Unfälle von Kleinkindern nehmen wieder zu, weil die Eltern vermehrt abgelenkt sind durch ihr Smartphone.
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Lieber mit dem Iphone spielen, als sein Kinden auf dem Spielplatz beaufsichtigen. Smartphones lenken die Eltern bei ihren Aufsichtspflichten ab. (Getty Images)
Eltern kennen diese Szene. In einem kurzen Moment der Unachtsamkeit fällt der kleine Wildfang vom Klettergerüst, verbrennt sich in der Küche die Finger oder rennt ungestüm auf einen Abhang zu. Der ganz normale Elternwahnsinn!
Diese Momente haben zugenommen. Dies zeigen Zahlen aus den USA. Den Grund für diese Zunahme vermuten die Forscher vor allem bei einem Spielzeug für Erwachsene: dem Smartphone!
Seit den 1970er-Jahren sanken die Unfallzahlen von Kindern kontinuierlich. Nun beobachten Mediziner aber eine Trendwende. Nicht tödliche Unfälle bei Kindern unter fünf Jahren sind zwischen 2007 und 2010 um zwölf Prozent gestiegen. In der gleichen Periode stieg die Zahl der US-Bürger mit einem Smartphone von neun auf 63 Millionen.
Experten für Kinderunfälle sagen, dass es keine offiziellen Studien gebe, die einen Zusammenhang zwischen der Ablenkung durch mobile Geräte und den Verletzungen von Kindern herstellen. «Bislang ist das eine reine Vermutung», sagt Gary Smith, ein Experte für Unfallforschung, gegenüber dem «Wall Street Journal».
Doch für viele Ärzte ist der Fall auch ohne Studien klar. «Innerhalb der Gemeinschaft der Unfallmediziner herrscht Konsens, dass Verletzungen von Kindern, die entstehen, während mobile Geräte genutzt werden, sehr wohl passiert sein können, weil die Geräte benutzt wurden», sagt Dr. Wally Ghrabi vom Unfallzentrum im kalifornischen Santa Monica.
Ein klares Indiz dafür liefern die Unfallzahlen auf Spielplätzen. Verletzungen mit Geräten auf Spielplätzen bei Kindern unter fünf Jahren stiegen von 2007 bis 2010 sprunghaft um 17 Prozent an, nachdem sie die vorherigen fünf Jahre zurückgegangen waren.
Doch wer zu sehr auf sein Smartphone fokussiert ist, gefährdet nicht nur andere, sondern auch sich selber.
Eine Studie der Universität von Ohio ergab, dass in den USA im Jahr 2008 über 1000 Fussgänger behandelt wurden, nachdem sie beim SMS-Schreiben in einen Laternenpfahl geknallt waren oder sich beim Handytelefonat einen Knöchel verstaucht hatten. (tun)
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