
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
«Wir überzahlen niemanden – soweit ich weiss», sagte UBS-Chef Oswald Grübel heute auf die Frage, ob es die Bank nicht verpasst habe, tiefere Saläre durchzusetzen. Wenn man in dieser Industrie überleben wolle, müssen man sich an den Löhnen orientieren, die international bezahlt werden, so Grübel.
Ein Blick in den Bericht zum vierten Quartal 2009 der UBS offenbart: Die Löhne und Boni sind bei der Bank gestiegen: Von 12,2 Milliarden Franken im Jahr 2008 auf 12,8 Milliarden.
Nur ein kleiner Anstieg von 600 Millionen Franken – könnte man meinen. Dabei geht aber vergessen, dass die UBS über die letzten Monate massiv Personal abgebaut hat. Im Jahr 2008 lag der durchschnittliche Personalbestand bei 80660 Vollzeitstellen. Im Jahr 2009 lag dieser Wert bei 70567.
Sprich: Eine kleinere Zahl UBS-Mitarbeiter hat im Jahr 2009 um einiges mehr verdient. Pro Kopf ergibt sich ein Lohn inklusive Bonus von 181000 Franken. Im Vorjahr waren es 151000 Franken. Ein Anstieg um unglaubliche 20 Prozent.
Wie kann das sein? Immerhin steht in der Jahresendabrechnung der Bank ein Verlust von 2,7 Milliarden Franken und der Geldabfluss ist mit 147,3 Milliarden Franken immens.
Bei der Bank heisst es, dass ein Teil der verbuchten Boni sich über die kommenden fünf Jahre verteile und zudem im Wert schwanken werde.
Doch es gibt noch einen weiteren Grund: Im letzten Mai stellte UBS-Präsident Kaspar Villiger in Aussicht: Die Bank werde Mitarbeitern mehr Lohn bezahlen.
Die Rechtfertigung von Villiger lautete damals gegenüber «Berner Zeitung»: «Für gute Leute werden immer noch gute Löhne bezahlt. Wir stellen fest, dass wir in wichtigen Bereichen systematisch Leute verlieren, die wir brauchen.»
Damals wurde herumgeboten, dass die Bank diesen Leuten zwischen 20 und 30 Prozent mehr zahle. Der heutige Quartalsbericht bestätigt das jetzt nachträglich.
Tiefere Löhne in Banken? Oswald Grübel beweist bei der UBS das Gegenteil: Die Löhne pro Kopf sind massiv gestiegen.- Keystone