Star-Ökonom Nouriel Roubini über den Börsencrash «Wir erleben den perfekten Sturm»

Nicht der Schnee, sondern der Kurssturz an den Börsen versetzt die WEF-Teilnehmer ins Zittern. Star-Ökonom Nouriel Roubini glaubt, dass die Märkte übertreiben.

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An der Börse gibt es fast nur Verlierer. Erstmals seit dem Crash am 15. Januar 2015 – damals kappte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs -, kracht der Swiss-Market-Index (SMI) unter die Marke von 8000 Punkten. Am späten Nachmittag notiert er 3 Prozent unter dem Vorabend. In anderen Märkten ist die Lage ähnlich düster.  

Am WEF in Davos ist der Crash das Haupttehma: «Wir erleben den perfekten Sturm», sagt US-Starökonom Nouriel Roubini auf einem Podium über den Zustand der chinesischen Wirtschaft. Dort liegt einer der Hauptgründe für den Absturz: Die Anleger fürchten, dass die chinesische Wirtschaft vor einer harten Landung steht. Ebenfalls auf die Stimmung drücken schwache Daten von der US-Wirtschaft, der Absturz des Ölpreises sowie der Konflikt in Nahost. Dieser Mix sei der Grund für den Absturz, glaubt Roubini.  

Die Zinserhöhung durch die US-Notenbank im letzten Dezember sei ein Fehler gewesen, kritisiert der US-Ökonom, der zum Star wurde, weil er die Finanzkrise 2008 vorausgesagt hatte. Heute gehört er aber nicht dem Lager der Schwarzseher an: «Die Märkte reagieren manisch», sagt er. Was vor einem Jahr noch bejubelt worden sei, werde heute verteufelt.

Laut Roubini steht China nicht vor einer schweren Wirtschaftskrise. Das Problem sei aber, dass die Regierung aus politischen Gründen auf Teufel komm' raus das Wachstum bei 6,5 Prozent halten wolle, anstatt zu akzeptieren, dass das langfristige Wachstum «nur» bei 5 Prozent liege.

«Die Regierung scheut sich vor den notwendigen Anpassungen. Hier liegt die wahre Gefahr», so Roubini. Denn das Festhalben an überhöhten Zielen führe dazu, dass zu stark investiert werde, obwohl die Kapazitäten schon heute zu gross sind. Das führe zu schlechten Investments und steigenden Schulden.   

Besonders unter die Räder an der Börse kam die Aktie der Zurich-Versicherung. Nach einer Gewinnwarnung schmierte der Kurs um mehr als 11 Prozent ab. Für die Führung um Präsident und Interims-Chef Tom de Swaan ist das besonders bitter: Heute Abend findet in Davos die traditionelle Zurich Night statt, eine Party für die besten Zurich-Kunden und -Investoren. Bei letzteren dürfte die Stimmung ziemlich am Boden sein.     

Publiziert am 20.01.2016 | Aktualisiert am 20.01.2016
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17 Kommentare
  • Timo  Glauser 21.01.2016
    Ich weiss nicht, was daran perfekt sein soll. Unsere Pensionskassen haben dann wieder ein Argument, uns zum x-ten Mal den Umwandlungssatz zu senken.
  • rolf  sulzer 21.01.2016
    ich dachte wir erleben eher verschieden schwerste Tornados wüten wovon nicht einer in der Phase der Abschwächung befindet. Schlimmer noch, es fehlt wie so oft in der Vergangenheit, auch an jeglichen Ideen und Massnahmen zu Schadensbekämpfung , der nicht unter Kontrolle zu bringenden Tornados.
  • Stefan  Bosshard 21.01.2016
    Das Problem ist das die Banken die Wirtschaft steuert und nicht die Wirtschaft die Banken! Seit die Banken bestimmen können, welche Firmen Erfolg haben darf und welchen nicht, geht es immer rasant aufwärts aber genau so schnell wieder Runter und das hat nur mit den sinnlosen Spekulationen zu tun die sie mit den Vermögen des Arbeiters anstellen. Nehmt alle Gelder und Ersparnisse von den Konten, dann wollen wir mal sehen wer die Macht hat!
    • Thomas  Stalder , via Facebook 21.01.2016
      ...noch viel schlimmer: Die Banken würden grosses Vermögen, das bei ihnen "gelagert" ist, nicht einfach so herausgeben: Damit werden nämlich regelmässige und sichere Erträge für die Bank und damit überrissene Gehälter und Boni finanziert. Sog. Retention-Teams würden sukzessive x Gründe erfinden, um dem Kunden zu "erklären" bzw. ihn mit Bullshit zu bedecken, weshalb er momentan sein vieles Geld nicht abheben bzw. transferieren könne. - Merksch öppis?
    • Renato  Wyss aus Wallisellen
      21.01.2016
      Runter gehts immer schneller! Wieso soll man teuer kaufen wenn Anleger in Panik geraten und zu jedem Preis verkaufen wollen. Daher lohnt sich eine entsprechende Zurückhaltung der Käufer.
  • Peter  Grelling aus Zürich
    21.01.2016
    Ich verstehe den Aufschrei nicht. Die Mehrheit der Schweizer glaubt, dass der Markt alles regelt. Freiheit, Freiheit, Freiheit überall, minimierter Staat, möglichst keine Vorschriften, Gewinne gesetzlich geschützt. Und es wird gescheffelt und gescheffelt zu Lasten der Bevölkerung. Wann wird die Bevölkerung endlich weitsichtiger, als nur die Betrachtung des eigenen Bauchnabels?
  • R.  Rüegg 21.01.2016
    Lest mal die Vorhersagen Ende 2015 für das BörsenJahr 2016! Ein recht guter Start für 2016 sei anzunehme
    Da kann man schnell sehen das die meisten dieser Analysten soviel vor Ahnung haben wie wir. Nämlich gar keine, die meisten spekulieren mit ihren Aussagen, wie mit den Aktien die sie empfehlen oder abstrafen.
    Es ist wie bei der Wettervorhersage, das ist es auch schwer das richtige Wetter 2 Tage vorherzusagen. Wenns stimmt SUPER, wenns nicht stimmt..... Was solls, war ja nicht sein Geld.
    • Thomas  Stalder , via Facebook 21.01.2016
      Na ja, bei Zentralbankbilanzen, die in den letzten Jahren bis zu versechsfacht wurden, da kann man mittel- bis langfristig schon eine Prognose wagen, wo eine Blase platzen könnte, mit ganz üblen Folgen für die Wirtschaft. Der genaue Zeitpunkt ist allerdings schwer voraussehbar. Und wohin es mit den Zinssätzen irgendwann wieder gehen muss, ansonsten ebenfalls Wirtschaftsschwäche eintritt und z.B. die Rentenverpflichtungen in den Industrieländern nie zu halten sein werden, ist wohl auch klar.