Ständerat prüft Knebelverträge Bekommen Hoteliers Hilfe im Kampf gegen Booking.com?

BERN - Schweizer Hoteliers sollen ihre Zimmer günstiger anbieten können, als sie es auf Internetplattformen wie Booking.com dürfen. Dies verlangt CVP-Ständerat Pirmin Bischof.

Ständerat prüft Knebelverträge: Hilfe für Hoteliers gegen Booking.com? play
Jeder fünfte Schweizer bucht seine Ferien auf Online-Plattformen. Jordan Siemens

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Tui-Chef Martin Wittwer (55) «Höhere Preise im Reisebüro können wir uns...
2 Kampf der E-Voting-Systeme Post bringt die Wahlurne nach Hause
3 Für Goldpreis-Absprachen Deutsche Bank zahlt 60 Millionen Dollar Strafe

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

Immer mehr Schweizer buchen ihre Ferien nicht mehr im Reisebüro, sondern online. Eine aktuelle Studie der Walliser Hochschule für Wirtschaft und Tourismus zeigt, dass hierzulande bereits 20,6 Prozent aller Übernachtungen über Buchungsplattformen verkauft wurden – Tendenz steigend. Der Konzern Priceline mit seinen Plattformen Booking.com und Agoda deckt dabei 71,3 Prozent ab.

Die Hoteliers stehen vor einem Dilemma. Einerseits können sie es sich kaum leisten, auf solchen Plattformen keine Zimmer anzubieten. Anderseits wehren sie sich seit längerem gegen «Knebelverträge».

Den Hoteliers ist es etwa verboten, günstigere Preise anzubieten. Selbst mit Last-minute-Rabatten darf der Hotelier die Tarife auf der Plattform nicht unterbieten.

«Schweiz ist schutzlose Insel»

Ständerat prüft Knebelverträge: Hilfe für Hoteliers gegen Booking.com? play
Kampf gegen die Macht der Online-Plattformen: CVP-Ständerat Pirmin Bischof. Christian Lanz

Dies will CVP-Ständerat Pirmin Bischof jetzt ändern. Via Motion verlangt der Solothurner, dass Preisparitätsklauseln verboten werden sollen – und die Hotels damit günstigere Preise anbieten dürfen, als sie dies auf den Buchungsplattformen tun. «Die Schweiz ist eine schutzlose Insel», sagt Bischof. Viele Nachbarländer hätten bereits reagiert und Gesetze erlassen, um ihren Tourismus zu schützen.

FDP-Ständerat Damian Müller hat den Vorstoss mitunterzeichnet, verlangte nun aber erfolgreich die Überweisung an die Kommission. Es gebe diverse offene Fragen. Zuerst müssten die Vertragsbedingungen genau geprüft werden.

Keine übermässigen Gebühren 

Der Europa-Chef von Booking.com, Peter Verhoeven, hatte sich mit einem Brief an alle Ständeräte gewandt, um eine Regulierung zu verhindern. Im «Tages-Anzeiger» sagte er, Booking.com verlange keine Grundgebühr, keine Eintrittsgebühr und keine maximale Vertragsdauer. «Wir glauben nicht, dass Knebelverträge so aussehen.»

Publiziert am 29.11.2016 | Aktualisiert am 29.11.2016
teilen
teilen
1 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

9 Kommentare
  • Robert  Schoop 29.11.2016
    Was soll das Gejammer? Hotels werden nicht gezwungen, die Dienste von booking.com in Anspruch zu nehmen. Ich buche meine mehrwöchigen Reisen ausschliesslich über booking.com. Ich habe mit booking.com nur gute Erfahrungen gemacht.Weil die Hotels mit der ständigen Klage wegen des hohen CH-Frankens nicht erhört wurden, versuchen sie es nun auf der Schiene der Online-Plattformen. Hier wollen sich die Politiker profilieren.
  • Diego  Armando , via Facebook 29.11.2016
    @hans leuchli ich denke Sie haben es nicht ganz verstanden um was es genau geht. Diese Online-Plattformen sind zwar eine gute Sache um Preise zu vergleichen, jedoch fressen diese die Marge der Hotels auf ohne in der CH Steuern zu bezahlen.
    • Heinz  Buehler 29.11.2016
      nicht so ganz einverstanden.
      Der Nutzen diese Plattformen, ist es, die Hotels zu vergleichen, nicht deren Preise.
      Mies bewerte Hotels kann man damit relativ leicht aus der Auswahl ausscheiden. Ich möchte ein Hotel, wo ich mich auch wohl fühle, nicht eines das "billig"ist. Damit bin ich bisher sehr gut gefahren.
  • Kay  Eisendraut 29.11.2016
    Ueberall wird, oder ist es verboten nur in der Schweiz macht man wieder ein Theater um ein Verbot. Frage mich ob sich eine andere Firma so in ihr Geschäft reinreden lässt wie es in der Hotelerie der Fall ist. Und da Booking.com die übermacht hat gibt es nicht mal eine Alternative.
    • Ernest  Blanco 29.11.2016
      Diese Mindestpreis Klausel ist nirgends verboten. Diese CH Schlaumeris glauben wirklich, dass Sie gratis auf Booking.com inserieren können, um dann das gleich Zimmer auf der eigenen Homepage etwa billiger anbieten zu können, um die zu zahlende Fee zu umgehen und immer noch mehr zu kassieren als wenns über Booking.com läuft ? das nenne ich eine klassische Foifer & Weggli Strategie, und die naiven Politiker wie Pirmin Bischof lassen sich dafür auch noch vor den Karren spannen.
  • Hans  Müller 29.11.2016
    Wenn das durchkommt, werde ich einen weiten Bogen machen um das "Ferienland" Schweiz. Wenn die Schweizer Hoteliers glauben, sie können sich damit die Konkurrenz vom Leib halten, haben sie sich gründlich getäuscht. Kein Hotel ist gezwungen, auf Booking.com mitzumachen. Im Gegenteil, Schweiz Tourismus kann gerne selbst eine dermassen praktische und gute Platform wie booking.com aufbauen. Viel Erfolg dabei!
  • Walter  Reusser , via Facebook 29.11.2016
    .. wird aber auch Zeit ich wurde con dieser Gogole co. ruiniert!
    Diese Monopole wirken sich schrecklich auf dem Wettbewerb aus.
    Das muss ganz klar zurückgebunden werden. Am Shluss zahlt der Konsument diese Parasitenfirmen
    • Victor  Brunner aus Erlenbach
      29.11.2016
      Lieber Walter, kein einziger Hotelier wird gezwungen mit booking.com Verträge abzuschliessen und die Politik ist nicht dazu da Fehler von Einzelnen zu korrigierZeugnis aus!