Stöhlker: UBS-Boni sind verdient!

  • Publiziert: 11.42 Uhr, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Michael Scharenberg
play «Image der UBS unter Präsident Kurer total am Boden»: Klaus J.Stöhlker (Klaus J.Stöhlker)

ZÜRICH – Neuer Wirbel um die UBS. Die Bank hat ein katastrophales 2008 hinter sich. Trotzdem will sie Milliarden-Boni auszahlen. Wie geht das? Blick.ch fragte PR-Berater Klaus J.Stöhlker.

Am 10. Februar wird die UBS ihr Geschäftsergebnis für 2008 bekannntgeben. Es wird verheerend sein. Erwartet wird ein Verlust von 20 Milliarden Franken. Ein trauriger Rekord in der Schweizer Firmengeschichte!

Weil sie sich mit US-Ramschhypotheken verspekuliert hat, musste letztes Jahr VR-Präsident Marcel Ospel den Hut nehmen. Im Herbst drohte sogar der Kollaps der Grossbank. Mit einem Paket von rund 70 Milliarden Franken retteten Bund und Nationalbank die UBS.

Durch die Sonntagspresse wird jetzt bekannt, dass diese Bank ihren Mitarbeitern Boni in der Höhe von rund 2,5 Milliarden Franken zahlen will. Dies mit dem Segen der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht (Finma), wie deren Sprecher Alain Bichsel bestätigt.

Boni trotz Verlust? Boni aus Steuergeldern? Wie soll das gehen? Wir fragten PR-Berater Klaus J.Stöhlker.

Blick.ch: Herr Stöhlker, Milliarden-Boni bei der UBS! Was bewirkt das für das Image der Bank?
Klaus J.Stöhlker: Das Image der UBS unter ihrem neuen Präsidenten Peter Kurer ist total am Boden.

Und wie sehen Sie die Lage der UBS derzeit?
Die Bank ist operativ pleite. Hinzu kommt, dass wir nicht wissen, ob in den nächsten neun Monaten noch weitere Grossschäden hinzukommen.

Und trotzdem will die UBS Milliarden-Boni zahlen ...
Das trifft weitherum auf Unverständnis. Denn die UBS ist eine erfolglose Firma, die vom Staat finanziert wird.

Müsste der Staat also diese Boni nicht stoppen?
Nein!

Das müssen Sie uns erklären!
Man muss differenzieren. Die Konzernspitze um Präsident Kurer und CEO Marcel Rohner geht leer aus. Zu Recht! Andererseits: Die meisten Schweizer Mitarbeiter der UBS trifft am Debakel der Bank in den USA keine Schuld. Im Gegenteil, sie haben sehr hart gearbeitet. Daher verdienen sie tatsächlich einen Bonus.

Und wie solls weitergehen? Was erwarten Sie von der Bilanzpressekonferenz am 10. Februar?
Klipp und klar: Wesentlich wird sein, ob die UBS-Bosse am 10. Februar ein Geschäftsmodell vorstellen, das uns künftig vor der Hybris der Grossbanken schützt.

play Werden an der Bilanzkonferenz am 10. Februar einiges zu erklären haben: UBS-Präsident Peter Kurer (links) und CEO Marcel Rohner. (Reuters)

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