Sparer werden zur Kasse gebeten Postfinance führt Negativzinsen für Private ein

Die Postfinance knöpft ihren Kunden als erstes grosses Schweizer Finanzinstitut Negativzinsen ab. Für Beträge, welche die Schwelle von einer Million Franken übersteigen, müssen Sparer ein Prozent bezahlen.

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Wer mehr als eine Million Franken bei der Postfinance gebunkert hat, zahlt dafür ab dem 1. Februar 2017 ein Prozent Strafzinsens. Als Grund für die Einführung von Negativzinsen sind laut einer Mitteilung die Giroguthaben von Postfinance bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Diese übersteigen die Freigrenze, weshalb die Bank im laufenden Jahr bereits mehr als 10 Millionen Franken Strafzinsen bezahlen musste.

Die SNB erhebt ab einer gewissen Schwelle auf Giroguthaben einen Negativzins von 0,75 Prozent. Postfinance ist erst die zweite Schweizer Bank, die die Negativzinsen an ihre Privatkunden weitergibt.

«Niemand bezahlt gerne Gebühren»

«Ich kann nachvollziehen, dass diese Massnahmen unseren Kundinnen und Kunden wenig Freude bereiten. Niemand bezahlt gerne Gebühren», sagt Hansruedi Köng, CEO von Postfinance. «Wir haben den klaren Auftrag, wirtschaftlich zu arbeiten. Als Bank im Besitz der Schweizerischen Post und damit der Eidgenossenschaft sind wir jedoch nicht dem klassischen Shareholder-Value-Denken verpflichtet. Wir lassen unsere Kunden deshalb seit jeher an unserem Erfolg teilhaben. Dadurch war es uns möglich, ihnen über Jahre hinweg attraktive Zinsen und Gebühren anzubieten. Es schmerzt auch uns, dass dies aufgrund der Negativzinsen, des Kreditverbots und der Kosten durch verschärfte regulatorische Vorschriften derzeit nicht mehr in gleichem Masse möglich ist», sagt er.

Köng gesteht aber: «Es schmerzt auch uns, dass dies aufgrund der Negativzinsen, des Kreditverbots und der Kosten durch verschärfte regulatorische Vorschriften derzeit nicht mehr in gleichem Masse möglich ist», sagt der Postfinance-CEO.

Bis anhin verlangte einzig die Alternative Bank Geld für Einlagen. Mit knapp 3 Millionen Kunden ist die Postfinance allerdings ein ungleich grösserer Player als die Alternative Bank mit lediglich 30'000 Kunden. PostFinance ist unter den Retailfinanzinstituten die Nummer fünf in der Schweiz. (pbe/SDA)

Publiziert am 11.11.2016 | Aktualisiert am 11.11.2016
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  • Thomas  Rieger 11.11.2016
    Die PF will doch einmal mehr ihrem so ersehnten Wunsch Nachdruck verleihen, Kredite vergeben zu dürfen, auch in diesem Interview wieder. Darum geht es bereits seit vielen Jahren. Der Zeitpunkt ist ebenfall falsch, erhöht das FED seine Zinsen sicher im Dezember bereits wieder. Die PF war mal ein gutes Finanzinstitut.
  • Andreas  Scheuermeier 11.11.2016
    Zitat:
    Die SNB erhebt ab einer gewissen Schwelle auf Giroguthaben einen Negativzins von 0,75 Prozent. Postfinance ist erst die zweite Schweizer Bank, die die Negativzinsen an ihre Privatkunden weitergibt.

    Postfinance zahlt also 0.75 Prozent Strafzins an die SNB, der Kunde aber 1 Prozent an Postfinance!!! Also werden nicht nur die Negativzinsen weiter gegeben, sondern noch 0.25 Prozent "sonstige Gebühren" abgezockt!
  • Schwitter  Toni aus Zürich
    11.11.2016
    Ja und mich wundert es, warum es immer noch Leute gibt, die für Bargeldlos sind. Da gibt es dann nichts mehr um es unter dem Kopfkissen zu bunkern. Auch bei der Vollgeld Iniative, sollte nicht einfach mit einem JA abgestimmt werden.
  • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
    11.11.2016
    2013 wurde PostFinance in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und erhielt eine Banklizenz. Die unbeschränkte Staatsgarantie fiel dahin und der Bund garantiert bis Ende Sept. 2017 nur noch für max. 100000 Franken pro Kunde. Ab Oktober 2017 ist Postfinance eine Bank mit gleichem Einlegerschutz wie andere Banken, 100000 pro Kunde, und funktionert somit auch immer mehr wie andere Banken. Für den Zahlungsverkehr und den Geldbezug im In- und Ausland finde ich PostFinance jedoch sehr gut.
    • Roland  Wyler 11.11.2016
      Stimmt nicht ganz, im Unterschied zünden Banken darf PF keine Kreditgeschäfte, sprich Hypotheken, kreditieren. Das heisst, PF weiss nicht was machen mit den Geldeinlagen und deshalb muss sie diese auf Giroguthaben bei der SNB buchen. Das ist natürlich schlecht für den Einleger , die PF und gut für die SNB. Alle andern Banken könne die Einlagen für Kredite verwenden, PF nicht. Die Politik ist gefordert, aber die verstehen nichts, Hausfrauen, Landschaftsgärtner, KITAS, Psychologen, Soziologen und
    • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
      12.11.2016
      Hr. Wyler, Medienmitteilung von PostFinance und VALIANT vom 22. Sept. 2010: PostFinance vergibt seit 2003 Hypotheken an Privatkunden. Da sie dies nicht in Eigenregie tun darf, arbeitet sie mit der Münchner Hypothekenbank zusammen. Valiant wird neben dem KMU-Geschäft ebenfalls Partnerin im Hypothekargeschäft für Privatkunden von PostFinance. In Zusammenarbeit mit der UBS bietet PostFinance auch Anlagefonds an.
  • Roland  Wyler 11.11.2016
    Völlig korrekt und logisch. Weshalb soll Dir PF für Dein Geld etwas bezahlen wenn sie es für Dich sichert. Du kannst es ja zuhause Bunkern und dann musst Du auch den Tresor bezahlen. Du kannst ja selbst arbeiten mit deinem Geld, mal schauen ob deine Rendite höher ausfällt als die der Banken. Wetten Du verlierst. Also bitte bezahlen für die Kontosicherheit oder Geld zuhause bunkern.
    • Amanda  Woodward aus Schwyz
      11.11.2016
      Der Tresor bei der Bank in der nötigen Grösse kostet 120, also kaum der Rede wert. So wird dann garantiert mehr Schwarzgeld generiert. Was glauben Sie, wo die fehlenden Einnahmen geholt werden? Wie immer beim Mittelstand. Und das finden Sie gut, echt jetzt?
    • Roland  Wyler 11.11.2016
      Wieso Schwarzgeld im Tresor. Du musst ja was im Tresor ist auch versteuern. Wenn Du das nicht deklarierst begehst Du Steuerhinterziehung oder sogar Betrug. Anscheinend gilt für Dich Amanda, was nicht auf einem Konto ist deklariere ich nicht. Miese Haltung und deshalb ist der AIA so sinnvoll, wegen Leuten wie Dir. Und 120 kannst Du doch bezahlen für den Tresor, vergiss nicht den Inhalt zu versteuern, sonst bezahlt der Mittelstand die Differenz.
    • Amanda  Woodward aus Schwyz
      11.11.2016
      Roland, all das ist mir bewusst. Ich bin jedoch an einem Punkt angekommen wo ich nur noch auf mich selber schaue, ohne wenn und aber, ohne Spielraum. Und ich gehe stark davon aus, dass ich mit dieser Einstellung nicht alleine dastehe in diesem Lande. Du darfst mich auch gerne Egoist nennen, ich nehme das als Kompliment ;)
    • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
      11.11.2016
      Hr. Wyler, in den letzten Jahren haben auch die Banken mit den anvertrauten Geldern nicht immer besonders glücklich gearbeitet. Hinzu kommt eine wirtschaftliche Unsicherheit und so wird eben mehr Bargeld gehortet. Wenn dann zu den Vermögenssteuern noch die Negativzinsen der Banken dazu kommen, ist es gut möglich, dass solche Gelder irgendwo gebunkert werden und auch dem Fiskus entgehen. Die Bekämpfung der Überbewertung unserer Währung ist ein Teufelskreis.
    • Roland  Wyler 11.11.2016
      Fridolin, völlig korrekt wie Sie das darstellen. Nur wenn sie zuhause Geld bunkern, entbindet Sie das der Vermögenssteuer nicht. Es gibt Leute, die machen vom 31. 12. auf den 1.1. des folgejahres einen kontotransfer, das Geld löst sich in Luft auf weil die Bank verzögert gutschreibt. Du musst nicht zuhause Bunkern (Diebstahlgefahr) einfach transferieren von einem Konto auf das andere, aber das ist Steuerhinterziehung oder Betrug.