VON
GERD LÖHRERDas grosse Schweigen. Die ersten beiden Angeklagten im Swissair-Prozess haben sich geweigert, zur Sache auszusagen. Das dürfen sie.
Aber ist es auch klug? Im juristischen Sinne vielleicht schon. Man stelle sich vor: Ein halbes Dutzend Verwaltungsräte sagt aus – und widerspricht sich. Es würde Schuldsprüche hageln.
Die hagelt es auch so. Nicht im juristischen Sinne, aber in der öffentlichen Meinung. Die beiden Schweiger bestätigen das Bild, das sich viele Schweizer seit dem Grounding vom Versagerrat machen: Diese Leute sind eingebildet und arrogant. Immerhin ist den Schweizern ein Nationalheiligtum abhanden gekommen.
Vorschlag: Wie wäre es , wenn sich wenigstens einer der Verantwortlichen – sechs Jahre später – öffentlich hinstellen und bekennen würde: «Liebe Landsleute, sorry, aber wir haben Mist gebaut.» Der müsste gar nicht mehr vor Gericht, man würde ihn öffentlich freisprechen.