Swissness, Feierabendbier, Stromkosten Das ändert sich 2017

BERN - Schweizer Produkte werden schweizerischer, ledige Mütter erhalten Unterhaltszahlungen für die Kinderbetreuung und Milizfeuerwehrmänner dürfen ein Feierabendbier trinken. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Jahr 2017: Die wichtigsten Veränderungen der Schweiz im Überblick play
 Die Anforderungen an die Energieeffizienz von Neuwagen werden verschärft. GAETAN BALLY

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Auch im neuen Jahr ändern sich viele Gesetze und Regelungen in sämtlichen Bereichen des Lebens. Die wichtigsten Änderungen im Überblick. 

Produkte werden schweizerischer: Wird ein Produkt als Schweizer Produkt angepriesen, müssen künftig strenge Bedingungen erfüllt sein. Das soll die Hersteller echter Schweizer Produkte vor Trittbrettfahrern schützen. Nun tritt ein Gesetzespaket in Kraft: Lebensmittel müssen zu mindestens 80 Prozent aus Schweizer Rohstoffen bestehen, bei industriellen Produkten müssen mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Zudem muss die Tätigkeit, die dem Produkt seine wesentliche Eigenschaft verleiht, in der Schweiz stattfinden. Für Lagerbestände gilt eine Übergangsfrist von zwei Jahren.

Besserer Unfallschutz: Wer kurz vor Antritt einer Arbeitsstelle verunfallt, ist besser geschützt. Mit dem revidierten Unfallversicherungsgesetz sind neu auch Personen versichert, die einen gültigen Arbeitsvertrag besitzen, aber die Stelle noch nicht angetreten haben.

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Die Anforderungen an die Energieeffizienz von Neuwagen werden verschärft. GAETAN BALLY

Strengere Anforderungen an Neuwagen: Verschärft werden die Anforderungen an die Energieeffizienz von Neuwagen. Damit will der Bund erreichen, dass nicht mehr jedes siebte neue Auto in die beste Kategorie fällt. Zusätzliche Angaben auf der Energieetikette sollen Autokäufern ermöglichen, einen energie- und umweltbewussten Kauf zu tätigen.

Gelockertes Alkoholverbot: Fahrer von Milizfeuerwehren dürfen ab Januar ein Feierabendbier trinken, wenn keine spezielle Pikettregelung besteht. Für die Lenker gilt wieder der ordentliche Grenzwert von 0,5 Promille.

Neues 20er-Nötli: Nach der neuen 50-Franken-Note kommt nächstes Jahr auch die neue 20er-Note in Umlauf. Gemäss der Schweizerischen Nationalbank wird der 20er erstmals am 17. Mai 2017 ausgegeben.

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Hundehalter müssen nicht mehr zwingend einen Kurs besuchen, da das nationale Hundekursobligatorium abgeschafft wird. GAETAN BALLY

Hundehalter an längerer Leine: Hundehalter müssen nicht mehr zwingend einen Kurs besuchen, da das nationale Hundekursobligatorium abgeschafft wird. Empfohlen sind die Kurse aber weiterhin, und die Kantone können den Besuch vorschreiben.

Stromkosten bleiben im Rahmen: Für die Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bezahlen Stromkonsumenten neu einen Zuschlag von 1,5 Rappen pro Kilowattstunde. Das sind 0,2 Rappen mehr als heute. Insgesamt dürfte die Stromrechnung aber nicht teurer werden.

Analoge Telefonleitung hat ausgedient: Die Swisscom wird bis Ende 2017 das analoge Festnetz abschalten. Nachfolgetechnik ist die Internettelefonie. Das bestehende Telefon kann man in fast jedem Fall weiter nutzen. Ausnahme sind Wählscheiben-Telefone oder Telefone ohne #-Taste. Sunrise-Kunden sind von der Umstellung nicht betroffen. Die Nummer zwei hält noch bis 2021 an der alten Telefon-Technik fest. 

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Die Swisscom zieht der analogen Telefonie 2017 den Stecker. PETER KLAUNZER

Unverheiratete Mütter besser gestellt: Bisher hatten ledige Mütter, die ihr Kind betreuten, nur Anspruch auf Unterhalt für das Kind. Für den eigenen Unterhalt mussten sie im Gegensatz zu geschiedenen Frauen selber aufkommen. Künftig sind unverheiratete Mütter nun nicht mehr schlechter gestellt als geschiedene. Bei der Berechnung des Unterhalts zählen neben den direkten Kosten für das Kind neu auch die Kosten für die Betreuung des Kindes durch die Mutter oder den Vater. Jener Elternteil, der das Kind mehrheitlich betreut, erhält einen Betreuungsunterhalt. Der Unterhalt von Kindern hat ausserdem künftig Vorrang vor anderen familienrechtlichen Unterhaltspflichten. 

Hors-Sol-Gemüse nicht mehr deklariert: Nächstes Jahr werden Früchte und Gemüse, die nach dem Hors-Sol-Verfahren produziert wurden, nicht mehr deklariert. Grund: Die Kritik an der Produktionsform ist verschwunden. Das Verfahren gilt heute gar als ressourcenschonend. 

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Hors Sol Gemüse muss ab nächstem Jahr nicht mehr deklariert werden. GAETAN BALLY

Neue Regeln bei Scheidungen: Bei Scheidungen gelten neue Bestimmungen zur Aufteilung der Vorsorgeguthaben. Besser gestellt werden damit Frauen und Männer, die wegen der Betreuung von Kindern nicht erwerbstätig gewesen sind.

Digitale Signatur: Behörden und Unternehmen können ab 2017 mit Zertifikaten garantieren, dass ihre digitalen Dokumente echt sind. Heute steht die qualifizierte elektronische Signatur, die der eigenhändigen Unterschrift gleichgestellt ist, nur natürlichen Personen offen.

Automatischer Informationsaustausch: Am 1. Januar treten die gesetzlichen Grundlagen für den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen in Kraft, die das Bankgeheimnis für ausländische Kunden aufheben. Erst 2018 sollen jedoch die ersten Bankdaten mit Partnerländern ausgetauscht werden.

Mehr Möglichkeiten bei Ausbildung: Wer eine Fachmatur hat und eine Passerellen-Prüfung bestanden hat, kann neu an Universitäten studieren. Bisher brauchte es für die Uni eine Berufsmatur mit Ergänzungsprüfung oder eine gymnasiale Matur. Das neue Weiterbildungsgesetz sorgt dafür, dass der Bund die Weiterbildung in allen Bereichen nach denselben Grundsätzen fördert. Unter anderem ist eine gezielte Förderung des Erwerbs und Erhalts von Grundkompetenzen vorgesehen. Forscherinnen und Forscher schliesslich profitieren davon, dass die Schweiz ab Januar wieder voll assoziiertes Mitglied des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 ist. (SDA/bam)

Publiziert am 31.12.2016 | Aktualisiert am 09.01.2017
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18 Kommentare
  • Karin  Schwegler 01.01.2017
    Alles was und mehr Kosten und Bürden auferelegt wird von der Schweiz von der EU übernommen, alles was und nützen könnte und Kosten sparen - wie Abschaffen des Roaming - nicht. Da sieht man mal wieder was für eine tolle Regierung wir haben. Hauptsache selber kassieren.
  • Roger  Huber 01.01.2017
    " Lebensmittel müssen zu mindestens 80 Prozent aus Schweizer Rohstoffen bestehen". Das würde dann auch bedeuten, dass es ab sofort keine Schweizer Schokolade mehr geben kann.
    • Stefan  Achermann 01.01.2017
      Für Lebensmittel die nicht in der Schweiz wachsen gibt es ausnahmen. Wenn also die Schokolade in der Schweiz Produziert wird ist es Schweizer Schokolade
  • Karin  Schwegler 01.01.2017
    Alles was und mehr Kosten und Bürden auferelegt wird von der Schweiz von der EU übernommen, alles was und nützen könnte und Kosten sparen - wie Abschaffen des Roaming - nicht. Da sieht man mal wieder was für eine tolle Regierung wir haben. Hauptsache selber kassieren.
  • Werner  Schlumpf 31.12.2016
    Dass das nationale Hundekurs-Obligatorium abgeschafft wird finde ich schlecht. Sicher hat es nicht geschadet! Vor allem für neue Hundebesitzer ohne Erfahrung hätte man dies unbedingt beibehalten müssen. Jetzt macht jeder Kanton wieder etwas anderes oder eben gar nichts; 26 verschiedene Gesetze... Ich sage dies mit fast 30 Jahren Erfahrung mit Hunden.
  • Carina  König aus Arbon
    31.12.2016
    Die Regelung mit Waren, die mit Swiss Made gekennzeichnet sind, finde ich sehr gut. Es kann ja nicht sein, dass Firmen ihre Artikel in Indien produzieren lassen und dann für teures Geld in der Schweiz als Swiss Made verkaufen. Hoffentlich wird es wirklich konsequent umgesetzt. Das ist man dem Verbraucher einfach schuldig.