Steuerstreit US-Botschafter macht Wegelin-Chefs für Debakel verantwortlich

  • Publiziert: 05.02.2012

BERN - BE - Der amerikanische Botschafter in Bern macht die Chefs der Bank Wegelin selber für das Debakel verantwortlich. Sie hätten wissen müssen, dass es illegal sei, Kunden der UBS zu übernehmen, sagte Donald Beyer in einem Interview mit SonntagsBlick.

«Das Management musste sich doch über das Risiko im Klaren gewesen sein», sagte Beyer gegenüber dem SonntagsBlick. Denn es sei klar gewesen, dass die US-Steuerbehörde darauf reagieren würde.

Den Notverkauf eines Teils der Traditionsbank an die Raiffeisen versteht der Diplomat nicht: «Die angedrohte Strafe der US-Steuerbehörden hätte Wegelin nicht in Bedrängnis bringen können.» Es sei sicher keine Absicht der US-Behörden gewesen, die Bank Wegelin zu zerstören.

Beyer sagte weiter, es herrsche eine «Spannung» in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA. Diese Spannung würde jedoch vor allem von einem grossen Missverständnis rühren: «Die Schweizer sehen das Vorgehen der USA als Angriff auf Schweizer Banken

Die Sichtweise der USA sei aber eine ganz andere. Die US-Regierung wolle, dass alle US-amerikanischen Bürger ihre Steuern bezahlen. "Nun ist es halt so, dass diverse US-Steuerbetrüger ihr Geld auf Schweizer Banken deponierten", sagte Beyer.

Dies würde die 98 Prozent der Amerikaner, die ihre Steuern rechtzeitig bezahlten, ärgern. «Wir jagen nicht die Schweizer Banken, sondern amerikanische Steuersünder.»

Das ganze Exklusiv-Interview lesen Sie in der Zeitungs- oder iPad-Ausgabe des SonntagsBlicks.

Kommentare (16)

  • Daniel  Beyeler , Bern
    Ja, die USA - Falle gespickt mit reichlich feinem geräucherten Speck ist zugeschlagen! Das Mäuschen sitzt traurig und niedergeschlagen in der Falle! Die Frage ist jetzt, Herr Humbel, ist das hungrige Mäuschen schuld, oder etwa der Fallensteller ? Und warum geht das Schweizer-Mäuschen überhaupt nach Amerika, in der Schweiz gibt es doch auch Speck!!
    • 06.02.2012
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  • Xabi  Alonso
    doppelmoral im quadrat... der bananenrepublik usa... vielleicht sollten sie ja mal offenlegen was für gelder sie in florida entgegennehmen...
    • 05.02.2012
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  • Siegfried  Schwab , Miami FL
    Der Donald Beyer sollte sich seine schulmeisterliche Belehrung ersparen. Der groesste Betrueger am Volk ist die amerikanische regierung selbst. Der Multimillionair und Presidentschaftskandidat Mitt Romney bezahlt etwa 15 Einkommenssteuer waehrend seine Mittelklass-Angestellte nahezu 30 ihres Einkommens bezahlen muss. Hat er schon vergessen, dass auch ER ein Konto in der Schweiz hatte. Weiss er nicht, dass der US Gruenderstaat Delaware das weit bessere Steuerparadies ist im eigenen Land. Was alleine da von den Reichsten und von Firmen dem Staat geklaut wird ist weit mehr als die Schweizer US Konten. Aber auch Donald ist halt ein typischer Ami. God bless the world.
    • 05.02.2012
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  • Andreas Michael  Brütsch
    Es ist doch eigentlich klar das nicht unser Land haften kann für die Machenschaften von Kriminellen Bänkern, aber unsere Politik ist bis heute nicht in der Lage diese Schwerstverbrecher zu verhaften zu enteignen und für immer zu entsorgen.
    So können diese Gierigen Bänker auch heute noch ihrer Abzocker Honorare durch Kriminelle Machenschaften erwirtschaften und so tun als wenn sie völlig ahnungslos währen.
    Aber auch heute ist Bern nicht in der Lage ein Gesetz zu verabschieden welches rückwirkend auf ende 2008 jeden in die persönlich Haftung nimmt der in diesen Jahren die bekannten
    Betrügereien zu ungunsten der Schweiz beging.
    Würden die verantwortlichen der Verschiedenen Banken schon hinter Gittern Sitzen könnten die USA bestenfalls eine Auslieferung beantragen, aber kaum mehr unser Land in Sippenhaftung nehmen.
    • 05.02.2012
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  • Kurt  Humbel , Teufenthal
    Richtig, Herr Botschafter Beyer: Die US-Regierung will, dass die Amerikaner ihre Steuern zahlen. Das möchte zum Beispiel auch die mexikanische Regierung von ihren Bürgern. Aber US-Gliedstaaten bieten ausländischen Gesellschaften schamlos Steuerschlupflöcher an, etwa den mexikanischen Drogenkartellen. Weshalb gewährt die US-Regierung nicht Gegenrecht?
    • 05.02.2012
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