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Blick.ch: Mega-Flops und Mega-Fusionen in den USA: Was bedeutet das für den Finanzplatz Schweiz?
Der Finanzplatz Schweiz mit Zürich als Zentrum hat die Stärke und das Potential, zusammen mit New York und London langfristig zu den wichtigsten Finanzplätzen der Welt zu gehören. Dies war schon zuvor so und daran hat sich auch wenig geändert. Dass die beiden Schweizer Grossbanken gestärkt aus der Krise hervorkommen werden, ist aber für den Finanzplatz Schweiz natürlich von grosser Bedeutung.
Wenn jetzt neue Riesen-Banken entstehen, müssen dann auch UBS und CS fusionieren?
Die UBS und die CS sind als globale Universalbanken so positioniert, dass man sie zu den Nutzniessern der neuen Situation mit einer kleineren Anzahl Konkurrenten zählen kann. Beide Institute sind sowohl im Private Banking als auch im Asset Management und dem Investmentbanking stark, so dass keine Notwendigkeit besteht, die eine Fusion nötig machen würde.
Werden Schweizer Banken jetzt stärker die Zusammenarbeit mit ausländischen Instituten suchen?
Die Schweizer Bankhäuser haben international einen hohen Stellenwert und eine gute Marktposition. Schon in der Vergangenheit wurde immer wieder in Kooperation mit ausländischen Finanzinstituten gearbeitet. Wir erwarten durch die neue Situation keine besondere Intensivierung dieses ohnehin schon laufenden Prozesses.
Reiben sich die Schweizer Privatbanken jetzt die Hände? Die Grossen ein Flop – die Kleinen hopp?
Wie die Halbjahreszahlen der UBS gezeigt haben, ist im ersten halben Jahr Kapital von der Bank zu anderen Finanzinstituten verschoben worden. Nutzniesser waren die Kantonalbanken, da sie in den Augen der Anleger durch die Staatsgarantie als einzige Institute absolute Sicherheit garantieren können. Aber auch die Privatbanken konnten mehrheitlich einen erfreulichen Neugeldzufluss vermelden.
Laufen Ihnen die Kunden jetzt scharenweise zu?
Die UBS dürfte sicher Kunden verloren haben, allerdings nicht in grossem Ausmass.
Die Rettungsaktionen der US-Behörden wurden wohl auch erzwungen durch die gigantische Auslandverschuldung der USA. Wie steht es da mit den Schulden der Schweiz?
Die Rettungsaktion hat nichts mit der Auslandverschuldung zu tun. Es gilt aber zu sagen, dass die Schweiz die Auslandverschuldung in den vergangenen Jahren guter Konjunktur deutlich hat senken können. Die Gesamtverschuldung des Bundes, der Kantone und der Gemeinden wird Ende 2008 voraussichtlich auf dem niedrigsten Stand seit 1999 sein. Insgesamt ist die Schweiz zurzeit mit rund 215 Milliarden Franken verschuldet, dies entspricht gerade mal 40.5% des BIP’s. In den USA dürfte diese Quote aktuell bei hohen 66% liegen.
Interview: Michael Scharenberg
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Panagiotis Spiliopoulos. (ZVG)