UBS-Steuerstreit schwächt den Franken

  • Publiziert: 11.08.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Daniel Hügli (cash)

Der Franken ist gegenüber dem Euro so schwach wie seit sieben Wochen nicht mehr. Das ist die Folge des ungelösten UBS-Steuerstreits und der SNB-Politik. Die Landeswährung wird weiter nachgeben.

So teuer wie derzeit reisen und shoppen die Schweizer im Euroraum seit fast zwei Monaten nicht mehr. Am Montag erreichte die Schweizer Währung im internationalen Devisenhandel einen Stand von 1.5364 Franken pro Euro. Soviel zahlte man als Schweizer für die Europäische Einheitswährung letztmals am 24. Juni.

Experten orten zwei Hauptgründe für den Schwächeanfall. Der ungelöste Steuerstreit zwischen der Schweiz und der USA sei «natürlich keine frankenstärkende Entwicklung», sagt Andreas Küffer, Devisenhändler bei der Zürcher Kantonalbank, der von einem «drohenden Damoklesschwert» für den Finanzplatz Schweiz spricht.

Durch die UBS-Krise und die bereits im Frühjahr erfolgte Auslieferung einer ersten Tranche von UBS-Kundendaten verlor der Finanzplatz im Ausland seinen Ruf als krisenresistenter sicherer Hafen, das Bankgeheimnis bekam weitere Risse. Spekulationen, wonach die US-Steuerbehörden ihre Ermittlungen auch auf andere Schweizer Banken ausdehnen wollen, setzen dem Franken ebenfalls zu.

Im Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA ist eine neue Anhörung für Mittwoch angesetzt. Die USA verlangen von der UBS laut unterschiedlichen Quellen zwischen 5000 und 10000 Datensätze der insgesamt etwa 52000 US-Kunden der UBS.

Kurse von 1.56 sind möglich

Der UBS-Steuerstreit spielt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in die Hand, die dezidiert auf einen schwachen Franken setzt. Die SNB machte im März den Märkten deutlich, dass sie eine anhaltende Aufwertung des Frankens im Zuge der Finanzkrise nicht dulden werde.

Seither hat die SNB, als der Franken unter 1.50 Franken pro Euro zu rutschen drohte, mindestens dreimal am Markt interveniert (das heisst: Euros gekauft) und dabei nach Schätzungen des UBS-Research rund 35 Milliarden Franken ausgegeben. «Die Bemühungen des SNB tragen Früchte», sagt Küffer. Er rechnet damit, dass sich die Schweizer Währung in den nächsten Wochen bis 1.56 Franken pro Euro abschwächen könnte.

Einige Experten sehen die SNB damit als Siegerin gegen Devisenhändler, welche den Frankenkurs in den letzten Monaten immer wieder in Richtung 1.50 drückten und die Nationalbank zu Interventionen provozierte. Der Betrag von 1.50 Franken pro Euro gilt als inoffizielle Schwelle, unter welche die SNB den Franken gegen die Europäische Währung nicht fallen lassen will.

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