Rohner für Wuffli – Ospel bleibt Präsident UBS ersetzt obersten Chef!

  • Aktualisiert am 03.01.2012

BERN – UBS-Chef Peter Wuffli ist überraschend und mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Die Nachfolge tritt sein bisheriger Stellvertreter Marcel Rohner an.

Gleichzeitig wurde Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren nominiert. Dies obwohl Ospel gegenüber dem Verwaltungsrat den Wunsch geäussert hatte, in absehbarer Zeit von seinem Amt zurückzutreten.

Ospel hatte deshalb vor rund einem Jahr Wuffli als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Der Verwaltungsrat habe sich jedoch Ende letzter Woche bei einem Treffen in Valencia entschieden, diesem Vorschlag nicht zu folgen und habe Ospel gebeten, sich für weitere drei Jahre zur Verfügung zu stellen.

In der Folge habe sich Wuffli entschieden, die Bank zu verlassen und seine Funktion per sofort an Peter Rohner zu übertragen. Der 49-jährige Wuffli hatte den Chefposten 2003 übernommen.

Die UBS will trotz dem abrupten Rücktritt an ihrer Strategie festhalten (siehe Kasten rechts). Der Entscheiddes Verwaltungsrates, Wuffli nicht für das Präsidium zu nominieren, sei zu akzeptieren, sagte Ospel.

Wuffli, der per sofort die Grossbank verlässt, erhält laut Ospel keinen goldenen Fallschirm. Der scheidende Konzernchef werde gemäss den üblichen Regeln während zwölf Monaten seinen Lohn inklusive Boni beziehen. Eine Abgangsentschädigung gebe es nicht.

Wufflis Nachfolger, der 42-jährige Rohner, hatte bisher die Privatkundensparte geleitet, die besonders wohlhabende Kunden bedient. Er half bei der Expansion dieses Bereichs in Staaten wie Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Seine Stelle wird vom Konzernleitungsmitglied Raoul Weil übernommen.

Nach Angaben des Wallstreet Journals und der «New York Times» erfolgte der Führungswechsel im Zusammenhang mit einer Serie von Rückschlägen, vor allem mit dem hauseigenen Hedge Fonds Dillon Read. Ausserdem hatte die UBS in zwei Quartalen in Folge enttäuschende Ergebnisse vorgelegt. (SDA/dip)

Kein Strategiewechsel

Die UBS plant nach dem abrupten Chefwechsel keine Änderung ihrer Strategie. Dies versicherte Marcel Ospel heute an einer Telefonkonferenz mit Journalisten und sagte, er werde weiterhin mit vollem Einsatz und Entschlossenheit für die Bank tätig sein.

Wuffli ging wie er kam

ZÜRICH – Wufflis Ernennung zum Konzernchef war ähnlich überraschend und abrupt gewesen wie sein Abgang.

Er löste am 18. Dezember 2001 mit sofortiger Wirkung den Briten Luqman Arnold als Konzernchef ab. Vorangegangen war dem Vernehmen nach ein Machtkampf zwischen Arnold und Ospel, der damals wegen des Swissair-Groundings unter Druck stand. Wuffli und Ospel galten lange als ideales Team, gerade auch wegen ihrer unterschiedlichen Charaktere.

Kurzporträt von Marcel Rohner

ZÜRICH – Der neue Konzernchef der UBS blickt auf eine ebenso steile wie makellose Karriere bei der grössten Schweizer Bank zurück.

Marcel Rohner stammt wie sein Vorgänger Peter Wuffli und Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel von der Bankverein-Seite der 1998 mit der Bankgesellschaft zur UBS fusionierten Bank.

Der Schweizer wurde am 4. September 1964 geboren. Er schloss sein Studium der Volkswirtschaft an der Universität Zürich mit dem Doktortitel ab und war von 1990 bis 1992 am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Uni Zürich als Assistent tätig.

1993 trat Rohner in die Dienste des Schweizerischen Bankvereins ein und war dort bis 1998 im Investment Banking tätig. 1995 übernahm er zudem die Leitung von Market Risk Control Europe.

Nach der Fusion zur UBS wurde Rohner 1999 zum Group Chief Risk Officer ernannt, nachdem er seit 1998 Leiter Market Risk Control von Warburg Dillon Read gewesen war. Von 2001 bis 2002 war er Chief Operation Officer und stellvertretender CEO der Division Private Banking der vormaligen Unternehmensgruppe UBS Schweiz.

Mitte 2002 stieg Rohner in die Konzernleitung auf und übernahm die Leitung der Einheit Wealth Management & Business Banking. Im Januar 2006 folgte die Ernennung zum stellvertretenden Konzernchef.

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