Schlechter als letztes Jahr UBS-Aktie trotz 4,2-Milliarden-Gewinn unter Druck

  • Publiziert: 07.02.2012
play Sein erster Jahresabschluss: Der neue UBS-CEO Sergio Ermotti.

ZÜRICH - Auf den ersten Blick scheint der UBS-Gewinn solide ausgefallen zu sein. Doch die Erwartungen wurden verfehlt und es ist deutlich weniger als letztes Jahr.

An der Börse sorgen die UBS-Zahlen für Enttäuschung. Die Aktie der Grossbank stand zum Handelsstart um über 2 Prozent im Minus.

Der Grund: Die UBS hat 2011 einen Reingewinn von 4,2 Milliarden Franken erzielt. Die Finanzanalysten hatten mehr erwartet: Sie gingen von 4,5 Milliarden aus.

Im Vergleich mit dem Vorjahr ist es ein deutlicher Rückgang: Im Jahr 2010 hat die Bank 7,5 Milliarden Franken Reingewinn erzielt.

Mehr Vertrauen

Trotzdem: Die Kunden haben offensichtlich mehr Vertrauen in die Grossbank gewonnen. Obwohl die UBS just im zurückliegenden Jahr die peinliche Zocker-Panne in London und den darauffolgenden Abgang des damaligen CEO Oswald Grübel zu verdauen hatte.

Als Indikator für das Vertrauen kann man die Entwicklung der Kundengeldern heranziehen. Hier zeigt sich: Der Bank sind im ganzen Jahr 2011 netto 42,4 Milliarden Franken neue Gelder zugeflossen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr flossen noch 14,3 Milliarden aus der Bank ab.

Verlust im Investment-Banking

UBS-Chef Sergio Ermotti äussert sich zufrieden: «Wir bauen unsere Kapitalbasis weiter aus und liegen damit vorne im Vergleich zur Branche, die als Ganzes auf die Erfüllung der neuen Kapitalanforderungen hinarbeitet.»

Wermutstropfen: Die Abteilung Investment-Banking: Sie hat allein im vierten Quartal einen Verlust von 256 Millionen Franken eingefahren.

Boni sinken – Anzahl Stellen auch

Der Geschäftsaufwand für 2011 wurde gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Milliarden auf 22,4 Milliarden Franken reduziert. Der Personalbestand hat um 1101 Mitarbeiter abgenommen. Ende Jahr waren es UBS-Chef Sergio Ermotti 64'820.

Die Boni, schreibt die UBS in ihrer Mitteilung, seien im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gesunken.  (map)

Kommentare (5)

  • Ernst  Loretz
    Es ist absolut verwerflich, wenn ein Titel der gerade 4.2 Miliarden Gewinn ausweist unter Druck gerät. Man muss nicht verwundert sein, wenn die Geldinstitute alle Regeln der Kunst ausschöpfen um den hohen Ansprüchen des Marktes zu genügen. Dieser Performance Druck ist der Ursprungs unserer schwierigen Geldpolitischen Situation, Diese Kreise die das anheizen müssten das unverantwortliche Pushing gründlich hinterfragen. Der Zufluss von Kundengelder, langfristige Stabilität und das Vertrauen der Kundschaft müssen absoluten Vorrang geniessen.
    • 07.02.2012
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  • Chris  Keller
    Hmmm… 4,2 Milliarden Franken ist auch wenig. Ist ja nur 4200 Millionen Franken… Kein Wunder musste man da 1500 Stellen streichen, sagen wir mal jeder dieser Gekündigten verdiente im Schnitt 100000 pro Jahr - macht 150 Millionen, ich meine ist doch klar dass man die feuern musste! Sonst wäre der Reingewinn ja nur noch 4050 Millionen Franken gewesen, 4,05 Milliarden! Bravo an die Bosse!
    • 07.02.2012
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    • Urs  Hagen , Baar
      Wenn man den Gewinn in Relation zu 64'000 Angestellten stellt sieht das auch nicht mehr so überwältigend aus. Wenn man in so einem Konzern 1000 entlässt ist das sicher für jeden schlimm. aber es gibt andere Firmen die entlassen 10 ihrer Belegschaft und niemand interessierts, das wären dann 6400 Leute bei der UBS.
      • 07.02.2012
      • als Kommentar auf Chris  Keller
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  • Lena  Leu , Davos
    Wenn jeder dieser 1100 Mitarbeiter 120000. verdient hat, wurden hier rund 150 Mio eingespart - auf 4,2 Mia Reingewinn! Ob sich das gelohnt hat, das Knowhow in den Sand zu setzen? Wohl kaum.... aber diese 150 Mio mehr verteilt unter 5-6 Topkader sind natürlich viel Geld!!!
    • 07.02.2012
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  • Somboon  Saleoff , Belpmoos
    Wirklich solide!
    Im vergleih zu 2010 fehlen doch nur die 2,3 Mia. wlche der Invesment-clown von London Kweku Adoboli verzockte und etwas zerknitterte Franken von 65000 überzahlten Mitarbeitern.
    UBS weiter so!
    • 07.02.2012
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