Unia-Chefin schäumt wegen neuer Bahn-App «SBB müssen sich von illegalen Uber-Praktiken distanzieren»

Unia-Präsidentin Vania Alleva fordert von SBB-CEO Andreas Meyer einen kritischeren Umgang mit Uber. Sie verlangt einen Verzicht auf die Integration des umstrittenen Taxidienstes in die SBB-App.

Auch von Gewerkschaften wird korrektes Führungsverhalten erwartet: Vania Alleva, Präsidentin der Unia. (Archiv) play
Vania Alleva, Präsidentin der Unia, übt Kritik an den SBB. PETER SCHNEIDER

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Die SBB rüsten sich für die mobile Zukunft des öffentlichen Verkehrs. Sie will den Kunden helfen, vom Bahnhof weiterzukommen. Deshalb testet der Staatsbetrieb derzeit eine neue Reiseplaner-App.

Sie enthält zunächst Angebote von Sharing-Diensten wie Mobility und Publibike. 2017 kommen Taxibetreiber und der umstrittene Fahrdienst Uber hinzu. Gefällt den Konsumenten das Angebot, wird es später in die Haupt-App SBB Mobile integriert.

«Die Firma stiftet Fahrer zu Schwarzarbeit an»

Doch bereits gibts Ärger. Die Bahngewerkschaft SEV und die Gewerkschaft Unia protestieren gegen die SBB-Pläne. «Mit der Zusammenarbeit legitimiert ein Staatsunternehmen eine Firma, die Fahrer systematisch zu Schwarzarbeit anstiftet», wetterten Gewerkschaftsvertreter im BLICK.

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Unia schäumt wegen Flirt mit Uber: Offener Brief an SBB-CEO Andreas Meyer. Screenshot

Nun legen der SEV und die Unia in einem offenen Brief an SBB-CEO Andreas Meyer nach. Unia-Präsidentin Vania Alleva fordert: «Die SBB müssen sich von illegalen Uber-Praktiken distanzieren.»

«Wie Sie sicher wissen, basiert das Geschäftsmodell von Uber auf einer gezielten Missachtung der Schweizer Gesetze und Behördenentscheide», beginnt Alleva den Brief, den auch SEV-Präsident Giorgio Tuti unterzeichnete. Der Taxidienst ignoriere gesetzliche Bestimmungen über Arbeitszeit, Ruhezeiten und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Dumping-Vorwürfe an Uber und Appell an Meyer

Alleva: «Derzeit sind über 500 Anzeigen gegen das Unternehmen hängig. Vor diesem Hintergrund ist es absolut unangebracht, in einer SBB-App Werbung für Uber zu machen.»

Der Brief schliesst mit einem Appell an SBB-CEO Meyer: «Die SBB, die vollständig in staatlichem Besitz sind und sich gemäss Website als ‹Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität› verstehen, und Sie als deren CEO haben auch eine gesellschaftliche Verantwortung.»

Und: «Es geht nicht an, dass Sie Dumping-Geschäftsmodelle wie jenes von Uber fördern, das gegen arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Vorschriften verstösst.»

Ob die SBB das Projekt mit Uber wegen des öffentlichen Drucks auf Eis legen, ist fraglich. BLICK konfrontierte den Staatsbetrieb und Uber mit den Vorwürfen im offenen Brief der Gewerkschafter. 

«Die Integration von Taxi ist für das erste Halbjahr 2017 geplant. Die Integration von Uber wird zur Zeit geprüft. Da überhaupt noch keine Entscheide gefällt worden sind, sind aus diesem Grund derzeit keine konkreten Aussagen zur späteren Ausgestaltung des Reiseplaners mit möglichen künftigen Anbietern möglich», kontert SBB-Sprecher Christian Ginsig.

Der Taxidienst Uber liess bislang eine Anfrage von BLICK unbeantwortet.

Publiziert am 14.12.2016 | Aktualisiert am 19.12.2016
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20 Kommentare
  • Paulo  Suizo , via Facebook 14.12.2016
    ich hab langsam das ewige taxigejammer satt !
    da bestell ich um 11.30 uhr ein taxi, weil ich mir bewusst war, dass ich über dem alkohollimit , von damals 0,8 promil lag. das taxiunternehmen wusste, dass ich "nur" ca.54 km weit fahren musste.
    auf die zusage "taxi kommt". nach weiteren taxianrufen und weiteren zusagen wurde es 03.15 und ich stand bei kaltem wetter und nieselregen vor dem geschlossenen gastbetrieb.... kein taxi kam.
    mit 1,08 promil blutwert verlor ich ausweis und geld....
  • Dan  Werker 14.12.2016
    Gott sei Dank muss es Niemanden mehr interessieren was die UNIA fordert. Zumal die UNIA spätestens seit dem Fall Burger sämtliche Glaubwürdigkeit verloren hat.
  • Heiner  Müller 14.12.2016
    Neuerdings macht Uber ja sogar Passagiere zu Komplizen, wenn die Fahrer sich nicht an die Regeln halten. Dann können Passagiere auch angezeigt werden. Solche Praktiken brauchts wirklich nicht auf unseren Strassen!
  • Papa  Papst aus Rom
    14.12.2016
    Wenn Schwarzarbeit gegenüber Uber der UNIA Ansatz ist, dann können die doch Ihren Laden gleich schliessen, die sollen doch mal das Bauhaupt- und Nebengewerbe in den Griff kriegen.
    Diese Aktion soll nur ablenken und Engagement vorgaukeln, lächerlich und absolut nicht zeitgemäss, der ganze Betrieb.
  • John  Mueller 14.12.2016
    Die Gewerkschafter leben immer noch in der Vergangenheit und haben noch nicht begriffen, dass die Digitalisierung Realität ist. Wenn man nicht dabei ist, dann wird man früher oder später überholt. Aber das können die überbezahlten Gewerkschaftsfunktionäre nicht begreifen. Deren IQ ist da massiv überfordert, Die Gewerkschaften wissen immer, warum etwas nicht geht. Eigene Ideen? Fehlanzeige.