Sulzer-Chef Löscher verteidigt den Oligarchen Vekselberg als Retter Schweizer Traditionsfirmen?

ZÜRICH - Unter der Ägide von Viktor Vekselberg geht es mit Schweizer Firmen bergab. Sulzer-Chef Peter Löscher sieht den Russen dagegen als Retter traditioneller Unternehmern – und erklärt, dass er sich für die Zukunft von Sulzer im Silicon Valley umschaut.

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Viktor Vekselberg (58) hat kein glückliches Händchen. Die «Bilanz» listet ihn unter den Hauptverlierern des Jahres 2015 auf. In zwölf Monaten hat der russische ­Oligarch Viktor Vekselberg, so schätzt das Wirtschaftsmagazin, etwa drei Milliarden Franken verloren.

Gerade seine Schweizer Investments dürften dem Wahl-Zuger keine Freude bescheren. 2007, das Jahr als Vekselberg bei der Immobilienfirma «Züblin» einstieg, war eine «Züblin»-Aktie noch über 6,5 Franken wert. Heute sind es läppische 5 Rappen. Die Zeitung «Finanz und Wirtschaft» bezeichneten «Züblin», an der Vekselberg 37,5 Prozent hält, als «Flop des Jahres». Beim Spezialstahlhersteller «Schmolz+Birkenbach»: ein ähnliches Bild. Vekselberg war 2013 bei «Schmolz+Birkenbach» eingestiegen. Die Aktien verloren im letzten Jahr über die Hälfte an Wert.

Ohne Vekselberg kein Oerlikon – sagt Löscher

Insgesamt also ein düsteres Panorama, das sich auftut, wenn man auf Vekselbergs Beteiligungen bilckt. Ex-Siemens-Chef Peter Löscher (58) sieht das offenbar anders und wehrt sich in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS) gegen Kritik an Vekselberg. «Ohne ihn als Ankeraktionär und Kapitalgeber würde es Schweizer Traditionsunternehmen wie Sulzer oder Oerlikon so nicht mehr geben», sagte Löscher der deutschen Zeitung.

An beiden Unternehmen ist Vekselberg beteiligt. Der Industriekonzern «OC Oerlikon», bei der Vekselberg seit 2008 mitmischt, rechnet für 2015 mit einem Verlust von 400 Millionen Franken. Die Verkäufe sanken im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 15,2 Prozent. Auch bei Vekselbergs Industrie-Konzern «Sulzer» läuft es nicht rund.

Vekselberg mit «falschen Ratgebern»?

Dort ist Löscher Verwaltungsratspräsident. Leidet er etwa unter Realitätsverlust? Nein, er ist nur selbst stark involviert: Löscher ist Delegierter des Verwaltungsrats der «Renova Management AG» mit Sitz in Zürich. Über die Holding hält Verwaltungsratspräsident Vekselberg seine Beteiligungen.

Löscher versorgt die Zeitung mit reiner PR für seinen russischen Chef. Negatives in Vekselbergs Leben, wie zum Beispiel Ärger mit der Justiz, erklärt sich Löscher mit etwaigen «falschen Ratgebern».

Löscher zeigt sich ausserordentlich positiv gestimmt. «Wir werden Sulzer zu neuer Grösse führen», auch wenn man dies eine Fusion mit einem Wettbewerber bedeute, sagte Löscher der FAS. Deshalb ist Löscher laut FAS heutigen Sonntag ins Silicon Valley gereist, um Chancen auszuloten.

Publiziert am 17.01.2016 | Aktualisiert am 17.01.2016
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5 Kommentare
  • Bobby  Unruhe aus Thun
    17.01.2016
    Schön das Investoren überhaupt noch ein wirtschaftliches Risiko auf sich nehmen und in solche schlechte Standorte und Umfeld wie die Schweiz investieren.
  • Christian  Gemperli , via Facebook 17.01.2016
    Es zeigt einmal mehr, dass unsere Traditionsfirmen im aktuellen Umfeld keine Chance mehr haben. So schnell wie möglich Kosten in den Griff kriegen oder versenken. Unserer Politik ist es sowieso egal ob in der Schweiz Stahl hergestellt wird oder nicht. Hauptsache den Banken gehts prächtig. Von S B profitieren aktuell Tausende von Arbeitnehmern. Kein Schweizer investiert momentan aus der eigenen Tasche in diese Firmen, Vekselberg ist die beste Alternative.
  • August  Sommerhalder aus Amriswil
    17.01.2016
    Wo sind sie denn, die potenten Schweizer Manager? Nirgends in Sicht! Also muss eben der Oligarch das Schiff schaukeln.
  • Horst  Schlemmer aus Einsiedeln
    17.01.2016
    Selbst mit russischen milliarden geht es in der schweiz rückwärts... und russische milliarden sind nie im leben sauber verdient.... aber unsere doppelmoral zwingt uns das geld zu nehmen... und weiter in den kampf gegen die eu investiert, den wir am ende doch verlieren.
    Harte worte, ich weiss aber man muss der wahrheit ins gesicht sehen...
  • Nina  Frei 17.01.2016
    Die Firmen werden wohl absichtlich an die Wand gefahren. So steigt der letzte Anleger aus und Wechselberg kann die Aktien für ein Trinkgeld aufkaufen. Wenn er die Mehrheit hat, gehts dann wieder aufwärts.