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Hat Bundespräsident Hans-Rudolf Merz die beste Lösung für die UBS verschlafen? Hohe Jobs werden nicht per Stellenanzeige vergeben. Die Besetzungen sind das Resultat offener und versteckter Beziehungen.
Also greift einer wie Joe Ackermann (61), Chef der renommierten Deutschen Bank, nicht einfach zum Hörer, stellt die Nummer von Hans-Rudolf Merz ein und bietet sich für den Chefposten bei der UBS an.
Das läuft anders. BLICK sagt wie: Vor einer Woche klopfte ein Mittelsmann mit einer Uniform im Schrank im Bundesratszimmer an. Und übermittelte die Botschaft des Auslandschweizers Ackermann: Ja, ich komme. Ich tus fürs Vaterland. Und ich machs für einen Franken.
Im ersten Gespräch ging es noch um den CEO-Job der UBS. Doch den hatten die Banker und die Politiker schon vergeben. Oswald Grübel soll im Tagesgeschäft die UBS wieder flottkriegen.
Doch laut BLICK-Informationen hätte sich Joe Ackermann auch auf die zweite Variante eingelassen: Er Verwaltungsratspräsident, Grübel CEO. Obwohl er vom Ossi offenbar nicht so viel hält wie andere.
Fürs Vaterland täte es Joe. Weil der St. Galler ein Patriot ist. Weil er das Vaterland militärisch verteidigt hätte – wenn der Feind gekommen wäre. Als Oberst im Generalstab.
Ackermann hat auch strategisch an der Landesverteidigung mitgearbeitet. In der Kommission Brunner hirnte er mit Unternehmer Nicolas G. Hayek und Astronaut Claude Nicollier über künftige Gefahren für die Schweiz.
Ja, Joe Ackermanns Name stand sogar auf der Liste mit möglichen Armeechefs. So einer ist er, Schweizer durch und durch. Und für einen Dienstkameraden hat Ackermann immer einen Job – wie für den früheren Projektleiter der Armee XXI, Ulrich Zwygart.
Da sass also Finanzminister Merz vor dieser Offerte Ackermanns: Gratis die UBS retten.
Gleichzeitig brannte das eidgenössische Haus an allen Ecken: Die Amis wollen, assistiert von den Deutschen und Franzosen, mit aller Kraft das Bankgeheimnis knacken; die hiesigen Sozis wollen Geld für ein Konjunkturprogramm; Kollegin Leuthard lieber eine Task-Force als einen Ausschuss; die Damen mit den Doppelnamen, Calmy-Rey und Widmer-Schlumpf, wollen seinen Alleingang im Finanzdossier beenden.
Und jetzt noch Ackermann.
Was tut Merz? Die Chance, mit zwei Top-Bankern die UBS aus der Krise zu holen, zerrinnt. Die Bank setzt lieber auf die freisinnige Achse als auf das militärische Netzwerk. Der freisinnige Merz lieber auf Parteifreund Kaspar Villiger als auf Patriot Ackermann. Und erntet dafür kräftig Kritik: Mutlos, ideenlos, kraftlos.
Ist Joe Ackermann ganz aus dem Rennen? Nein. Die UBS-Aktionäre können am 15. April wählen, wen sie wollen.
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Unser Export in Sachen Banken: Josef Ackermann (61), Chef der Deutschen Bank schafte es auf den 3. Platz. (Keystone)