Teure Krankenkassen, Littering und «Schweiz-Zuschlag» Hier drückt die Schweizer der Schuh

Im Jahr des Frankenschocks nerven sich immer mehr Schweizer über zu hohe Preise. Auch das ständig teurer werdende Gesundheitswesen macht vielen Bauchweh. Das zeigt der «Pulsmesser 2016» des Konsumentenforums.

Das Gesundheitswesen steht zu oberst auf der Liste der Sorgen der Schweizer. play

Das Gesundheitswesen steht zu oberst auf der Liste der Sorgen der Schweizer.

Keystone

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Die hohen Gesundheitskosten und die ständig steigenden Krankenkassenprämien bereiten den Schweizern am meisten Sorgen. Zu diesem Schluss kommt das Konsumentenforum (KF) in seiner jährlichen Umfrage. Der «Pulsmesser» fragt die Konsumenten seit elf Jahren, wo sie der Schuh drückt.

92 Prozent der Befragten gibt die Entwicklung im Gesundheitswesens zu denken. Vor allem ältere Menschen (96%) sorgen sich um die hohen Medikamentenpreise. Jüngere nerven sich dagegen eher darüber, dass Medikamente im Ausland bedeutend günstiger sind, schreibt das Konsumentenforum in einer Mitteilung.

«Es gibt keinen anderen Budgetposten, der jahrelang so überproportional zulegt. Die steigenden Kosten mindern schlicht Jahr für Jahr weiter die Kaufkraft der Konsumenten», sagt Babette Sigg, Präsidentin des Konsumentenforums. 

Schweiz hat ein Littering-Problem

Auf Rang zwei des Sorgenbarometers steht  - etwas überraschend - die Wegwerfkultur und ihre Folgen. 33% der Befragten fanden, dass die Schweiz ein Littering-Problem hat - wobei die über 50-Jährigen diesen Eindruck stärker haben (47%) als die unter 30-Jährigen (19%). 84 Prozent bereitet die zunehmende Wegwerfmentalität Sorgen.

Stärker ins Bewusstsein gerückt ist zuletzt auch wieder die Lebensmittelsicherheit, wie das Konsumentenforum mitteilt.  Die Auswirkungen von Antibiotikaresistenzen, gentechnisch veränderten Lebensmitteln oder Chemikalien auf Nahrungsmittel beschäftigten rund drei Viertel der Befragten mehr oder weniger stark. Vor allem die Westschweizer, Menschen mit höherer Schulbildung, über 50-Jährigen sowie auf dem Land Wohnende gaben an, sich häufiger mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Nicht mehr als 10 Prozent teurer

Wenig überraschend: Im Jahr der Aufhebung des Euro-Mindestkurses nervt sich ein Grossteil der Schweizer über die hohen Preise im Vergleich zum nahen Ausland. Jeder Vierte sieht beim «Schweiz-Zuschlag» dringenden politischen Handlungsbedarf. 8 von 100 Schweizern fordern gleiche Preise wie in Deutschland oder Frankreich. 32 Prozent könnten mit Blick auf die höheren Schweizer Löhne mit 10 Prozent teureren Preisen leben. (pbe)

Publiziert am 13.01.2016 | Aktualisiert am 13.01.2016
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30 Kommentare
  • Werner  Steingruber aus Flawil
    14.01.2016
    und was unternimmt der verantwortliche bundesrat dagegen?
  • alois  Leimgruber aus Villmergen
    14.01.2016
    Es gibt nur eins KRK-Prämien nach Einkommen, aber das Volk wollte es nicht. Heute bezahle ich als Rentner 15 Prozent meines Einkommens. Die Profiteure unseres Krankenwesen sind die Reichen und Gutverdienenden. Also nicht jammern ihr habt es so gewollt.
    • Marion   Jost aus Schönenwerd
      14.01.2016
      Schön dass das hier auch noch jemand erkannt hat! Der Ärztestopp wurde vom bürgerlichen NR gekippt! Es ist doch wirklich mehr als offensichtlich was hier abgeht! Diesen Parteien ist der kleine Bürger total egal! Hauptsache die eigene Tasche wird kräftig gefüllt! Aber sehen tut das niemand da die Wähler die fremdenfeindliche Brille auf der Nase habe!! Schlussendlich wird alles den Ausländern in die Schuhe geschoben dabei sind es die Parteien die hier Wildwuchs zulassen!
  • Rolf  Hess 14.01.2016
    Jeder Arzt, der nach der Lockerung des Moratoriums für Einwandererärzte eine Praxis eröffnen darf, kosten uns weitere 500 000 Franken im Jahr. Abgerechnet über die KK Prämien. Die gehören dann auch wieder zur Masseneinwanderung. In Deutschland sind die Spezialisten schon wieder in den Startlöchern.
  • Arnold  Sommerhalder aus Walterswil
    13.01.2016
    Wow was Frau Jost alles weiss! Wenn es nach ihr gehen würde hätten wir bestimmt eine bedingungsloses Grundeinkommen von mindestens 5000.-/Monat, natürlich gratis medizinische Versorgung für alle, sowie gratis Anwälte für alle die die SVP einklagen möchten, oder so ähnlich.
    • Marion   Jost aus Schönenwerd
      14.01.2016
      Wer nichts zu sagen hat oder keine Argumente mehr hat, fängt an andere zu beleidigen! Schönes Beispiel Varoufakis! Wer sich informiert weiss selber auch dass ich damit recht damit habe!
  • Silvio  Mayer , via Facebook 13.01.2016
    Diejenigen, welche Preise wie in Deutschland möchten, sollten endlich aufwachen. Das heisst auch: Löhne wie in Deutschland, Lebensstandard bezgl. Wohnen / Autos wie in Deutschland. Jetzt kommen in der Schweiz immer mehr Branchen unter Druck. Es müssen Leute entlassen werden und die Stellen, die bleiben, können nur noch schlecht bezahlt werden, weil die Kunden immer tiefere Preise wünschen. Das ist die Realität: Kein Job oder einer für 3200.- im Monat.
    • Martin  Ficinus 13.01.2016
      Was ist an den autos und wohnungen deutschland anders?
    • Silvio  Mayer , via Facebook 13.01.2016
      @Martin Ficinus: Bezahlbare günstige Wohnungen heisst Altbau, niedriger Ausbaustandard, suboptimale Lage. Bezahlbares Auto heisst Kleinwagen / Occ. Das ist für Normalverdiener in DE Realität. Und wenn wir deutsche Preise wollen und somit auch Ja zu deutschen Löhnen sagen müssen, dann ist es vorbei mit Neubau Wohnung in Stadtnähe, 2 Premium Autos und 5 Wochen Auslandsferien im Jahr. Fünfer und es Weggli gibt es nicht. Willkommen in der Realität!
    • Martin  Ficinus 13.01.2016
      Also ich gehöre zu den normal verdienern....und muss sicherlich kein vw polo fahren und auch bei uns werden schöne neue häuser gebaut und alte saniert...auch wenn sie es nich glauben ist aber tatsächlich so.und bei uns verdienen auch nicht 80 Prozent 8,50€ im monat.und auch das sozial system sowie das gesundheitssystem sind fast gleich.verückt oder? Mal schlau machen.....sollte helfen
    • Martin  Ficinus 13.01.2016
      und jetzt and hand von mir mal das beispiel einens normalverdieners.ich bin verheiratetmeine frau ist hausfrau und habe 1 kind und
      habe einen festlohn von 3000 euro brutto+12 euro pro tag steuerfrei.von diesen 3000 brutto werden abgezogen:krankenkasse,rentenversicherung,arbeitslosenversicherung,pflegeversicherung,steuern.mir bleiben abzüglich aller abzüge 2169+12euro pro tagca. 220 euro pro monat+kindergeld 190 euro+450 euro vom minijobist ebenfalls steuerfrei von meiner fau
    • Martin  Ficinus 13.01.2016
      macht also zusammen 3029 euro pro monat. miete haben wir 750 euro 3 zimmer mit garten und terasse am rand von stuttgart und wie verwunderlich ist es kein altbau.im übrigen ist meine frau und mein kind bereits mit über meine krankenversicherung abgedecktstandart in DE kfz steuer pro jahr:236 euro,kfz versicherung:680 euro pro jahr. und bei uns gibt es genauso alt+neubau wohnungen wie in der schweiz. und die häuser werden bei uns auch mit ziegeln und sogar auch mit fenstern gebaut.verrückt welt
    • Silvio  Mayer , via Facebook 13.01.2016
      @Martin Ficinus Vielen Dank für Ihre interessanten Angaben. Selbstverständlich gibt es auch in Deutschland Neubau, so war es nicht gemeint. Nur halt, dass solche Wohnungen auch in DE teuer sind. 750 EUR für den Raum Stuttgart scheint mir sehr preiswert zu sein, da habe ich von dt. Kollegen schon ganz andere Mietpreise gehört. Und EUR 3000 brutto ist ein anständiger Lohn. z.B. im Bereich Technik habe ich von Löhnen EUR 2000 bis 2500 Brutto gehört.