Umkämpfter Detailhandel – die Chronologie

  • Publiziert: 12.01.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Schon vor der Übernahme von Denner durch Migros ist der Schweizer Detailhandelsmarkt stark umkämpft gewesen. Wichtige Etappen aus den letzten beiden Jahrzehnten.1985: Der damalige Denner-Besitzer Karl Schweri beginnt einen jahrelangen, erfolglosen Übernahmekampf gegen den Grossverteiler Usego. Dieser war bereits 1971 um die Waro AG erweitert worden.1990: Der Luzerner Unternehmer Beat Curti beendet die Usego-»Belagerung». Er will Usego zusammen mit Schweri zur dritten Kraft im Schweizer Detailhandel machen.1991: Coop wird Mehrheitsaktionärin des Konsumvereins Zürich (KVZ) und übernimmt diesen 1995 vollständig. Zahlreiche K3000-Läden der KVZ-Gruppe gehen zu SPAR, die seit 1989 im Schweizer Detailhandel mitmischt.1994: Curti bläst das Dritte-Kraft-Projekt ab. Schweri erhält die Waro, Curti die Usego. Dieser werden Pick Pay und Import-Parfümerien einverleibt. Die Gruppe wird 1996 in Usego Hofer Curti AG (UHC) umbenannt. – Coop übernimmt die Möbelhandelskette TopTip von Möbel Pfister. – Der Warenhauskonzern Jelmoli erwirbt die Mehrheit der Haushaltgerätefirma Dipl. Ing. Fust AG.1995/1996: Die Jelmoli-Besitzerin, die Basler Handelsgesellschaft UTC International, gerät in Finanznot. Der Globus-Warenhauskonzern übernimmt sieben Jelmoli-Warenhäuser, 27 weitere Jelmoli-Standorte stehen zum Verkauf. Der Jelmoli-Versandhandel kommt in ein Joint Venture mit der deutschen Heinrich Heine GmbH, Lebensmittel- und Weinhandel gehen an Mövenpick und Usego. In einem Übernahmekampf erhält Walter Fust, der Gründer der Dipl. Ing. Fust AG, den Zuschlag für Jelmoli, der zum Warenhaus- und Immobilienkonzern wird.1997: Die Migros übernimmt den Globus-Konzern samt ABM, Interio, Office World und Herren-Globus.1998: Die Migros steigt ins Baufachmarkt-Geschäft und kooperiert mit dem deutschen OBI-Konzern. – Coop verkauft den Discounter Billi an Denner, der 49 von 60 Läden übernimmt.1999: Curti fusioniert UHC mit der Grosshandelsfirma Bon appetit Holding zur Bon appetit Group.2000: Die Genfer Warenhausgruppe Maus Freres geht eine Partnerschaft mit dem französischen Carrefour-Konzern ein, Jumbo- werden zu Carrefour-Grossmärkten.2001/2002: Zahlreiche Läden, die von Denner-Satelliten zu EPA-Discountern geworden waren, wechseln zu SPAR.2002: Coop erwirbt 40 Prozent der Warenhauskette EPA und übernimmt diese Anfang 2004 vollständig. Die EPA-Warenhäuser werden in Coop City umgebaut. – Walter Fust verkauft Jelmoli-Anteile an Georg von Opel. Der Spross der deutschen Automobil-Dynastie hält inzwischen 51 Prozent an Jelmoli.2003: Coop übernimmt von Denner 28 Waro-Standorte samt 1.600 Angestellten. – Curti verkauft die Bon appetit Group dem deutschen Einzelhandelsriesen Rewe.2004: Die Winterthurer Volg-Gruppe übernimmt von Bon appetit rund 610 Primo- und Visavis-Läden in der Deutschschweiz. Usego – die einstige Union Schweizerische Einkaufs-Gesellschaft Olten – ist damit nach fast 100-jähriger Geschichte praktisch am Ende. – Die deutschen Discounter Aldi und Lidl wollen in den Schweizer Detailhandel einsteigen.2005: Coop kooperiert mit Rewe bei der Versorgung von Gastronomieunternehmen in der Schweiz und in Frankreich. – La Valaisanne Holding übernimmt die Bon-appetit-Verträge mit Primo- und Visavis-Detaillisten in der Westschweiz und im Oberwallis sowie das Usego-Verteilzentrum in Bussigny (VD). – Denner übernimmt von Rewe 146 Pick-Pay-Filialen. 250 Stellen werden gestrichen. Rewe zieht sich mit Verlust aus dem Schweizer Detailhandel zurück. – Aldi eröffnet die ersten Schweizer Filialen.2006: Denner verkauft den Spielwarenhändler Franz Carl Weber an den französischen Ludendo-Konzern – Jelmoli übernimmt den Discountpionier Eschenmoser.

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