Verluste und kaputtes Image: Was würden Sie der UBS raten?

  • Aktualisiert am 14.01.2012

ZÜRICH – Die Öffentlichkeit wartet gespannt auf die Jahreszahlen der UBS. Fast sicher ist jetzt schon: Es werden gewaltige Verluste bekanntgegeben. Wie kann die UBS jetzt noch ihr Image retten?

Der Schleier hebt sich am 10. Februar. Dann muss UBS-Präsident Peter Kurer bekannt geben, wieviel seine Bank 2008 verloren hat. Allein das vierte Quartal 2008, in dem die Finanzkrise noch stärker tobte als zuvor, könnte der UBS einen Verlust von 10 Mrd. Fr. beschert haben.

«Annus horribilis»

Teresa Nielsen von der Bank Vontobel geht davon aus, dass die UBS in ihrem «annus horribilis» einen Verlust von 22,5 Mrd. Fr. ausweisen muss. Davon entfallen ihrer Einschätzung nach 10,9 Mrd. Fr. auf das vierte Quartal. Die Analystin erwartet auch, dass die Abschreibungen 32,4 Mrd. Fr. erreichen.

Etwas weniger dramatisch – aber fast genauso katastrophal -sehen es die Spezialisten der italienischen Bankengruppe UniCredit. Ihrer Meinung nach der Verlust 2008 der UBS auf 17,5 Mrd. Franken. Davon entfallen 5,9 Mrd. Fr. auf das vierte Quartal.

Allein die krisengeschüttelte Investmentbank weist gemäss den Unicredit-Bankenexperten im vierten Quartal einen Vorsteuerverlust von 9,2 Mrd. Fr. aus. Die Analysten der Deutschen Bank erwarten, dass die UBS 2008 etwa 20 Mrd. Fr. Verlust gemacht hat.

Enormer Imageverlust

Und als ob das nicht genug wäre: Der tiefe Fall in die Verlustzone schmälert das Vertrauen der UBS-Kunden. Bei der Bank, die als grösster Vermögensverwalter der Welt gilt, dürften nach Meinung von Teresa Nielsen im letzten Jahr 177 Mrd. Fr. abgezogen worden sein.

Eine gewaltige Zahl, auch wenn die UBS immer noch mehr als zwei Billionen Franken an Vermögen verwaltet. Der Image- und Vertrauensverlust, der diesem Geldabfluss zugrunde liegt, ist enorm.

Ist zu verkraften

Für die Öffentlichkeit stellt sich die Frage, wie eine Bank mit dem Verlust einer fast unvorstellbarer Summen umgeht. «Mit den bereits durchgeführten Rekapitalisierungen und dem staatlichen Hilfspaket hat die UBS wirksame Gegenmassnahmen eingeleitet, um das schlechte Jahresresultat verkraften zu können», sagt der St. Galler Bankenprofessor Manuel Ammann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Wichtiger sei daher, was die UBS-Führung am 10. Februar zur künftigen Ausrichtung der Bank bekanntgebe, urteilt Ammann. Ein Neuanfang würde das Kundenvertrauen stärken und sich womöglich auch positiv auf den Kurs der UBS-Aktie auswirken, die im Verlauf des Jahres rund 70 Prozent an Wert einbüsste.
(SDA/gux)

Die grösste Schweizer Bank hat ein gewaltige Imagepropblem. Was hätte die UBS besser machen müssen – und was kann sie tun, um Vertrauen zu schaffen? Ihre Meinung ist gefagt!

Zoff in der UBS-Spitze

Sergio Marchionne, Fiat-Chef und Vizepräsident der UBS, fährt seinen Kollegen erneut an den Karren. An einem Investorenanlass der Bank am Bellevue kritisierte er, UBS-CEO Marcel Rohner habe Umsetzungsprobleme bei der Strategie der Bank. Das berichtet «Cash» heute.
Das ist bereits das zweite Mal, dass Marchionne mit kritischen Äusserungen von sich reden macht. Im vergangen Oktober sagte er in einem «Bilanz»-Interview: «Wenn wir im Moment der Neubesetzung der Nachfolge von Marcel Ospel alle Zeit der Welt und alle Möglichkeiten gehabt hätten, ohne Restriktionen eine Liste von Kandidaten zu erstellen dann wäre Peter Kurer nicht auf dieser Liste gewesen.» Später versuchte Marchionne die Wogen zu glätten und sagte, die Aussage sei verdreht worden, man habe ihm Böswilligkeit unterstellt.
Der Fall einer nationalen Ikone: die UBS.- Keystone

Top 3

1 Risse bei A380, kaputter Dreamliner Brechen unsere Super-Flieger...bullet
2 Fussball-Ranking Real Madrid kickt Rekord-Umsatz von 479,5 Mio. Euro...bullet
3 Banken Credit Suisse mit massivem Gewinneinbruchbullet

Wirtschaft