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Angesichts der Tatsache, dass wegen der Frankenstärke «100000 Arbeitsplätze» in der Schweiz unmittelbar in Gefahr seien, müssten sofort Notmassnahmen ergriffen werden. Eine davon ist für Levrat die vorübergehende Anbindung des Schweizer Frankens an den Euro. Das heisst: Egal, in welche Richtung sich der Eurokurs bewegt, das Verhältnis zum Franken bliebe gleich.
Der Bund müsse deswegen umgehend Verhandlungen mit der Europäischen Zentralbank aufnehmen, forderte er im Interview mit der Zeitung «Sonntag».
SP greift die UBS an
Zudem verlangte der SP-Präsident, dass den Banken verboten werden müsse, gegen den Franken zu spekulieren. «Es kann nicht sein, dass die UBS als zweitgrösster Devisenhändler der Welt gegen die Schweizer Volkswirtschaft arbeitet, zumal die Bank mit Steuergeldern gerettet worden ist. Mit ihrem Verhalten beweist die UBS, dass ihr die Schweiz nichts wert ist», sagte Levrat.
Gegenüber dem «Sonntag» schloss auch Swissmem-Präsident Hans Hess eine temporäre Anbindung des Frankens an den Euro nicht aus. Hess fürchtet, dass der Euro «im Extremfall» unter einen Franken fallen könne und forderte im Interview die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu auf, «ihren Handlungsspielraum wirklich auszunutzen und einer Schnellstabwertung entgegenzuwirken».
Nationalbank soll handeln
Neben einer «temporären Anbindung des Frankens an den Euro» müsse die SNB auch Interventionen am Devisenmarkt in Betracht ziehen. Wegen der Frankenstärke derzeit ein Drittel der Schweizer Industrieunternehmen Verluste, sagte der Präsident des Verbandes der Schweizer Unternehmen in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie.
Dagegen warnt der Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, Gerold Bührer, in der «SonntagsZeitung» vor einer Frankenanbindung, die «letztlich die Aufgabe der Souveränität der Nationalbank bedeuten» würde.
Doch auch Bührer sieht den starken Franken als Problem. Als Gegenmittel sollen Bund, Kantone und Gemeinden Investitionen vorziehen. Zudem verlangt der FDP-Nationalrat tiefere Unternehmenssteuren.
Konsumenten profitieren kaum
Während die Schweizer Industrie unter der Frankenstärke leidet, könnten die Konsumenten profitieren, weil die Preise für Importe aus dem Euroraum sinken. Doch dies ist kaum der Fall, wie Preisüberwacher Stefan Meierhans im Interview mit der Zeitung «Sonntag» feststellte. (SDA)
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SP-Präsident Christian Levrat: Die Schweiz muss Massnahmen gegen den starken Franken ergreifen. (sda)