UBS schreibt schlechtestes Ergebnis aller Zeiten

  • Publiziert: 10.02.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

ZÜRICH – Jetzt ist bekannt, was die UBS im letzten Jahr alles in den Sand setzte: Die Schweizer Grossbank fuhr einen Reinverlust von 19,4 Milliarden Franken ein.

Heute Morgen gab die UBS ihre neusten Zahlen bekannt: Der Reinverlust der Schweizer Grossbank für 2008 beträgt 19,7 Milliarden Franken. Davon sind allein 8,1 Milliarden im vierten Quartal flöten gegangen. Die UBS präsentiert damit das schlechteste Jahresergebnis ihrer Geschichte.

Boni-Zahlungen von 2,2 Milliarden

Die Boni, welche die UBS für das Jahr 2008 ihren Mitarbeitenden auszahlen darf, belaufen sich auf 2,2 Mrd. Franken. Zur Zahlung von 1 Mrd. Fr. ist die UBS rechtlich verpflichtet, beim Rest handelt es sich um frei zuteilbare Boni.

Die Rechnung der Grossbank vom vergangenen Jahr wird aber nicht mit 2,2 Mrd. Franken, sondern nur mit 1,8 Mrd. Franken belastet, wie einem Communiqué der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht zu entnehmen ist. Grund dafür sind an Aktien und Optionen gekoppelte Bonusprogramme vergangener Jahre. Da diese Programme aufgrund des stark gesunkenen Aktienwerts neu bewertet werden müssen, entlasten sie die letztjährige Rechnung der UBS um 400 Mio. Franken.

2000 Stellen futsch

Wie bereits im Januar angekündigt, streicht die UBS angesichts ihrer desolaten Lage weitere Arbeitsplätze: Zusätzlich zu den 9000 Stellen, deren Abbau 2008 bekannt gegeben wurde, sollen weitere 2000 Jobs verschwinden. Der Stellenabbau betrifft vorab das Investment-Banking. Dort soll der Personalbestand auf 15000 reduziert werden, wie die UBS mitteilte. Seit Beginn der Finanzkrise hat das Finanzinstitut damit die Zahl der Arbeitsplätze um insgesamt 11000 reduziert.

Kunden ziehen ihr Geld ab

Allein im vierten Quartal zogen Kunden Gelder in Höhe von 85,8 Mrd. Fr. von der UBS ab. Davon entfallen 58,2 Mrd. Fr. auf die Vermögensverwaltung und 27,6 Mrd. Fr. auf das Geschäft mit institutionellen Kunden. Insgesamt sind im gesamten Jahr 2008 aus der UBS 226 Milliarden Franken Kundengelder abgeflossen.

Immerhin: Im Januar habe die Bank wieder einen Zufluss von Kundengeldern verbucht. Deshalb schreibt die UBS von einem «ermutigenden Start» ins neue Jahr. Konzernchef Marcel Rohner ist sich sicher: Die «UBS wird 2009 wieder Gewinne schreiben», sagte er heute in einer Telefonkonferenz.

Börse reagiert positiv

Die UBS-Aktie hat heute Morgen deutlich zugelegt. Kurz nach Handelsbeginn notierte sie mit 13.82 Franken 7,1 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs. (SDA/noo)

Neue Unternehmensstruktur

Die UBS schafft per sofort zwei neue Unternehmensbereiche: Im Bereich Wealth Management & Swiss Bank werden alle Bereiche ausserhalb von Nord- und Lateinamerika sowie das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft zusammengefasst. Mit dem Bereich Wealth Management Americas konzentriere man sich auf die Vermögensverwaltung in den USA, wie die UBS mitteilte. Der UBS wird in den USA Beihilfe zu Steuerdelikten vorgeworfen. (SDA)

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