Hunderte Jobs bei Postfinance gefährdet Post-Bänkler zittern vor «Victoria»

Bei Postfinance bleibt kein Stein auf dem anderen. CEO Hansruedi Köng kündigt für nächstes Jahr einen Stellenabbau an. Insider glauben, dass Hunderte von Jobs wegfallen.

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Die Postfinance will sich neu organisieren. Keystone

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Es rumort bei der Postfinance. Wie der Personalverband Transfair heute meldet, will sich die Banktochter des gelben Riesen neu aufstellen. Bis Februar 2017 soll mit dem Programm «Victoria 2017–2020» eine neue Organisationsstruktur erarbeitet werden, schreibt der Verband. Für Transfair ist klar: Die Postfinance wird Stellen abbauen.

«Hier verliert vor allem die Arbeitnehmerseite. Es ist mehr als bedauerlich, dass die Postfinance zu solchen Reorganisationen der Strukturen gezwungen ist», sagt Pascal Deschamps von Transfair.

Wie viele Jobs betroffen sind, ist unklar. Ein Insider sagte der «Handelszeitung» gestern Abend, dass «mehrere Hundert» Stellen abgebaut werden sollen. 2015 zählte die Postfinance 3571 Vollzeitstellen.

Neue Strategie wird geprüft 

Postfinance-Sprecher Reto Kormann dämpfte jedoch ab. Man plane keinen Stellenabbau, überprüfe aber die Unternehmensstrategie. «Das kann Auswirkungen auf den Personalkörper haben – die Struktur folgt bekanntlich der Strategie», sagt er. Postfinance-Chef Hansruedi König wird in einer internen Mitteilung deutlich: «Wir werden per 2020 weniger Personal benötigen.»

Klar ist: Die Postfinance ist unter Druck. Wegen des Postorganisationsgesetzes darf die gelbe Bank nicht selbständig Hypotheken und Kredite vergeben. Postfinance sitzt auf einem Berg von Kundengeldern und kann daraus keinen Profit schlagen.

«Jedes Jahr bricht der Postfinance so ein hoher zweistelliger Millionenbereich weg», sagte Post-Chefin Susanne Ruoff jüngst der «Finanz und Wirtschaft».

Auch die Post ist im Umbruch. Der Konzern kündigte vor zwei Wochen an, dass in den nächsten vier Jahren bis zu 600 Poststellen verschwinden werden. Davon betroffen sind rund 1200 Mitarbeiter.

Publiziert am 08.11.2016 | Aktualisiert am 18.12.2016
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  • Lucas  Frei 09.11.2016
    Die Post hat, anstatt sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, entschieden auch als Bank trotz fehlender Lizenz und realistischer Aussicht auf eine solche operieren zu wollen. Seit 2012 hat sie eine Lizenz mit Auflagen (keine Kredite und keine Hypotheken, das macht die UBS für die Post). Somit wird hier was beklagt was nie hat sein können, bzw. die Strategie war und ist falsch. Bei normalen Unternehmen im werden bei solch fataler Strategie die Verursacher in die Verantwortung genommen.
  • Armin  Bruesch aus Thusis
    09.11.2016
    Ich begreife all den Frust, den die Kommentare beinhalten. Leider ist es das Zeichen der Zeit, wenn nicht umgestaltet und rationiert wird, dann wird die Post von der Konkurrenz ganz ausgehebelt. Es ist ein Globales Problem, daran können auch Schweizer Unternehmen nicht all zu viel tun. Die Wut auf die Sessel Kleber in den oberen Etagen ist nachvollziehbar, sie sichern sich ihre Millionen und Boni schon bei Vertragsabschluss ab - und das nicht zu knapp. Der Globale Untergang ist vorprogrammiert!
  • Michael  Höchli aus Rüdlingen SH
    08.11.2016
    Es fühlt sich an wie eine Ironie des Schicksals: Das Umstrukturierungsprogramm der PostFinance trägt den gemeinen Namen „Victoria 2017-2020“. Victoria (lat.) heisst „Sieg“. Als reichlich entlöhnte Sieger aus dieser Reorganisation dürften mit Sicherheit ausschliesslich die Teppichetagen hervorgehen. Schuld trägt aber auch das eidg. Postorganisationsgesetz: Es ist blanker Irrsinn, dass der gelbe Riese Negativzinsen für ihre Kundengelder zahlt, aber keinen Zugang zum Hypothekar- und Kreditmarkt hat
  • Kurt  Mäschli 08.11.2016
    Das ist eben das traurige an der Globalisierung. Würde man Post und PF nicht privatisieren könnten alle locker erwirtschafteten Millionen ungehindert der AHV und den Steuern zugeteilt werden. Aber das Volk wollte es ja anders.In D geht man bereits wieder den umgekehrten Weg. W-Werke und E-Werke werden von den Kommunen wieder zurück gekauft. In der CH dauert es etwas länger!
  • Walter  Schwaebsch aus Balgach
    08.11.2016
    Königs Millionenbonus hängt schliesslich vom Profit ab. Der zieht alles ohne Rücksicht auf personelle Verluste durch. In der Schweiz ist der Manager eben König, die Angestellten haben kaum Rechte und Mitbestimmung gibt es sowieso nicht.