Und wo kaufen jetzt die Hipster ein? American Apparel ist pleite

ZÜRICH - Das Hipster-Label American Apparel ist am Ende. In den USA hat die Firma die Bilanzen deponiert. Was mit den Schweizer Filialen passiert, bleibt weiter unklar. Die Anwälte mauern.

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Also doch: Was BLICK bereits am Freitag vermeldet hat, ist nun Tatsache. Die US-Modekette American Apparel ist in Konkurs. Binnen eines Jahres bereits zum zweiten Mal. Nur rund neun Monate nach dem Neustart reichte das einstige Teenager-Trendlabel bei einem Gericht im Bundesstaat Delaware erneut einen Antrag auf Gläubigerschutz ein. Einige Markenrechte und Geschäftsteile sollen verkauft werden.

Was mit den beiden Schweizer Filialen in Zürich passiert, wollte die deutsche Anwaltskanzlei, die das Mandat von American Apparel übernommen hatte, erneut nicht sagen. Fragen von BLICK, was mit den Angestellten passiert, und wie lange die Filialen noch geöffnet sind, liess sie unbeantwortet. Aus der Schweiz kann man seit Tagen nicht mehr online bei American Apparel bestellen.

Made in USA zu teuer 

Dem seit Jahren mit Verlusten kämpfenden Unternehmen macht der harte Konkurrenzkampf um junge Kunden und das Erstarken der Internetanbieter zu schaffen. Zuletzt war es auf Käufersuche.

Erst im Oktober 2015 ging es in die Insolvenz. Nach einer Umschuldung versuchte das Unternehmen, das auf das Gütesiegel «Made in USA» setzt, unter Führung eines Hedgefonds im Februar ein Comeback.

Doch der Umsatzschwund hielt an, verschärft durch die kostspielige Produktion in Los Angeles, während zahlreiche Konkurrenten auf eine billigere Fertigung in Asien setzen. Mit dem schwedischen Konkurrenten H&M und der spanischen Zara-Mutter Inditex konnte American Apparel schon länger nicht mehr mithalten.

Markenrechte gehen an Rivalen 

Ähnlich wie bei Abercrombie & Fitch, Wet Seal und Quiksilver folgte auf einen rasanten Aufstieg ein schneller Abstieg. Unter dem Druck des Preiskampfs haben mindestens acht amerikanische Teenagermode-Anbieter in den vergangenen zwei Jahren Insolvenz angemeldet.

Die Gespräche von American Apparel mit Interessenten stockten zuletzt. Nun sollen für 66 Millionen Dollar erste Markenrechte und Teile von Produktion und Vertrieb an den kanadischen Rivalen Gildan veräussert werden, hiess es in einem Brief des Managements an die Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

Das Tagesgeschäft sei durch den Verkaufsprozess aber nicht beeinträchtigt. Dieser könnte aber der Startschuss dafür sein, dass weitere Unternehmensteile unter den Hammer kommen. Bei einem Verkauf soll aber an der Produktion in den USA festgehalten werden. (stn/pbe/SDA)

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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