Steinzeitkommunikation der Hausärzte Dieses Gerät* verursacht Kosten von 100 Millionen

Rund 40 Prozent der Hausärzte setzen auf das Faxgerät. Das verursacht Kosten in Millionenhöhe und sorgt für Patienten-Ärger.

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Ältere Hausärzte setzen weiterhin auf das Faxgerät. SBL_2015_02_22

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Die Zukunft ist digital, ganz klar. Doch nicht überall werden neue Technologien euphorisch angenommen. Beispiel Hausärzte: Statt digital zu kommunizieren, setzen viele nach wie vor auf das gute alte Faxgerät. 

Der Verband Schweizer Haus- und Kinderärzte (MFE) schätzt, dass rund 40 Prozent der Hausärzte die Patientenunterlagen ins Spital faxen. Die Konsequenz: Spitäler müssen die Infos von Hand ins Computer-System eintragen.

Die Arbeit wird doppelt gemacht. Wie kommt das? «Wegen des Nachwuchsmangels haben die Hausärzte ein relativ hohes Durchschnittsalter», erklärt Alex Steinacher (50) von MFE.

Durchschnittsalter 55

Laut einer Umfrage des Verbands war letztes Jahr der durchschnittliche Hausarzt in der Schweiz 55 Jahre alt. Zehn Jahre zuvor lag der Schnitt noch bei 51 Jahren. Kommt dazu, dass die Hälfte nach der Pension weiter praktizieren wird.

Ärzte investierten im höheren Alter nicht noch in neue Technik, sagt Steinacher. Zudem seien viele Software-Lösungen zu wenig ausgereift und untereinander inkompatibel. «Umgestellt wird erst, wenn die Systeme wirklich etwas taugen.»

Philip Sommer (32) kennt das Problem: «Solange die Ärzte ihre Krankengeschichten auf Papier führen, ist der Fax ein bequemes Kommunikationsmittel», erklärt der Gesundheitsexperte vom Beratungsunternehmen PwC. 

Für ihn überwiegen die Vorteile einer elektronischen Datenerfassung klar: «Sie reduziert Fehlerquellen und erhöht damit die Patientensicherheit.» Auch unnötige Mehrfachuntersuchungen gäbe es wenig.

Eine elektronische Kommunikation ist zudem günstiger. PwC rechnet, dass alleine durch elektronische Datenübermittlung zwischen Ärzten und Spitälern 100 Millionen Franken gespart werden könnten – pro Jahr.

* Für unsere jüngeren Leser: Mit einem Fax (Kurzform von Telefaksimile) werden Dokumente übertragen. Früher druckte er ekliges Thermopapier aus, heute Normalpapier. Ab Anfang der 1990er Jahre stand ein solches Gerät in fast jedem Büro. Heute macht mans in der Regel digital per E-Mail.

Publiziert am 26.11.2016 | Aktualisiert am 07.12.2016
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27 Kommentare
  • sixtus  hochstrasser aus villmergen
    27.11.2016
    @Andreas Keller , via Facebook gestern, 23:18 Uhr

    herr keller, auch ich bin im 21. jahrhundert angekommen. benutze pc, laptop, notebook etc. und weiss sogar dass ma FAX per pc senden kann.

    aber manchmal ist es immer noch sinnvoll ein FAX zu senden.

    ob Blick mit seinem bericht im 21. jahrhundert angekommen ist, sei dahin gestellt.
  • Rocky  Stall aus Wiesendangen
    27.11.2016
    Hier wird wieder einmal stark verallgemeinert: Ich hatte einen Arzt (gin anfangs dieses Jahres in Pension mit über 65), welcher mit E-Mail gearbeitet hat. Die Sicherheit ist übrigens bei beiden Geräten nicht gewährleistet. Bei Banken werden gerade via Fax die grossen Betrügereien und Riesenverluste verursacht, weil die vermeintlich offensichtlich richtige Unterschrift auf dem Dokument ist.
  • Vanessa  Ewing aus Biel
    27.11.2016
    @Peter Joachim also ich bin auch noch pro Fax.Allerdings darf man sich gegen neue Technologien einfach nicht versperren.Man kann z.b. das Rezept einscannen und so mailen, ist ok für die Apotheke.
  • Andreas  Huber 27.11.2016
    Wieso soll dad nicht gehen? Nach Ihrer Logik dürfte es dann auch kein e-Banking usw geben. Also, wo ein Wille, da auch ein Weg.
  • Hanspeter  Müller aus Bern
    27.11.2016
    Ein unverschlüsseltes email ist nicht abhörsicher und ein Arzt darf damit gar keine Patientendaten verschicken. Es ist zudem noch nicht geregelt ob eine Unterschrift auf einem pdf rechtsgültig ist. Jene auf dem fax schon.
    • Rosa  Rot 27.11.2016
      Habe noch nie von hörbaren e-Mails gehört. Wieso müssen diese denn abhörsicher sein? Ausserdem werden von den Ämtern, wie RAV, ALK, ALV auch private Daten mit E-Mails gesendet via Verschlüsselung. Nicht alles muss unterschrieben sein.