Thurgauer Firma baute US-Pavillon für Mailänder Expo Amis schulden Nüssli noch über 13 Millionen Franken

HÜTTWILEN TG - Das Thurgauer Unternehmen Nüssli hat den US-Pavillon an der Weltausstellung 2015 in Mailand gebaut. Sie sitzt immer noch auf Rechnungen von 13,6 Millionen Franken.

Expo: USA schuldet Nüssli Firma aus Thurgau über 13 Millionen Franken play
Der US-Pavillon an der Expo in Mailand. Keystone

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Tui-Chef Martin Wittwer (55) «Höhere Preise im Reisebüro können wir uns...
2 Rüstungskonzern gründet Firma im Nahen Osten Ruag expandiert in...
3 Metzger schneidet das Fleisch nach Wunsch Coop bringt die...

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

Die Wirtschaftsmacht der Welt begleicht ihre Rechnungen nicht. Die USA schulden dutzenden Firmen immer noch Millionen für deren Leistungen an der Expo in Mailand von letztem Jahr.

Darunter ist die Firma Nüssli: Die Das Unternehmen aus Hüttwilen TG hatte dort den amerikanischen Pavillon gebaut. Dies schreibt der «Tages-Anzeiger» in seiner heutigen Ausgabe.

Laut letztem Stand belaufen sich die Schulden der Weltmacht bei Nüssli auf 13,6 Millionen Franken. Eine hohe Summe für ein KMU mit 450 Mitarbeitern. Die Firma ist für seine temporären Stahlrohr-Konstruktionen bekannt und baut auf der ganzen Welt. An der Expo Mailand baute sie ganze neun Pavillons – unter anderem jenen der Schweiz.

Jetzt soll die Politik helfen

Die Firma hat wegen der Angelegenheit schon die Politik zu Hilfe gerufen. Der Fall Nüssli soll schon in mehreren bilateralen Treffen zwischen der Schweiz und den USA besprochen worden sein. Zur Debatte steht, ob eine offizielle diplomatische Intervention des Bundesrates helfen würde. Ob diese schon erfolgt ist, ist unbekannt.

Das Problem ist die Art, wie die Amerikaner ihre Expo-Auftritte organisieren: Es ist dem US-Aussenministerium per Gesetz verboten, Steuergeld für Weltausstellungen auszugeben. Deswegen muss es die Mittel bei privaten Sponsoren sammeln.

Spezialgesetz für die Schuldner?

Verantwortlich dafür war für die Mailänder Expo 2015 Aussenminister John Kerry (72). Der schaffte es aber nicht, die insgesamt benötigten 60 Millionen Franken aufzutreiben. Folge: Nüssli und 40 andere Gläubiger fordern Geld von einem mitellosen Schuldner.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Kerrys Ministerium will per Spezialgesetz ausnahmsweise Steuergelder dazu verwenden dürfen, die Expo-Schulden zu tilgen. Dazu fehlt aber noch die Zustimmung vom republikanisch dominierten Kongress. (kst)

Publiziert am 01.12.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
teilen
teilen
0 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

9 Kommentare
  • Peter  Müller aus Zürich
    01.12.2016
    Es ist generell schwierig, mit Staaten Verträäge zu machen. Denn es gibt staateninterne Abmachungen. Wenn keinen Gelder des Staates eingesetzt werden dürfen, was im Vertrag stehen müsste, muss man wohl Vorauszahlung verlangen. Oder eine Garantiesumme der eigenen Regierung.
  • Nick  Rolaris aus Zürich
    01.12.2016
    War nicht gerade vor kurzem die US-Aussenministerin beim Bund betreffend Snowden. Da hätten sie das doch gleich klären können. Per Betreibung.
  • Georg  Kuster 01.12.2016
    Wieso soll die Politik helfen? Es ist alleinige Sache des Unternehmens auf dem Rechtsweg, und dem auf dem Vertrag zu Grund liegenden Gerichtsstand, die Forderung einzutreiben oder Klage zu erheben. Hätten die Amerikaner bezahlt. Das ist keine politische Angelegenheit. Und das die USA überall Schulden haben ist nicht gerade neu, denen hätte ich ohne Vorauszahlung nicht mal eine Eisenstange gegeben.
  • Pietro  Morettini aus Andermatt
    01.12.2016
    Das Geld muss wohl abgeschrieben werden. Passt zu den USA. Blenden, täuschen, lügen und angeben. Es gibt keine andere Nation die dies fast in Perfektion beherrscht.
  • Markus  Hofer 01.12.2016
    Typisch Amiis, auf der ganzen Welt Polizist spielen und Kriege finanzieren können sie aber dann die Lieferanten nicht bezahlen...
    Das erinnert doch an die europäischen Königshäuser vor der französichen Revolution.