Aldi und Lidl Über 1000 neue Jobs in der Schweiz

  • Publiziert: 05.03.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
play Die beiden deutschen Discounter Lidl und Aldi legen in der Schweiz mächtig zu. (Keystone)

ZÜRICH – Aldi und Lidl treiben ihre Expansion voran. «Darum brauchen wir in den nächsten Monaten 600 neue Mitarbeiter», heisst es etwa bei Lidl. Ähnlich tönt es bei Aldi.

Mitte März zieht Lidl eine Bilanz über das erste Jahr in der Schweiz. Vor allem die weitere Expansion wird im Zentrum stehen. Seit dem Markteintritt hat der Discounter Filiale um Filiale eröffnet. Heute sind es 31 Läden. Vier weitere kommen noch allein in diesem Monat hinzu. Insgesamt soll sich die Anzahl auf 60 Filialen verdoppeln bis Jahresende. Das interne Fernziel sieht 200 Standorte in der ganzen Schweiz vor, wie Lidl-Chef Andreas Pohl gegenüber «cash» bestätigte.

Im Gleichschritt expandiert Konkurrent Aldi, der bereits seit 2005 in der Schweiz ist. Mittlerweile sind 113 Filialen offen. Für das laufende Jahr sind zwischen 20 bis 30 weitere geplant. Die Zahl 200 bei den Verkaufsstellen gilt auch bei Aldi als Richtgrösse. Darum müssen sowohl Aldi als auch Lidl kräftig in neues Personal investieren.

Lidl geht in die Offensive

Zwischen 15 bis 20 Stellen kommen in der Regel pro neue Filiale hinzu. «Insgesamt schaffen wir in diesem Jahr 600 neue Arbeitsplätze», sagt Paloma Martino, Sprecherin von Lidl. Bei der Konkurrenz heisst es: «Wir werden allein im Verkauf zwischen 240 und 450 neue Stellen anbieten», sagt Sprecher Sven Bradke. Gegenwärtig beschäftigt Aldi inklusive der drei Verteilzentren und dem Hauptsitz über 2000 Personen. Bei Lidl bewege sich die Zahl derzeit zwischen 1000 und 1100 Mitarbeitenden, so die Sprecherin.

Zum Vergleich: Platzhirsch Denner beschäftigt aktuell 3600 Personen in rund 750 Filialen (inklusive Denner-Satelliten per Ende 2009). Der Lebensmitteldiscounter will 2010 zwischen 10 bis 15 neue Läden eröffnen. Wie viele Arbeitsplätze in diesem Jahr geschaffen werden, konnte das Unternehmen nicht mitteilen.

Indes läuft die Rekrutierungsoffensive bei den Deutschen. Aldi wird beispielsweise in diesem Monat an der HSG Talents Conference in St. Gallen oder am Forum Uni-Emploi in Genf teilnehmen. Lidl ist aktuell an den Absolventenmessen an den Universitäten Fribourg, Lausanne und Lugano auf Nachwuchssuche.

Discounter machen Zugeständnisse – beim Lohn

Doch das allein reicht nicht, wissen Aldi und Lidl. Letzterer betreibt Imagewerbung mit einer breit angelegten Mitarbeiterkampagne. Zudem verspricht Lidl eigenen Angaben zufolge seinen Beschäftigten mehr Lohn als das Branchenübliche. Zwanzigjährige Vollzeitbeschäftigte ohne Berufsausbildung erhielten ein Mindestgehalt von 3800 Franken. Bei Aldi sind es sogar 4016 Franken. Coop bezahlt mindestens 3700 und Migros bis zu 3800 Franken.

Um an genügend Personal heranzukommen, müssen die Discounter den etablierten Detailhändlern Personal abwerben, sagt ein Branchen-Experte. Und das gehe eben nur, wenn man mehr bezahle.

Oder aber, man nimmt die Ausbildung des Nachwuchses selbst in die Hand. Aldi macht das schon, ab August kommen bei Lidl Lernende hinzu. (snx)

Top 3

1 156-Mio-Busse! Weil BMW die Schweizer Kunden benachteiligtebullet
2 Grösser, besser, billiger? Rabatt-Schlacht im TV-Geschäftbullet
3 Wegelin-Fall US-Richter nimmt Raiffeisen ins Visierbullet

Wirtschaft