Beinfreiheit kostet extra Swiss-Gebühren im Steigflug

  • Publiziert: 26.08.2012
  • Von Ulrich Rotzinger
play Neue Gebühr bei Swiss: Wer am Notausgang sitzt, soll mehr bezahlen. (Keystone)

KLOTEN - Bei Billigfliegern abgeschaut: Wer mehr zahlt, darf bald auch bei der Swiss am Notausgang sitzen.

Wenn es darum geht, pro Sitzplatz am meisten Profit herauszuholen, sind die Airlines äusserst erfinderisch.

Angefangen bei der Ticketbuchung. Über verärgerte Kunden, denen die Swiss gleich mehrfach Gebühren abkassierte als sie mehrere Tickets auf einen Rutsch per Kreditkarte zahlten, berichtete BLICK in der letzten Woche.

Jetzt wird bekannt: Notausgangs-Sitze in Swiss-Flugzeugen sollen teurer werden. Die Airline will für diese Sitze mit grösserer Beinfreiheit künftig eine Extra-Gebühr verlangen, berichtet die «SonntagsZeitung». Auch andere Fluggesellschaften verkauften Sitze mit mehr Beinfreiheit teurer, begründet eine Swiss-Sprecherin.

Die Idee dazu kam wohl aus dem Mutter-Konzern. Denn sitzplatzgenau buchen können Kunden bereits bei Germanwings. Der Billigflieger ist wie die Swiss eine Tochter des deutschen Lufthansa-Konzerns. Für einen Aufpreis kann man bei Germanwings fast jeden Sitz wählen.

Ein weiterer Billiganbieter fliegt darauf ab: Easyjet testet zurzeit die sitzgenaue Reservation gegen Aufpreis – offenbar mit Erfolg. «Der definitive Entscheid fällt in den nächsten Wochen», sagt Chefin Carolyn McCall der Zeitung «Sonntag». Sie weiss: «Die Einführung im ganzen Netz würde uns noch attraktiver machen.»

Billigflieger wie Easyjet zwingen die Airlines zum Preiskampf. Im Zuge des im Frühjahr angekündigten Sparprogramms der Lufthansa soll die Swiss dem Mutter-Konzern 100 Millionen Franken beisteuern. Und der Fluggast hilft dabei.

Beliebteste Kommentare

  • Bruno  Brunschwiler , Niederuzwil
    Hätte "unser Bänkler". der bei UBS ein Milliardenloch baute, damals der SWISSAIR 1 Millarde gestopft, hätten wir immer noch eine eigene Fluglinie und nicht eine "SWISS von deutschen Gnaden". Ich höre den Bankier heute noch in Interviews, wie er gesagt hat: Ich kann nicht mehr geben!! Dabei hätte 1 Milliarde mehr, auch keinen Frühling mehr gemacht bei der UBS.
  • Max  Niederberger , Zürich
    Bei mir ist es auch so, dass ich nur noch ungerne fliege.
    Zuerst muss man 1-2 Stunden vor dem Flug im Flughafengebäude antraben, dass elektronische Ticket hat man bereits selbst gebucht, wenn man kein Gepäck hat, darf man sich selbst noch an einem Automaten einchecken, dann geht man durch die Personenkontrolle, muss seinen PC auspacken, wer weiss, noch die Schuhe ausziehen, den Gürtel abschnallen, die Jacke ausziehen, wenn man ein Sackmesser dabei hat, gibt es Aerger und man muss es abgeben usw. und so weiter. Mit Getränken kann es auch Aerger geben. Wenn man zu exotisch aussieht, kann es einem passieren, dass man herausgepickt wird und einer Sonderbehandlung unterzogen wird. Verständlicherweise alles für die Sicherheit, das ist o.k. aber lästig. Dann quetscht man sich in das enge Flugzeug. Wenn der Vordermann mit seinem Sitz noch in die Liegeposition geht, dann kann ess noch enger werden. Der Service was Esssen und trinken betrifft ist nicht mehr das was er einmal war, eventuell muss man noch zusätzlich bezahlen. Angekommen steigt man ziemlich verumpfelt aus, wenn man nicht Business gebucht hat und ist dann meistens noch eine gewisse Zeit unterwegs bis man wirklich angekommen ist, wobei dies in ZH sehr gut geregelt ist.
    Dennoch schlage ich vor, wo immer es in Europa geht: Der Kluge fährt im Zuge. Die Leute im Zug sind zudem noch etwas kommunikativer und man kann eventuell mit der einen oder anderen Person noch etwas schwätzen und kommt danach meistens im Zentrum der Stadt an.

Alle Kommentare (23)

  • Jean-Piere  Neidhart , Sattahip/Chonburi
    Hab mir bei der THAI-International mal einen Sitz am Notausgang reserviert hat nichts gekostet. Man hat zwar mehr Platz fuer die Beine, dafuer ist der Sitz weniger breit. Economie-Class bei Langstreckenfluegen ist fuer Menschen ueber 185cm praktisch unzumutbar. Ich fliege nur noch Buisness-Class, da gibts meistens keine Probleme, das Essen ist viel besser und wenn ich am Ziel ankomme nach einem 11 Std. Flug bin ich erholt und ausgeruht, nicht so wie die armen Teufel in der Zombieklasse;-
    • 27.08.2012
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    • Bruno  Brunschwiler , Niederuzwil
      Ja Herr Neidhart, wenn Sie soviel Geld haben, dass Sie "Buisness" fliegen können, müssen Sie sich über Zusatzkosten in der "Zombieklasse" nicht aufregen. Das Privileg haben nicht alle Passagiere.
      • 27.08.2012
      • als Kommentar auf Jean-Piere  Neidhart , Sattahip/Chonburi
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  • Markus  Künzli , Aarau
    Solange es Leute gibt, die diese Sitze danach immer noch mit Absicht buchen, finde ich nichts falsch am Entscheid der Airline.
    Allgemein frage ich mich, wie man sich heute bei den Flugpreisen beschweren kann, wenn man sie mit denjenigen von vor 30 Jahren vergleicht - dabei bitte Inflation berücksichtigen.
    • 27.08.2012
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  •   Rene Engesser , Geneve
    Frau Beck. Keine Fluege mehr zwischen London, Bruessel und Paris? Taeglich gibt es bis zu 20 Direktfluege zwischen diesen Staedten !!!!!
    • 27.08.2012
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  • Hans  Meier
    Sehe das Problem nicht ganz, es ist ja noch nie jemand gezwungen worden, sich einen Exit Seat zu reservieren. Oder liege ich da falsch? Übrigens ist dies bei SQ schon lange so und die wird auch nicht als Billigairline verpöhnt. Anders sieht es jedoch bei dem Buchungsgebühren aus, die jeder zusätzlich zahlen muss!
    • 27.08.2012
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  • Stephan  Schibler
    Bei der Swiss-Tochter Edelweiss wird bereits heute auf Langstrecken-Flügen für solche Notausgangssitze CHF 100.- anstatt 30.- verlangt, notabene pro Flugstrecke!!! Logisch, dass nun auch die Swiss nachzieht, das offenbar genug Leute gibt, die das bezahlen...
    • 27.08.2012
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