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Die Schweiz und auch andere Länder sind auf der grauen Liste einsichtiger Steueroasen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD gelandet (siehe Kasten). Gefordert ist eine rasche Umsetzung der OECD-Standards zur Doppelbesteuerung. Eine sehr rasche. Denn wer Zeit vertändelt, riskiert die Versetzung auf die schwarze Liste der Steueroasen.
In Eile ist zum Beispiel Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker. Er wolle sein Land bald von der grauen Liste herunterbringen, sagte Juncker am Treffen der EU-Finanzminister in Prag. Sein Land werde rasch über Doppelbesteuerungsabkommen verhandeln, aber: «Wir können nicht in drei Wochen 20 Abkommen mit einzelnen Ländern abgeschlossen haben.»
Auch das Ländle will rasch auf die weisse Liste. Ein Regierungssprecher in Vaduz wies darauf hin, dass mit Deutschland und Grossbritannien bereits Gespräche aufgenommen worden seien. Liechtenstein hat bislang einzig mit den USA ein solches Abkommen vereinbart.
Das fragen wir uns auch
Der österreichische Finanzminister Josef Pröll kritisierte – wie die Schweiz –, dass Österreich als OECD-Mitglied nicht konsultiert wurde, bevor es auf der grauen Liste landete. Es sei zudem überhaupt nicht klar, was diese bedeute.
Es handle sich nicht um eine «Watchlist», da es keine Konsequenzen gebe für jene, die zu den grauen Mäsuen gehörten. Darauf angesprochen, was die Liste für einen Sinn hat, sagte ein Sprecher Prölls: «Das fragen wir uns auch!» (SDA/bih)
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Bundesrat Merz, der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden und ihr österreichische Kollege Josef Pröll (v.l.) haben alle Hände voll zu tun wegen der grauen Liste. (Keystone)