Google-Gründer Page zur Börsen-Panne: «Sorry für das Durcheinander»

  • Publiziert: 18.10.2012, Aktualisiert: 19.10.2012
play

Google-Gründer Larry Page hat sich für die Panne entschuldigt. Er hat durch den Börsentaucher kurzfristige viel Geld verloren.

(Reuters )

MOUNTAIN VIEW - Es scheint ein Versehen zu sein: Der Internetkonzern Google hat seine Zwischenbilanz für das dritte Quartal 2012 zu früh vorgelegt. Die Aktie sauste um 9 Prozent in die Tiefe. Milliarden sind futsch

Google hat mit einer versehentlich veröffentlichten Bilanz für Entsetzen gesorgt und Anleger verschreckt. Die Aktie fiel am Donnerstag zeitweise mehr als zehn Prozent, nachdem der Internetgigant einen Gewinneinbruch um 20 Prozent ausgewiesen hatte. Zeitweise wurde die Aktie vom Handel ausgesetzt.

«Zitat von Larry» fehlte

Die frühzeitige Veröffentlichung sorgte für Erstaunen. Google erklärte, RR Donnelley habe die Erklärung ohne Freigabe abgeschickt. Das Dokument war offensichtlich noch nicht versandfähig.

So war im zweiten Absatz der Presseerklärung ein Feld freigelassen, in das ein «Zitat von Larry» («pending Larry quote») eingefügt werden sollte. Gemeint war Konzernchef Larry Page.

Google-Chef entschuldigt sich

Die Kalifornier machten ihren Dienstleister RR Donnelley für die Panne verantwortlich und kündigten eine spätere Vorlage der offiziellen Zahlen an.

Google-Chef Larry Page sagte in einer Analystenkonferenz nach Börsenschluss: «Ich entschuldige mich für das Durcheinander. Die Drucker sagen, sie hätten ein bisschen früh auf Senden gedrückt.»

Kauf von Motorla liess Gewinn schmelzen

Nach den vorläufigen Zahlen brach der Gewinn im dritten Quartal auf netto 2,18 Milliarden Dollar ein. Ohne bestimmte Sonderposten verdiente Google demnach 9,03 Dollar je Anteilsschein - deutlich weniger als die von Analysten erwarteten 10,65 Dollar.

Der Netto-Umsatz betrug 11,3 Milliarden Dollar. Google hatte zuletzt Probleme, beim übernommenen - und verlustreichen - Handyhersteller Motorola Mobility die Kehrtwende zu schaffen.

Google verpasste Nutzerumschwung hin zu Smartphones und Tablets

«Das Kerngeschäft hat sich deutlich verlangsamt, das ist schockierend», sagte Analyst Sameet Sinha von B. Riley. Offenbar würden die Nutzer mehr und mehr ohne Google suchen - etwa mit Apps auf Smartphones.

Nach Einschätzung von Branchenkennern hat Google wie viele andere Internetunternehmen Probleme, den raschen Nutzerumschwung weg von festen Geräten hin zu Smartphones und Tablet-Computern aufzufangen.

Werbekunden zahlen weniger

Das macht sich in der Bilanz bemerkbar: Werbekunden zahlen wesentlich weniger für Anzeigen auf den Mobilgeräten als auf herkömmlichen PCs. Der durchschnittliche Preis, den Google von Werbekunden pro Klick erhielt, fiel gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent.

Im Vergleich zum Vorquartal stand ein Minus von drei Prozent. Der für Internetkonzerne entscheidende Wert fiel bereits das vierte Quartal in Folge. (SDA)

Top 3

1 So profitieren Sie Die Sonnenseite des Sauwettersbullet
2 Die Liste So viel holen sich Manager vom Gewinnbullet
3 Panikverkäufe in Japan Kurstaucher auch an der Schweizer Börsebullet

Wirtschaft