Tausende Firmengründungen UBS und CS sind auf den Bahamas dick im Geschäft

Seit 1990 haben die UBS und Credit Suisse auf den Bahamas tausende Firmen gegründet. Noch heute setzen die Grossbanken auf den Inselstaat.

Bahamas-Leaks: UBS und Credit Suisse ganz vorne dabei mit Scheinfirmen play
Die UBS gründet noch heute Firmen auf den Bahamas. ALESSANDRO DELLA BELLA

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Der Karibikstaat Bahamas ist wunderschön. Und mindestens genau so diskret. Kein Wunder, hat die Inselnation unter Steuerjägern einen schlechten Ruf.

Trotzdem wird eifrig auf den Bahamas geschäftet. Laut dem «Tages-Anzeiger» wurden seit 1990 über 175'000 Firmen neu auf den Bahamas eingetragen. Finanzdienstleister aus aller Welt setzten auf den Inselstaat – darunter auch die UBS und Credit Suisse

Dies zeigt ein Datenleck aus dem Firmenregister. Demnach haben beide Grossbanken in besagter Zeitspanne je über 9500 Firmen auf den Bahamas gegründet. Damit belegen die Schweizer Banken Platz zwei und drei – gleich hinter Mossack Fonseca, jener Anwaltskanzlei, die im Zentrum des Skandals um die Panama Papers steht. 

Ein Drittel der Firmengründungen

Besonders aktiv waren UBS und CS zwischen 2004 und 2005. Damals trat das Zinsbesteuerungsabkommen mit der EU in Kraft. Viele ausländische Kunden überschrieben ihr Vermögen in der Schweiz an Offshorefirmen – um Steuern zu vermeiden. Während dieser Zeit waren Schweizer Finanzdienstleister für einen Drittel der Firmengründungen auf den Bahamas verantwortlich. Auch aktiv waren Julius Bär, Pictet oder Lombard Odier. 

Unbestritten: Briefkastenfirmen auf den Bahamas sind nicht per se illegal. Jedoch gibt es haufenweise Fälle, wo solche Firmen für Steuerbetrug oder Geldwäsche missbraucht worden sind. 

Viele Banken haben das Geschäft mit Bahamas-Firmen mittlerweile aufgegeben. Hierzulande etwa Julius Bär und die Credit Agricole. Nicht aber die UBS und CS. Sie gründen noch heute am zweit- und dritthäufigsten neue Firmen auf den Bahamas. 

«Gelten strikte Standards»

«Wir verkaufen nicht aktiv Offshorefirmen», schreibt die UBS dem «Tages-Anzeiger». Die Bank nutze auf den Bahamas registrierte Gesellschaften als globalen Standard für die von ihr angebotenen Trusts. Und hält fest: «Für die gesamte Geschäftstätigkeit gelten strikte Standards bezüglich Due Diligence und Bekämpfung von Geldwäscherei». Die überwiegende Mehrheit ihrer Trusts werde zwecks Nachlassplanung eingerichtet. 

Die Credit Suisse äussert sich gegenüber der Zeitung nicht zu konkreten Fragen. Aber: «Die Credit Suisse hält sich bei Firmengründungen an die geltenden Gesetze, Regeln und Vorschriften der Länder, in denen die Bank geschäftlich tätig ist, und verfolgt eine Politik der Steuerkonformität», erklärt ein Sprecher. (bam)

Publiziert am 22.09.2016 | Aktualisiert am 23.09.2016
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  • Erich  Pfister aus der Schweiz
    22.09.2016
    Die Banken haben seit ihrer von den Steuerzahlern finanzierten Rettung nur eines gelernt, nämlich ihre illegalen und widerwärtigen Machenschaften besser zu vertuschen. Und die Stimmberechtigten haben rein gar nichts gelernt, da sie, wenn es darum geht, dass die Superreichen endlich mal ordentlich Steuer zahlten, immer noch so abstimmen, als würden sie in den nächsten zwei, drei Jahren auch zur finanziellen Elite gehören - obwohl ihnen ihr Verstand klar mitteilt, dass dies nie der Fall sein wird.
  • Alex  Gächter aus St.Gallen
    22.09.2016
    Auf den Bahamas tausende Firmen? Ja das hört sich richtig seriös an. In ein paar Jahren heult man dan wieder rum wenn alles auffliegt und man Milliarden an Strafen zahlen muss.
  • Roland  Wyler 22.09.2016
    wir schweizer sind eben überall mit vorne dabei. wir sind wirklich gut. also ich meine wir machen für geld wirklich alles. also im parlament wird der grösste verfassungsbruch begangen nur deshalb weil das parlament gegenüber der eu nicht den volkswillen umsetzen will. wir machen für geld wirklich alles, sogar verfassungsbruch. fazit, der schweizer ist eben überall mit vorne dabei. und das ist gut so, kommt gut, kommt schon gut. swissness eben.