanken.»
Auch gemäss Thomas Sutter, Pressesprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung, ist das Urvertrauen nicht erschüttert: «Die Schweizer erkennen, dass der Schweizer Finanzplatz gesund ist.» Das Ergebnis decke sich mit der Umfrage seines Verbands zum Bankensektor.
Das Misstrauen gegen die UBS hat auch eine irrationale Seite: Die Bank hat ihre finanzielle Sicherheit durch die frühzeitige Aufnahme von neuem Kapital und dem Abbau von US-Ramschpapieren gestärkt. Meier verspricht: «Die UBS wird ihre Risiken weiter reduzieren, damit wir 2009 wieder profitabel sind.»
Doch das ramponierte Image ist nur eine von vielen Sorgen der UBS. Im zweiten Halbjahr dürfte sich der globale Geldabfluss erneut auf 15 bis 20 Milliarden summieren, schätzen Finanzanalysten. Dazu kommt ein zweistelliger Milliardenbetrag, den das Geschäft mit institutionellen Anlegern verliert.
Die grössten Profiteure der UBS-Krise sind die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und die Raiffeisenbanken. Im Juli und August verbuchten beide Institute je rund zwei Milliarden Franken an neuen Kundengeldern. Raiffeisen-Chef, Vincenz: «Bis zu 600 Kunden melden sich bei uns pro Tag.»
Vertrauen weg, verwaltete Gelder weg – und auch die Mitarbeiter laufen scharenweise weg: Headhunter wie Guido Schilling (49) haben Hochsaison, weil alle Banken ihr Vermögensverwaltungsgeschäft ausbauen wollen, das weiterhin lukrativ bleiben wird. Die dazu nötigen Berater finden sie auch bei der UBS.
Wer ein Job-Angebot hat, geht, sagen Vertreter von Personalverbänden. Die Raiffeisenbanken erhalten laut Pierin Vincenz «eine grosse Anzahl von Blindbewerbungen» von UBS-Mitarbeitern. Daher sucht die UBS im Inland händeringend Personal. UBS-Sprecher Meier: «Der Markt für qualifizierte Frontmitarbeiter ist ausgedünnt und die Konkurrenz rekrutiert aggressiv.»
Auch wenn die Finanzkrise längst nicht überwunden ist: Laut der SonntagsBlick-Umfrage ist die Bevölkerung in der Frage gespalten, ob der Staat kollabierende Banken finanziell unterstützen sollte. 47 Prozent stimmen zu, 45 Prozent sind dagegen.
Zwei von drei fordern aber vom Staat neue Regeln, damit Banken weniger hohe Risiken eingehen können. Diesen Prozess bereits eingeleitet haben die Eidgenössische Bankenkommission und die Schweizerische Nationalbank: Deren Vertreter verlangen von den Grossbanken eine Erhöhung der Eigenkapitalquote.
Das genügt Vincenz nicht: «Wichtiger als regulatorische Eingriffe ist der Aufbau einer Bankenkultur, die nicht nur die Rentabilität in den Vordergrund stellt, sondern die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens.»
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UBS-Führung CEO Marcel Rohner (l.) und VR-Präsident Peter Kurer. (Reuters)