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Die Facebook-Seite von Graubünden (siehe Box) gefällt mehr als 11‘700 Personen. Diese Fans sind Einheimische, Heimweh-Bündner und Touristen. Ihnen werden «begehrte Plätze am 1. August-Brunch auf den Bündner Bauernhöfen» schmackhaft gemacht, das kühle Bad im Bergsee oder der heisse Ritt auf dem Biketrail.
Zu seinem Auftritt im erfolgreichsten sozialen Netzwerk kam Graubünden Ferien (GF) dank Pirmin Steiner, einem findigen Wirtschaftsstudent und Facebook-User. Um die 50 Touristenorte hat seine Steiner Media & Design schon online gestellt, wie «DRS3» heute berichtete.
Marke samt Fans verkauft
Der Jungunternehmer kassiert – je nach Anzahl Fans – zwischen 2500 und 5000 Franken für ein Facebook-Profil. «Graubünden Ferien ist mein bisher bester Kunde», sagt Steiner zu Blick.ch. Wie viele Bündner Batzen den Deal besiegelten, verrät er nicht. Nur: «Es waren zwischen 5000 und 6000 Fans.»
Heute sind es gegen 12000. «Wir bewirtschaften die Seite aktiv», erklärt GF-Direktor Gaudenz Thoma den Erfolg auf Facebook. «Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung, auch wenn unsere Website das zentrale Instrument bleibt.»
«Für uns hat es sich gelohnt»
Thoma erklärt: «Eine Ferienregion wird über ihren Namen definiert, deshalb war es für uns wichtig, Graubünden in unserem Portfeuille zu haben.» Zu welchem Preis? «Kein Kommentar.»
Steiner lässt durchblicken, dass ihm sein «bester Kunde» rund 1 Franken pro Fan zahlte. «Es ist ein sehr guter Nebenverdienst», sagt der 22-Jährige, der vor zwei Jahren erstmals mit Facebook Kontakt hatte. Das nächste Projekt sei ein Büchlein über Social Networking, das er mit einem Partner gerschrieben habe.
Graubünden Ferien hat die Menge der Facebook-Fans innert Jahresfrist verdoppelt. «Für uns hat sich das Geschäft gelohnt», sagt auch Thoma, «auch wenn wir so nicht alle Leute erreichen können.»
Rechtlich in einer Grauzone
Rechtlich bewegt sich Facebook-Händler Steiner in einer Grauzone. «Wenn es nur darum geht, ein Zeichen zu sperren und dann an jemanden weiterzuverkaufen, wird es schnell problematisch im Zusammenhang mit unlauterem Wettbewerb», sagte Markenrecht-Spezialist Gregor Wild zu «DRS3».
Nur: Bis zu 5000 Franken für ein paar Tausend Fans in einem immer noch boomenden Internet-Netzwerk ist für fortschrittliche Tourismus-Organisationen günstiger als der rechtliche Weg.