Unbeaufsichtigte Kinder verletzen sich Unfall-Falle Smartphone

Unfälle von Kleinkindern nehmen wieder zu, weil die Eltern vermehrt abgelenkt sind durch ihr Smartphone.

  • Publiziert: 04.10.2012
play Lieber mit dem Iphone spielen, als sein Kinden auf dem Spielplatz beaufsichtigen. Smartphones lenken die Eltern bei ihren Aufsichtspflichten ab. (Getty Images)

Eltern kennen diese Szene. In einem kurzen Moment der Unachtsamkeit fällt der kleine Wildfang vom Klettergerüst, verbrennt sich in der Küche die Finger oder rennt ungestüm auf einen Abhang zu. Der ganz normale Elternwahnsinn!

Diese Momente haben zugenommen. Dies zeigen Zahlen aus den USA. Den Grund für diese Zunahme vermuten die Forscher vor allem bei einem Spielzeug für Erwachsene: dem Smartphone!

Seit den 1970er-Jahren sanken die Unfallzahlen von Kindern kontinuierlich. Nun beobachten Mediziner aber eine Trendwende. Nicht tödliche Unfälle bei Kindern unter fünf Jahren sind zwischen 2007 und 2010 um zwölf Prozent gestiegen. In der gleichen Periode stieg die Zahl der US-Bürger mit einem Smartphone von neun auf 63 Millionen.

Für Ärzte ist der Fall klar

Experten für Kinderunfälle sagen, dass es keine offiziellen Studien gebe, die einen Zusammenhang zwischen der Ablenkung durch mobile Geräte und den Verletzungen von Kindern herstellen. «Bislang ist das eine reine Vermutung», sagt Gary Smith, ein Experte für Unfallforschung, gegenüber dem «Wall Street Journal».

Doch für viele Ärzte ist der Fall auch ohne Studien klar. «Innerhalb der Gemeinschaft der Unfallmediziner herrscht Konsens, dass Verletzungen von Kindern, die entstehen, während mobile Geräte genutzt werden, sehr wohl passiert sein können, weil die Geräte benutzt wurden», sagt Dr. Wally Ghrabi vom Unfallzentrum im kalifornischen Santa Monica.

Unfälle auf Spielplätzen

Ein klares Indiz dafür liefern die Unfallzahlen auf Spielplätzen. Verletzungen mit Geräten auf Spielplätzen bei Kindern unter fünf Jahren stiegen von 2007 bis 2010 sprunghaft um 17 Prozent an, nachdem sie die vorherigen fünf Jahre zurückgegangen waren.

Doch wer zu sehr auf sein Smartphone fokussiert ist, gefährdet nicht nur andere, sondern auch sich selber.

Eine Studie der Universität von Ohio ergab, dass in den USA im Jahr 2008 über 1000 Fussgänger behandelt wurden, nachdem sie beim SMS-Schreiben in einen Laternenpfahl geknallt waren oder sich beim Handytelefonat einen Knöchel verstaucht hatten. (tun)

Beliebteste Kommentare

  • Beatrice  Gräub , Merenschwand
    Das stört mich schon lange,Mütter spazieren mit Wagen und ein Kind an der seite,nur man spricht nicht mit den Kindern sondern plappert ins Handy und wenns geht noch eine Zigarette in der andern Hand....
  • Walter  Vetter
    uiuiui, wenn ichTag täglich die vielen Fussgänger sehe, die SMS schreiben statt auf den Vekehr achten und oft mitten auf der Fahrbahn Kopflos latschen, wundere ich mich, dass es nicht mehr Unfälle gibt.

Alle Kommentare (8)

  • Domenig  Wilhelm
    Was ich auch in den öffentlichen Verkehrsbetrieben beobachte Kleinkinder die, die Inneneinrichtung als Turnhalle oder Klettergerüst benützen, und die Eltern sehen tatenlos zu und lachen. Das Gefahrengedächtnis scheint bei vielen verloren gegangen zu sein. Wenn etwas Schlimmeres passiert dann wird es ja immer auf die Einrichtung oder sonstiges geschoben. Die Aufsichtpflicht bei vielen Erwachsenen scheint nicht mehr vorhanden zu sein.
    • 05.10.2012
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  • Andreas  Haeflgier
    nicht die Geräte sind daran schuld sondern die kopflosen Leute, welche sich von den Geräten abhängig machen und nichts anderes mehr mitbekommen. Werdet doch wieder mal vernünftig und konzentriert euch auf das Wichtige. Keiner redet mehr mit dem anderen, aber mit dem Handy wird ständig kommuniziert - was läuft da falsch?
    • 05.10.2012
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  • André  Hegi , via Facebook
    Ich finde dieser Trend sowieso sehr erschreckend.Wenn man auf die Strasse geht,sieht man nur noch Menschen mit einen Stöpsel im
    Ohr und am SMS schreiben.Aber wer es braucht solls machen,ich diskutiere lieber Real mit Menschen.
    • 05.10.2012
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  • Adrian  Teuscher , via Facebook
    Scheint ja eine neue Krankheit zu sein den Blick im Smartphone statt dort wo er sein sollte. Anrempeln, vor die Autos stolpern etc. etc. nur wegen einer doofen künstlichen Welt welche uns verklickert das wir ständig mit allen in Kontakt sein sollen. Ich bin zwar gegen zu viele Gesetze aber hier wäre effektiv ein wenig Einschränkung angebracht!
    • 05.10.2012
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  • Rahel  Teuscher
    Ich arbeite in einem Geschäft direkt neben einer viel befahrener Strasse. Im Sommer wird es manchmal so heiss dass wir trotz Lärm die Türe offen halten müssen.
    Ich bekomme immer regelrechte Herzattacken wenn die Kindern im Laden rumlaufen und dann zur Türe ein und ausgehen. Die Mütter drehen sich meistens nicht mal um trotz der unüberhörbaren Klingel! Und ich rede hier auch von Kindern die noch nicht mal Schulpflichtig sind!
    • 04.10.2012
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