Migros versprach zu viel Lauterkeitskommission rügt Migros

Wer ein Versprechen gibt, sollte es einhalten können – das gilt auch für die Werbung. Die Lauterkeitskommission hat deshalb zwei Beschwerden gegen unlautere Werbung der Migros gutgeheissen.

Rüge für Migros: Falsche Versprechungen mit Generation M-Werbung play
So wirbt der Grossverteiler um die «Generation M».

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Diese betrafen zwei allzu ehrgeizige Versprechen zu Naturschutz und Nachhaltigkeit, die Teil der Migros-Kampagne «Generation M» waren.

Im Rahmen dieser Kampagne verpflichtet sich die Migros mit verbindlichen Versprechen an die «Generation von morgen», die Umwelt zu schützen und den nachhaltigen Konsum zu fördern. Eines davon gab der Grossverteiler an Noah: «Wir versprechen Noah, ab Ende 2014 nur noch Insekten- und Pflanzenschutzmittel anzubieten, die Bienen nicht gefährden.»

Ein Konsument, der das liest, darf erwarten, dass im beworbenen Produkt wirklich keine Inhaltsstoffe mehr verwendet werden, die Bienen gefährlich werden können. Dieses Versprechen wurde nach Ansicht der Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) jedoch nicht eingehalten, wie sie am Dienstag mitteilte. Es daher als unlautere Werbung einzustufen.

Die Dritte Kammer der SLK hiess eine entsprechende Beschwerde gegen diese Aussage gut – zusammen mit einer zweiten Beschwerde, die ein weiteres Versprechen der Migros in französischer Sprache an «Jay» betraf. Er wende die Schweizer Normen auch auf alle ausländischen Produkte an, versprach der Grossverteiler.

Hier handle es sich lediglich um ein Ziel, das bis im Jahr 2020 erreicht werden solle, hält die SLK fest. Die Formulierung lasse allerdings den Durchschnittsadressaten glauben, dass das Versprechen bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt umgesetzt sei.

Die Migros hat ihre irreführenden Versprechen an Jay und Noah bereits angepasst respektive von der Website entfernt, wie eine Sprecherin der Migros am Dienstag auf Anfrage bestätigte. 

Greenpeace habe einige Wirkstoffe identifiziert, die für Bienen schädlich seien. Die Migros habe ursprünglich 10 Produkte geführt, welche diese Wirkstoffe beinhaltet hätten. Diese seien vollständig liquidiert oder ersetzt worden. Damit sei die Migros die erste Detailhändlerin in der Schweiz, welche zum Schutz der Bienen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus gegangen sei.

«Die Schweizerische Lauterkeitskommission war nun der Ansicht, dass die Konsumenten diese relativ komplizierte Sachlage nicht nachvollziehen konnten», so die Sprecherin weiter. «Wir haben diese Kritik aufgenommen und unsere Website entsprechend angepasst.»

Weiter hiess die SLK auch drei Beschwerden gut, welche die Missachtung des «Stopp Werbung»-Klebers betrafen. Dieser drücke den ausdrücklichen Willen des Briefkastenhalters aus, schreibt die SLK. Jede Missachtung gelte als aggressive und unlautere Werbemethode. (SDA)

Publiziert am 04.10.2016 | Aktualisiert am 05.10.2016
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11 Kommentare
  • Heiniger  Silvia 04.10.2016
    Der Kunde ist nach wie König und auch derjenige von Morgen. Ist halt schon so, Papier nimmt alles an,und es ist guuut, das aufmerksame Kunden die Nachhaltigkeit der Geschäftsstellen nach prüft und die Zukunft der Kunden/Umwelt kritisch vor Augen halten und auf zeigen. Schliesslich hat MIGROS das Versprechen gegeben, und merkte, das es nicht einfach ist, jedoch geht um unsere Kinder und Enkel. Handelt BITTE nun auch nach diesem Versprechen. Auch wenn es Abstriche zu Gunsten dem Kunde machen muss.
  • Marco  Weber 04.10.2016
    Ein Unternehmen, welches sich mit dem ach so löblichen Umweltschutz rühmt aber alle 3-4 Tage irgend einen Papier-Werbeprospekt (egal ob Recycletes Papier oder nicht) verschickt, nimmt meiner Meinung nach das Thema Umweltschutz nicht wirklich ernst!
  • Karen  Mind 04.10.2016
    Anstatt die Versprechen einzulösen, werde sie von der Homepage gelöscht. Schwach von Migros vorallem wegen dem Bienenschutz.
  • Vanessa  Meier 04.10.2016
    Ich kaufe das Meiste bei Aldi ein. Ich habe keine Zeit Punkte zu sammeln oder ständig Aktionen anzuschauen.
  • Werner  Rutishauser aus St.Gallen
    04.10.2016
    Mit der Übernahme von Digitec betreibt die Migros an Melectronic Raubbau und konkurrenziert sich gleich noch selber. Die Online Kompetenz hatte die Migros ja bereits, aber das läuft entweder auf das Verschwinden der Melectronics hinaus oder auf Umsatzverlust. Beide Geschäfte für die Ewigkeit zu betreiben wird nicht ohne Verluste funktionieren!
    • Peter  Kunz aus Biberist
      04.10.2016
      Herr Rutishauser
      Mag ja sein, dass Sie Recht haben. Ich glaube das zwar nicht. Aber was hat das mit den Versprechen an die "Generation M" zu tun?
    • Pascal  Müller 04.10.2016
      Hat nix mit dem Artikel zu tun und ist zudem einfach falsch! Digitec setzt voll auf "digitale" Kunden welche zudem sehr preissensibel sind, dies bedient Melectronics wenig/nicht. Man hätte nun dieses Feld einfach komplett der Konkurrenz überlassen können (Coop hat nebst Interdiscount auch Fust und microspot.ch) oder halt mit der Übernahme auch einsteigen können, aus meiner Sicht, für die Migros, absolut richtig! Als ob Denner nicht auch Kunden der Migros "wegschnappen" würde...