Spezialgesetz für Milliarden-Projekt Bundesrat will «Cargo sous terrain» unterstützen

Ab 2030 sollen Transporter unter der Erde Güter-Palletten von Genf bis St. Gallen fahren. Der Bundesrat kündigt heute Unterstützung an.

In futuristisch anmutenden und vollautomatisch gesteuerten Wagen sollen ab 2030 Güter in einem speziellen Tunnel von Logistikzentren in die Stadt Zürich transportiert werden. play
In futuristisch anmutenden und vollautomatisch gesteuerten Wagen sollen ab 2030 Güter in einem speziellen Tunnel von Logistikzentren in die Stadt Zürich transportiert werden. Cargo sous terrain

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Die WTO in Genf zittert Machtlos gegen Trump
2 Grossbank macht Jagd auf Studentinnen UBS gibt Schminkkurse
3 Red Bull steigert Umsatz auf 6 Milliarden Pro Mensch (fast) eine Dose

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

Der Bundesrat hat das weitere Vorgehen beim Projekt «Cargo sous terrain» festgelegt. Er ist bereit, das Projekt für ein neuartiges, unterirdisches Gütertransportsystem mit einem Spezialgesetz zu unterstützen. Das gab das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) heute bekannt.

Der Bund habe auf Anfrage der Investoren geprüft, ob er das Projekt unterstützen wolle. Er kam er zum Schluss, dass die Allgemeinheit einen «leicht positiven Nutzen» aus dem Projekt ziehen könnte.

Mit einem neuen Gesetz könnte anstelle von kantonalen und kommunalen Vorschriften für den Bau des gesamten Projekts eine einheitliche Rechtsgrundlage zur Anwendung kommen, schreibt das UVEK. Das würde es erleichtern, die Planungs- und Bewilligungsphase voranzutreiben.

Förderverein CST will Gas geben

Dem Förderverein Cargo sous terrain (CST) fällt ein Stein vom Herzen: «Wir sind sehr erfreut über die Unterstützung», heisst es in einer Stellungnahme des CST. Nun wolle man Gas geben. «Das Ziel ist, die Finanzierung der Phase Baubewilligung (100 Mio.) bis Mitte 2017 sicherzustellen.» Parallel dazu liefen Gespräche mit Interessenten, die künftig das CST-System betreiben wollen, heisst es weiter.

Der Förderverein präsentiert zudem neue Partner der Güter-Metro, darunter als die Zürcher Kantonalbank als erster Partner aus dem Bankensektor.

Bundesrat stellt Bedingungen

Der Bundesrat knüpft diese Unterstützung aber an Bedingungen. Der Förderverein Cargo sous terrain (CST) solle in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Die Träger sollen zudem finanzielle Mittel in der Höhe von mindestens 100 Millionen Franken zusichern, die zu mindestens 50 Prozent von Schweizer Investoren eingebracht werden.

Zudem müssten die zukünftigen Betreiber verbindliche Verpflichtungen abgeben, namentlich zur Reorganisation der Logistik- und Transportkette in den betroffenen Gebieten. Weiter müssten sich die Kantone Zürich, Aargau und Solothurn, die von der ersten Teilstrecke betroffen wären, einverstanden erklären und das Projekt in ihre regionale Verkehrsplanung aufnehmen. Der Zugang zum System CST soll diskriminierungsfrei gewährt werden.

Teilstrecke kostet 3,55 Milliarden Franken

Ab 2030 soll der Güterverkehr durchs Mittelland unter den Boden verschwinden. Eine U-Bahn für Päckli und Güter soll die Stadt Zürich mit den Logistikzentren Härkingen SO und Niederbipp BE verbinden. Bis 2030 soll die erste Strecke gebaut sein. Die Kosten werden auf 3,55 Milliarden Franken geschätzt. Später soll Cargo Sous Terrain von St. Gallen bis Genf reichen.

Im Förderverein CST macht die IG Detailhandel mit, zu der Coop, Migros, Denner und Manor gehören. Coop-CEO Joos Sutter (51) sagte im Januar 2016 zu BLICK: «Coop allein könnte täglich über 200 Lastwagenfahrten nach Zürich einsparen. Cargo Sous Terrain erhöht ausserdem die Pünktlichkeit von Lieferungen.»

Auch die Swisscom, Post, SBB-Cargo und Rhenus Logistics sind als Partner im Projekt dabei. Heute Vormittag ist eine Medienkonferenz des Fördervereins geplant. Weitere Details dürften bekannt werden.

Publiziert am 24.11.2016 | Aktualisiert am 27.11.2016
teilen
teilen
1 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

3 Kommentare
  • Ronald  Schmid aus Miami
    24.11.2016
    In gewissen Gebieten vielleicht unter Grund in andern ueber und teilweise vielleicht ein Fesselflug Drohnen System.

    Auf jeden Fall hat die Schweiz hier wieder fuehrende Infrastruktur Visionen. Man muss das unterstuetzen, ein besseres Cargo System. Verkehrsreduzierend, Umwelt schonend und Kosten reduzierend.
  • Robert  Kunz 24.11.2016
    Eigentlich haben wir bereits ein «Cargo sous terrain»: den Gotthardtunnel! Die Lastwägeler wissen die Nutzung dieser Anlage zum grossen Teil zu sabotieren. Auch das nun geplante Projekt wird von der Gilde - wenn die Milliarden ausgegeben sind- hintertrieben werden.
  • Charly  aus Belp
    24.11.2016
    Gute ide , aber viel zu teuer und zu kompliziert das ganze und erst noch die Folgekosten ist schlicht weg nicht bezahlbar, es wäre gescheiter endlich mit den U-Bahnen in unseren Städten wie Bern, Basel und Zürich vorwärts zu machen da ist dringend nach hol bedarf