UBS: Marcel Ospel läuft die Zeit davon

  • Aktualisiert am 14.01.2012
  • von Daniel Hügli

ZÜRICH – Der kritisierte VR-Präsident muss schnell einen neuen Chef fürs Investmentbanking ernennen. Auch ein Bonus-Verzicht steht zur Diskussion.

Weitere Verluste wegen der US-Kreditkrise stellen die Zukunft von Marcel Ospel als UBS-VR-Präsident in Frage. Dringend nötig ist jetzt ein neuer CEO für die Krisen-Sparte Investmentbanking (IB). Das Dilemma: «Solange Ospel da ist, wird das schwierig», sagt ein Ex-Mitglied des UBS-Topmanagements zu CASH daily.

Ospel rede mit seiner «Schattenregierung» im VR den IB-Leuten ständig drein, Verantwortlichkeiten seien unklar. «Amerikaner und Engländer machen das nicht mehr mit», prophezeit der Ex-UBS-Mann. Er bezeichnet Ospels Weigerung, operative Verantwortung wegen der UBS-Verluste zu übernehmen, als «Ausrede».

Aus der Patsche helfen könnte Julius-Bär-Mann David Solo. Wann immer Ospel den Amerikaner rief, half dieser aus: 1998 nach dem UBS-Debakel mit dem Hedge Fund LTCM, 2001 als Interims-Leiter der kriselnden Sparte UBS Capital.

Gelingt Ospel ein Befreiungsschlag, könnte er laut PR-Beratern zudem ganz oder teilweise auf den Bonus verzichten – um die erbosten Investoren zu beruhigen.
«Ospel hat die UBS so aufgebaut, dass man meint, es gehe nicht ohne ihn», sagt der Ex-UBS-Manager. Doch das Image Ospels ist angekratzt.

Für Rudolf Buxtorf, Fondsmanager bei Coutts Bank von Ernst, wäre ein «integrer Mann» im Stil eines Alex Krauer vonnöten. Dieser sprang bei der LTCM-Krise als VR-Präsident ein. Es warten auch andere Leute. Etwa Ex-CEO Luqman Arnold, der Ende 2001 im Streit mit Ospel die UBS verlassen musste.

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