Trotz Detailhandel-Krise Lidl zahlt 100 Franken mehr Mindestlohn

Der Discounter drückt die Preise nach unten, aber die Löhne nach oben. Ab März erhalten Lidl-Angestellte mehr.

Mitarbeiter in einer Filiale von Lidl Schweiz in Frauenfeld play
Lidl-Angestellte dürfen sich ab März auf einen höheren Lohn freuen. Keystone

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Die Schweizer Ländergesellschaft vom Discountgiganten Lidl erhöht die Löhne um 1 Prozent und hebt die Mindestlöhne um 100 auf neu 4'100 Franken (x13) an.

«Schweizweit verdient kein Lidl-Mitarbeiter künftig weniger als 4'100 Franken im Monat bei einem Pensum von 100 Prozent, sagt Länderchef Georg Kröll (48) im Gespräch zu BLICK. Der neue Mindestlohn gelte ab 1. März 2016.

Treueprämien ab dem zweiten Jahr

Im Gesamtarbeitsvertrag mit den Gewerkschaften Syna und dem Kaufmännischen Verband Schweiz wurden weitere Lohnerhöhungen verankert: Zweijährig Gelernte bekommen künftig mindestens 4'200 Franken, dreijährig Gelernte 4'350 Franken. Oben drauf gibts für Mitarbeiter nach dem zweiten Anstellungsjahr eine monatliche Treuprämie von 200 Franken.

Läuft Lidl das Personal davon?

Die Lohnoffensive Lidls erstaunt die Branche. Man munkelt, dass der Discounter offenbar Probleme habe, Personal zu rekrutieren. «Wir erhalten eine grosse Zahl an Bewerbungen und können ausreichend neue Mitarbeiter verpflichten», widerspricht Kröll.

Er begründet die Lohnrunde mit dem guten Geschäftsgang des Discounters: «Lidl Schweiz ist profitabel, wir wachsen trotz Preissenkungen. Von dieser positiven Entwicklung sollen unsere Mitarbeitenden auch etwas haben», sagt Kröll. 

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Georg Kröll (48), seit Oktober 2014 Chef von Lidl Schweiz, im Verteilzentrum in Sévaz. Karl-Heinz Hug

Lob von Gewerkschaft

Für den Chef ist klar: «Mit dieser Lohnerhöhung setzen wir ein deutliches Zeichen im Schweizer Detailhandel.» Dass die Sozialpartner applaudieren, verwundert nicht.

«Die Lohnsummenerhöhung von 1 Prozent sucht in den Lohnrunden 2016 im ganzen Detailhandel seinesgleichen», lobt Syna stellvertretend.

Allerdings: Einem Discounter mit wenigen Tausend Mitarbeitern wie Lidl tut es weniger weh, die Lohnsumme auch in schwierigen Zeiten anzuheben als einem Grossverteiler mit Zehntausenden von Mitarbeitern. 

Weniger bei Denner, dafür mehr Ferien

Im Wettbewerb um den besten Mindestlohn hat Aldi Schweiz immer noch die Nase vorn: Ungelerntes Verkaufspersonal bekommt bei Aldi mindestens 4'275 Franken monatlich (x13). Bei Denner sind es 4'025 Franken (x13). Punkto Wochenstunden führt Lidl mit 41 Stunden, gefolgt von Aldi (42) und Denner (43). Dafür gewährt die Migros-Tochter 6 Wochen Ferien, bei den deutschen Discountern sind es je 5 Wochen pro Jahr.

Publiziert am 05.02.2016 | Aktualisiert am 21.03.2016
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14 Kommentare
  • André  Ammann 05.02.2016
    Zu Herrn Ferdinand Frei möchte ich sagen: Wir leben hier in der Schweiz und unsere Lebenshaltungs-Kosten sind wahrscheinlich auch höher. Betrachten sie den Netto-Lohn und rechnen mal alles durch.
  • André  Ammann 05.02.2016
    Das ist ja zu begrüssen und ich mag es allen Angestellten gönnen. Nur gibt es da noch Fragen:
    Was ist wirklich der Grund dafür? Zahlt Lidl in Deutschland auch freiwillig mehr? Wird dieser grössere Lohn in der Schweiz auf Kosten der ausländischen Angestellten bezahlt? Wie funktioniert der Einkauf bei Lidl? Drückt Lidl den Preis bei den Produzenten extrem?
  • Max   Hasenei 05.02.2016
    Kommt auf den ersten Blick positiv rüber. Aber wie viele Angestellte haben oder machen ein Pensum von 100 Prozent.
  • Michael  Falk , via Facebook 05.02.2016
    So ein böser böser Ausländerladen...was sagt man dazu ? Super Lidl!!
  • urs  waelchli 05.02.2016
    Aber bei uns Lebensmittelproduzenten senken sie die Einkaufspreise weiter! Würde als Lidl Angestellter einen höheren Lohn haben, als als Lebensmittelproduzent!