Trotz Lohn-Senkungen Sauter entlässt 100 Mitarbeiter in Basel

BASEL - Gratis-Überstunden und Lohnsenkung halfen nicht. Der Basler Raumautomations-Hersteller streicht ein Drittel der Stellen.

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«Für Lebensräume mit Zukunft»: Der Firmenslogan bewahrheitet sich nicht für alle Mitarbeiter.

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Die Sauter AG ist laut Konzern-Slogan ein Unternehmen «für Lebensräume mit Zukunft» – die aber sieht schwarz aus. Einer von drei Mitarbeitern muss gehen. Das hat der Basler Gebäudemanagement und Raumautomationshersteller Sauter am heutigen Dienstag auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt. 100 der 300 am Basler Hauptsitz Stellen sind betroffen.

«Durch diese Massnahmen wird der Standort Basel langfristig gestärkt und gesichert», schreibt Sauter in einer Mitteilung. Sauter-CEO Werner Karlen (49) sagt gegenüber BLICK

Die Gewerkschaften vermuten das Gegenteil: Sauter stelle «die Aufrechterhaltung der Produktionskette und somit den gesamten Produktionsstandort Basel in Frage», schreibt die Unia in einer Mitteilung.

«Affront gegenüber den Beschäftigten»

Die Gewerkschaft spricht von einem «Affront gegenüber den Beschäftigten». Die arbeiten seit vergangenem Frühjahr zu grossen Teilen jede Woche gratis vier Stunden mehr. Alle Mitarbeiter – inklusive Management – verdienen fünf Prozent weniger als noch vor dem Frankenschock.

Kurzum: Das Unternehmen spart. Karlen sagt gegenüber BLICK, ihm tue es Leid, dass Mitarbeiter gehen müssten. «Mit 300 Mitarbeitern kann ich das Unternehmen aber nicht in schwarze Zahlen führen.»

Die Unia findet diesen «massiven Stellenabbau» nicht nachvollziehbar, da es dem Konzern finanziell gutgehe.

50 Stellen gehen ins deutsche Freiburg

Sauter dagegen spricht davon, dass der Basler Werkstandort «in den letzten Jahren aufgrund des starken Frankens unter Druck geraten» sei. Die Geschäftsleitung habe deshalb entschieden, in diesem Jahr einzelne Produktionsbereiche an Drittunternehmen auszulagern. Weitere Teile der Produktions- und Verwaltungsfunktionen, insgesamt etwa 50 Stellen, gehen ins 40 Zugminuten entfernte deutsche Freiburg.

Bereits im Mai letzten Jahres hatte der Konzern angekündigt, dort einen Zweit-Standort für Produktion, Entwicklung und Verkauf aufzubauen. Damit wolle Sauter dem starken Franken, der das Unternehmensergebnis belastet, «entgegenwirken», wie es damals hiess.

Die Entlassung sind Teil einer grösseren Umstrukturierung Teile der Produktion werden ausgelagert an andere Unternehmen in Sri Lanka, Estland und Deutschland.

Publiziert am 02.02.2016 | Aktualisiert am 12.05.2016
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5 Kommentare
  • süleyman  kovanci 02.02.2016
    Wieso wird das schweizer franken nicht um 20 prozent abgewertet ?? Welche trifftige gründe gibt es dagegen?? Wenn das so weitergeht mit stellenabbau in fast allen branchen,sehe ich schwarz für die schweizer wirtschaft !
  • rolf  sulzer 02.02.2016
    Blick, bitte noch nachreichen, wie viele dieser 100 zu entlassenden, Grenzgänger sind, das Werk liegt bekanntlich nur etwa 3 km von der D-Grenze entfernt. Viele Schweizer und Schweizerinnen leiden auch unter dem Job-Tourismus in dieser Region, wo tagtägliche Staus an Schweizergrenzen durch Lö-Fahrzeuge verursacht werden. Könnte da Bundesbern nicht auch einmal intervenieren und entspreche Gebühren einführen? Als Kompensationen der 50€ MwSt Rückforderungs-Ohrfeige.
    • Urs  Saladin , via Facebook 03.02.2016
      Vermutlich werden weit mehr Schweizer den Job verlieren als Grenzgänger, obwohl diese näher bei Freiburg liegen. Sind die 50 Stellen, die nach Freiburg ausgelagert werden, in diesen 100 auch eingerechnet? Wohl eher nicht, da sicher jeder für diese Verlagerung ein Angebot bekommen wird, zu einem tieferen Lohn und mehr Fahrtkosten. Diese Stellen werden ja nicht abgebaut, sondern verlagert.
  • Pietro  Secreto aus Kölliken
    02.02.2016
    Dafür kriegt ende Jahr irgendein Sesselfurzer in der Teppichetage bestimmt ein unverschämt hoher Bonus.
  • alexa  sommer aus frauenfeld
    02.02.2016
    Ist das wieder ein Auslands-Geschäft ?!, immer die gleichen Drohungen.....
    Die Schweiz bleibt beim Franken, auch wenn es den einten Geschäftler nicht passt !