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Der Tokioter Leitindex verzeichnete heute zu Handelsbeginn einen Verlust von 4,4 Prozent und notierte auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren. Die japanische Zentralbank pumpte deshalb bereits zum wiederholten Mal umgerechnet 13 Milliarden Euro in den Markt, um für Stabilität zu sorgen.
In Südkorea eröffnete der Aktienmarkt mit einem Minus von 5,5 Prozent. Auch in Lateinamerika brachen die Kurse so stark wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr ein.
Zuvor hatte der Dow-Jones-Index in New York den grössten Tagesverlust aller Zeiten verbucht (Blick.ch berichtete). Der US-Nachrichtensender «CNN» bilanzierte, es seien etwa 1,2 Billionen Dollar (835 Milliarden Euro) an Börsenwert vernichtet worden.
Vor allem Republikaner sagten Nein
Am Montagabend hatte das Abgeordnetenhaus den mühsam ausgehandelten Kompromiss über das 700 Milliarden Dollar Rettungspaket klar abgelehnt. 228 Parlamentarier votierten gegen das Paket, lediglich 205 stimmten zu. Vor allem Republikaner waren dagegen. Sie lehnten derartig gigantische staatliche Eingriffe in die Privatwirtschaft ab, da letztlich der Steuerzahler dafür aufkommen müsse.
Nach dem Scheitern der Vorlage herrschte in Washington Ratlosigkeit über das weitere Vorgehen. Präsident George W. Bush und Finanzminister Henry Paulson kündigten weitere Initiativen an. Beide wollten in Kürze mit führenden Republikanern und Demokraten im Kongress zusammentreffen, um doch noch eine Lösung zu finden.
Zugleich signalisierten Parlamentarier beider Parteien ihre weitere Gesprächsbereitschaft. Eine konkrete Strategie aber, wie weitere Unruhe auf den internationalen Finanzmärkten zu verhindern ist, liessen die Beteiligten nicht erkennen. Die Abgeordneten im Repräsentantenhaus wollen am Donnerstag wieder zusammenkommen.
EU: «Von allen guten Geistern verlassen»
EU-Handelskommissar Peter Mandelson verurteilte die Ablehnung der milliardenschweren Finanzhilfen als verantwortungslos. «Die Abgeordneten sind von allen guten Geistern verlassen und ich hoffe, dass wir in Europa keine Politiker und Parlamentarier erleben, die eine solche Verantwortungslosigkeit an den Tag legen», sagte Mandelson in einem Interview des britischen Senders «BBC».
Der EU-Kommissar forderte zugleich eine breitere internationale Reaktion auf die Finanzkrise. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy, Grossbritanniens Premierminister Gordon Brown und Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten in den vergangenen Tagen US-Präsident George W. Bush in einem Telefonat dazu gedrängt, sagte er. Die EU-Kommission werde Vorschläge für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsbehörden, Banken und Regierungen vorlegen. (SDA)
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EU-Handelskommisar Peter Mandelson. (Reuters)