Trotz SNB- und Finma-Warnung Raiffeisen lanciert «Arme-Leute-Hypothek»

Trotz deutlicher Kritik der Behörden macht die Raiffeisen-Gruppe ernst mit Hypotheken für Personen, die die aktuellen Vergabekriterien der Branche nicht erfüllen.

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Die Bank werde in nächster Zeit ein entsprechendes Angebot lancieren, sagt Raiffeisen-Sprecherin Cécile Bachmann gegenüber der SDA.

Damit setzt die Raiffeisen-Gruppe das um, wofür ihre Chef Patrik Gisel seit Anfang September in verschiedenen Medien plädierte. Der Raiffeisen-Chef machte sich für eine Herabsetzung der Vergabekriterien bei Hypotheken stark, um auch dem unteren Mittelstand den Kauf von Wohneigentum zu ermöglichen. Konkret geht es gemäss den Worten Gisels zum Beispiel um Hauskredite für junge Familien.

Sowohl von Behörden wie auch aus der Branche selbst gab es jedoch deutliche Kritik an diesem Projekt. Die Schweizerische Nationalbank und die Aufsichtsbehörde Finma haben mehrfach vor einer solchen Aufweichung der Vergabekriterien gewarnt (BLICK berichtete).

Gefahr einer Preisblase am Immo-Markt?

Beide Institutionen fürchten, dass mit einer weiteren Ausdehnung des Hypothekarvolumens die Gefahr einer Preisblase am Immobilienmarkt steigt und dass damit auch die Stabilität der Banken gefährdet sein könnte. Auch die Grossbank UBS äusserte sich vor kurzem ähnlich. Sie bezeichnete die Aufweichung der Vergabekriterien als ein «Spiel mit dem Feuer».

In dem Gespräch mit der «NZZ» machte sich Raiffeisen-Chef Gisel zuletzt für eine flexiblere Förderung bei Wohneigentum stark. Sein Institut wolle dazu beitragen, Wohneigentum einer breiteren Bevölkerung zugänglich zu machen. Angesichts der Zinsprognosen sehe er hier auch durchaus Spielraum, so Gisel.

«Es gibt Käuferschichten, denen würde es helfen, wenn zu Beginn der Kreditlaufzeit ein niedrigerer kalkulatorischer Zins angewendet würde als die üblichen 4 Prozent bis 5 Prozent.» (SDA)

Publiziert am 16.12.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016
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  • odermatt  andy aus hergiswil nw
    17.12.2016
    ... dadurch schwächen sich die immobilienpreise nicht ab, obwohl sich dies langsam aber sicher abzeichnete. schade, stattdessen verlangen verkäufer wohl noch die nächsten jahre horrende verkaufspreise für eigenheime, wo man nur den kopf schütteln muss - 90 Prozent absolut unrealstisch und dies wird nur bezahlt, weil der käufer zu viel kohle hat und es ihn eh nicht gross interessiert, ob er jetzt 1.0 oder 1.5 mio. hinblättern muss. da fahre ich als mieter immer noch besser u. bleibe flexibel...
  • Peter  Weber 16.12.2016
    Aaaah, jetzt heucheln sie wieder, die verlogegenen Grossbanken mit ihren aalglatten Fondsmanagern, die aus Wohnraumknappheit und Luxussanierungen Profit schlagen. Das Kreditausfallrisiko von Volkshypotheken käme ja eh bei der Raiffeisen selbst zu liegen, und nicht bei der UBS/Finma.
  • Ruedi  Lanz aus Aarburg
    16.12.2016
    Und eines Tages fallen unvorhergesehene Reparaturen an, steigen die Heizkosten ins Unermessliche, oder die Bank findet es als angemessen, die Amortisationen zu erhöhen etc., etc. Und Ihr und Eure Kinder fragen sich, warum kein Geld mehr für Hobby und Freizeit zur Verfügung steht und die schönen Ferien am Meer nur noch Träume sind.
    • Fritz  Blasimann 16.12.2016
      ganz einfach, man richtet dazu einen Fonds ein, aus dem man solche Kosten deckt! Grüne und SP wollen schon lange den Eigenheimbesitz beschneiden. Und sie trällern diese Botschaften nur zu gerne weiter. Das Geld dass man mit Eigenheim gegnüber einer Miete spart, reicht locker für alle Reparaturen aus. Schliesslich muss Wohneigentum nicht alle 5 Jahre kernsaniert werden! Und kaufen ist auf Dauer günstiger als Mieten. Also hat ein Eigenheimbesitzer mehr Geld übrig als ein Mieter!
    • Robert  Metzger aus Kaiseraugst
      16.12.2016
      Wenn jemand genug verdient und einen Pensionskassen vor Bezug macht geht es ja, aber aufgepasst Hypotheken sind Schulden, das Haus gehört der Bank. Herr Blasiman ein Fonds ist etwas vom dümmsten was man machen kann, dieses Geld kann leicht verloren gehen. Man spart mit einem "Eigenheim" nicht unbedingt Geld, Freunde von mir zahlen weniger Miete als ich Hypozinsen bezahle, aber deren Wohnung ist Bezahlt, sie haben keine schulden, und wenn ihnen etwas nicht passt kündigen sie innert 3 Monaten.
  • Guido  Gigliotti , via Facebook 16.12.2016
    Das Problem ist nicht der zins sondern die Eigenmitteln. Ich bezahle 2850.- miete für eine 4 Zimmer Wohnung, auch bei einem Zins von 5 Prozent würde ich weniger Zahlen aber ich habe halt diese 20-30 Prozent Eigenmittel nicht, die Banken sollen doch darüber mal nachdenken statt die Zinsen zu senken
    • Elias  Schnitzler aus St. Gallen
      16.12.2016
      Ich zahle 600.00 Fr Zins und 500.00 Fr Eigenmietwertsteuer pro Monat für das ganze EFH. Ich lache mich kaputt über die Mieter !
    • Matt  Jaeger 16.12.2016
      Die relativ geringen Eigenmittel sind leider unabdingbar. Wenn der Immobilienmarkt dreht und die Liegenschaften an Wert verlieren (ein durchaus mögliches Szenario, wie die Vergangeheit leider zeigt) kann die Bank sogar noch weitere Eigenmittel einfordern, falls die Eigenmittelgrenze unter 20 Prozent fällt... das sind dann die Geschenke, die zu Zwangsversteigerungen führen. Daher mit Eigenheimen NIE ans Limit gehen... lebt sich wesentlich entspannter!
    • Pascal  Müller 16.12.2016
      Ohhhh mein Mitleid... vielleicht sollten sich gewisse Möchtegerneigenheimbesitzer mal überlegen wie sie etwas auf die Seite legen können! Klar, jeder hat das Recht eine grosse, schöne Wohnung möglichst noch in der City zu mieten, wenn er es sich leisten kann. ABER den Fünfer, Weggli und die Bäckerstocher gibt es meist nicht. Wer Jahre, Jahrzehnte nichts auf die Seite legen konnte, kann dies meist auch nicht mit einem Eigenheim! Zieh doch in eine Wohnung welche 1000 p.M. weniger kostet! Gibt es!
  • Charles  Branson 16.12.2016
    Aus reiner Geld- und Profitgier interessiert es die Raiffeisenbank anscheinend nicht, den Immobilienmarkt anzuheizen. Solche Manager haben aus der Vergangenheit leider nichts gelernt und müssten subito entlassen werden.