Rabenschwarze Aussichten für Schweizer Tourismus Tourismus: «Jetzt müssen wir die Ärmel hochkrempeln»

  • Publiziert: 19.05.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Matthias Pfander

ZÜRICH – Die Ökonomen rechnen damit, dass die Zahl der Hotelübernachtungen in diesem Sommer einbrechen wird. Schweiz Tourismus wehrt sich dagegen, schwarz zu malen.

Einen Einbruch wie seit 25 Jahren nicht mehr: So sieht die Prognose bei den Hotelübernachtungen in diesem Sommer aus. Konkret gehen die Ökonomen des Staatsekretariats für Wirtschaft davon aus, dass zwischen Mai und Oktober 2009 die Hotelübernachtungen um 7,2 Prozent einbrechen werden.

Für das gesamte Tourismusjahr, von November bis Oktober betrachtet, soll der Rückgang laut Prognose 6,7 Prozent betragen. Der krasseste Einbruch seit dem zweiten Weltkrieg. Erst ab Winter 2010 wird wieder mit einer Erholung gerechnet.

Warnung vor Dumping-Preisen

Die Gründe für die Schwarzmalerei: die Finanzkrise und der starke Franken. Das hält die Gäste fern. Besonders bei ausländischen Gästen wird der Rückgang stark sein (-9,5%). Der Binnentourismus wird aber auch um 3,9 Prozent zurückgehen.

Diese Perspektiven nimmt man auch bei der Marketingorganisation «Schweiz Tourismus» sehr ernst. Auch noch aus einem anderen Grund: «Der Umsatzeinbruch wird noch drastischer ausfallen als der Rückgang bei den Übernachtungen», sagt Sprecherin Edith Zweifel. Weil die Preise unter Druck kommen. Sie warnt aber: «Dumping-Preise wären jetzt eine völlig falsche Reaktion.»

Allzu schwarz will man die nahe Zukunft bei «Schweiz Tourismus sowieso nicht malen. Die Schweiz sei mit der Natur und ihrem schonenden Tourismus gut positioniert. «Wir sind nicht pessimistisch. Aber jetzt müssen alle die Ärmel hochkrempeln», sagt Zweifel.

Tagestourismus profitiert

Den stärksten Einbruch erwartet die Organisation bei Luxushäusern der Hotelkategorien mit 4 und 5 Sternen sowie bei Geschäftsreisen. Deshalb leiden vor allem die grossen Städte darunter.

Vermieter von Ferienwohnungen könnten von der Entwicklung hingegen profitieren. Weil die Touristen aus dem In- und Ausland auf Sparkurs vermehrt dort absteigen. «Auch der Tagestourismus wird profitieren, und der bringt immerhin schon heute 8 Milliarden Franken pro Jahr ein. Nur erscheint er nicht in der Statistik», so Zweifel. (pft)

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