
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Er hat es gemacht: Igor Olenicoff (67) schleuste mit Off-shore-Konten sein Vermögen am amerikanischen Steueramt vorbei. Das hat er eingestanden und mit der US-Justiz einen Deal ausgehandelt.
200 Millionen Dollar hat er so versteckt und so etwa 7 Millionen Dollar Steuern nicht bezahlt.
Jetzt will er sich reinwaschen, indem er die UBS weiter anschwärzt. Er hat bereits gegen die Bank und ihre Geschäftspraxis mit reichen Amis Klage eingereicht. Diese Klage hat er nun in einer neuen Version aufmunitioniert.
Er wirft der Bank, ihren Managern und Kundenberatern vor, man habe die Kunden absichtlich nicht über ihre Steuerpflichten in den USA informiert. Sprich: Die eigentlich unschuldigen Kunden wurden von der Bank in die Illegalität gedrängt.
Ein happiger Vorwurf: Olenicoff war der erste grosse Fisch, der den US-Behörden ins Netz ging, um die Klage aufbauen zu können, die zum Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA führte. Dank ihm kam die Justiz auch an ihren Kronzeugen gegen die UBS, den ehemaligen Kundenberater Bradley Birkenfeld.
Birkenfeld hatte Olenicoff 2001 zur UBS gebracht. Der 44-Jährige wurde letzte Woche zu 40 Monaten Haft verurteilt. Er wird dennoch von Olenicoff weiter in der Klage genannt. Auch über 30 andere individuelle Personen stehen unter Anklage, namentlich die ehemaligen UBS-Führungskräfte Peter Kurer, Martin Liechti und Raoul Weil.
Ende Juli wurde dem Antrag der Verteidigung auf Abweisung der Klage Olenicoffs in einigen Punkten statt gegeben. In anderen Anklagepunkten kann der Milliardär seine Forderung nach Schadensersatz von der UBS vorantreiben.
Anfangs Woche legte Olenicoffs Anwalt ein 113 Seiten langes Dokument und zahlreiche Anhänge vor, mit denen die Vorwürfe des Milliardärs erhärten werden sollen. Die Art und Weise, wie man mit seinem Vermögen umgegangen sei, habe der UBS als Vorlage zur Werbung anderer reicher Kunden gedient, behauptet der Kläger.
Die UBS-Verteidiger argumentieren dagegen, Olenicoffs Vorwürfe stünden in direktem Widerspruch zu seinem Schuldbekenntnis, wissentlich Steuerbetrug begangen zu haben. In seiner Rechtslage dürfe er kein Gericht um Vergütung anrufen.
Sein Klient sei ein Pfand in den Händen und gleichzeitig ein Opfer der Gier der Angeklagten gewesen, schreibt der Anwalt von Olenicoff. Es sei seinem Klienten nichts anderes übrig geblieben, als den Vergleich mit den Behörden einzugehen. Der 67-Jährige wehre sich aber dagegen, in Medienberichten immer noch Steuerbetrüger genannt zu werden.
Ein Unschuldslamm ist Olenicoff aber nicht: Nicht nur mit der UBS geschäftete der Milliardär ausserhalb der Grenzen der USA. Er jonglierte zahlreiche Konten in verschiedenen Steueroasen, wie aus der im Frühling 2008 abgeschlossen Strafklage der Steuerbehörde IRS gegen den gebürtigen Russen hervorgeht. (SDA, pft)
play
Er hat 200 Millionen Dollar am Steueramt der USA vorbeigeschleust. Schuld daran sei die UBS, sagt Milliardär Igor Olenicoff. (ZVG)