Neuer Telekomriese: Sommaruga gibt den Tarif durch
Keine Fusion auf Kosten der Konsumenten: Ständerätin Simonetta Sommaruga kämpft für tiefere Telekom-Preise.
Von Guido Schätti | Aktualisiert um 00:32 | 29.11.2009
Die Schweiz ist Europameister. Nirgendwo sonst ist Telefonieren mit dem Handy teurer als bei uns. Wer viel telefoniert, zahlt bei der Swisscom 51 Prozent mehr als im EU-Schnitt.
Normaltelefonierern verrechnet die Ex-Monopolistin im Schnitt sogar 80 Prozent mehr. «Das ist ein Affront gegenüber den Konsumenten», sagt die Berner SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga (49).
Jetzt könnte alles noch schlimmer werden. Denn mit Sunrise soll nächsten Februar ausgerechnet der billigste Anbieter vom Markt verschwinden. Orange will Sunrise für 2,25 Milliarden Franken schlucken.
«In Zukunft können Orange und Swisscom den Wettbewerb ausschalten und sich den Markt aufteilen», so Sommaruga.
«Orange verfolgte bislang eine Hochpreispolitik und wird dies wohl auch in Zukunft tun», sagt Ralf Beyeler (31), Telekom-Spezialist beim Vergleichsdienst Comparis.
Entschieden anders beurteilt Swisscom-Chef Carsten Schloter (46) die Lage: «Der wichtigste Treiber für den Wettbewerb ist der technische Fortschritt, nicht die Zahl der Anbieter» («Tages-Anzeiger»).
Für Sommaruga braucht es einen starken Schiedsrichter, der die Telekomfirmen in Schach hält und die Hochpreisinsel Schweiz knacken kann.
SonntagsBlick legt die Konsumentenschützerin ein Zehn-Punkte-Programm vor (siehe Box unten).
Zentral dabei: «Die Regulierungsbehörden brauchen mehr Macht.» Heute kann die ComCom nur eingreifen, wenn ein Unternehmen klagt. In Zukunft wird das noch unwahrscheinlicher.
«Die Behörden müssen deshalb die Möglichkeit haben, von sich aus einzuschreiten», sagt Sommaruga.
Der Nationalrat hat eine solche Forderung erst kürzlich auf die lange Bank geschoben. Sommaruga will den Ratskollegen nun Dampf machen.
Noch in der laufenden Session will sie einen neuen Vorstoss einreichen. Unterstützt wird sie von ComCom-Präsident Marc Furrer (58): «Heute sind uns die Hände gebunden, wir brauchen längere Spiesse.»
Normaltelefonierern verrechnet die Ex-Monopolistin im Schnitt sogar 80 Prozent mehr. «Das ist ein Affront gegenüber den Konsumenten», sagt die Berner SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga (49).
Jetzt könnte alles noch schlimmer werden. Denn mit Sunrise soll nächsten Februar ausgerechnet der billigste Anbieter vom Markt verschwinden. Orange will Sunrise für 2,25 Milliarden Franken schlucken.
«In Zukunft können Orange und Swisscom den Wettbewerb ausschalten und sich den Markt aufteilen», so Sommaruga.
«Orange verfolgte bislang eine Hochpreispolitik und wird dies wohl auch in Zukunft tun», sagt Ralf Beyeler (31), Telekom-Spezialist beim Vergleichsdienst Comparis.
Entschieden anders beurteilt Swisscom-Chef Carsten Schloter (46) die Lage: «Der wichtigste Treiber für den Wettbewerb ist der technische Fortschritt, nicht die Zahl der Anbieter» («Tages-Anzeiger»).
Für Sommaruga braucht es einen starken Schiedsrichter, der die Telekomfirmen in Schach hält und die Hochpreisinsel Schweiz knacken kann.
SonntagsBlick legt die Konsumentenschützerin ein Zehn-Punkte-Programm vor (siehe Box unten).
Zentral dabei: «Die Regulierungsbehörden brauchen mehr Macht.» Heute kann die ComCom nur eingreifen, wenn ein Unternehmen klagt. In Zukunft wird das noch unwahrscheinlicher.
«Die Behörden müssen deshalb die Möglichkeit haben, von sich aus einzuschreiten», sagt Sommaruga.
Der Nationalrat hat eine solche Forderung erst kürzlich auf die lange Bank geschoben. Sommaruga will den Ratskollegen nun Dampf machen.
Noch in der laufenden Session will sie einen neuen Vorstoss einreichen. Unterstützt wird sie von ComCom-Präsident Marc Furrer (58): «Heute sind uns die Hände gebunden, wir brauchen längere Spiesse.»
Kämpferisch: Überhöhte Handy-Tarife von Swisscom und Orange? «Nicht mit uns»,sagt Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga. (Siggi Bucher)
Defensiv: Orange-Chef Tom Sieber. (Keystone)
Die zehn Punkte
1. Kompetenzen der Marktaufsicht stärken
2. Markteintritt für neue Firmen erleichtern
3. Wettbewerb beim Glasfaserausbau sicherstellen
4. Preissenkungen verfügen, wenn der Wettbewerb nicht spielt
5. Preissenkungen auf dem Monopolnetz verfügen
6. Preisentwicklung mit der EU vergleichen
7. Hürden beim Anbieterwechsel beseitigen
8. Transparentere Preise, einfachere Vergleiche
9. Qualitätsstandards festlegen
10. Streitfälle vor der Schlichtungsstelle transparent machen
Quelle: Stiftung für Konsumentenschutz
Marktplatz
Wirtschaft
Blick.ch












