Soll ich mich jetzt an die Börse wagen?
ZÜRICH - Wer Anfang März Aktien gekauft hat, kann jetzt fette Gewinne einstreichen. War das ein Strohfeuer und stürzen die Kurse bald wieder ab? Oder ist das Schlimmste nun wirklich vorbei?
Einzelne Aktien haben um über 100 Prozent zugelegt. Der Leitindex um bis zu 26 Prozent. Auch mit Aktien von Banken den Prügelknaben der letzten Monate hätte man viel Geld verdienen können. Wenn man den Mut hatte einzusteigen.
Und jetzt? Ist der Zug schon wieder abgefahren? Oder rollt er erst an und man sollte unbedingt noch aufspringen?
«Wir erwarten jetzt kurzfristig eine Konsolidierung nach unten», sagt Philipp Jäggle, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Will heissen: So steil rauf wie in den letzten Wochen geht es vorerst nicht mehr.
Wer also jetzt einsteigt, muss damit rechnen, dass die Börsenkurse vorerst auch wieder runter gehen. «Dass die Tiefstände vom März erreicht werden, ist aber nicht wahrscheinlich», sagt Jäggle, «der Zeitpunkt ist nach wie vor gut, um Aktien zu kaufen, besonders für Anleger mit einem längeren Horizont.»
Nachfolgend drei Szenarien, was die weitere Zukunft den Börsen bringt. Entscheiden Sie selbst, welche Perspektive Sie am meisten überzeugt!
Diese Aktien empfehlen Experten
Der Schub an den Börsen kam über die letzten Wochen von den Banken und Versicherungen. Diese Aktien waren es aber auch, die vorher am krassesten abgeschmiert sind.
Ein Beispiel: Der Aktienkurs von Swiss Re hat in den zwölf Monaten bis März 2009 fast 90 Prozent an Wert eingebüsst. Doch nimmt man die letzten zwei Monate, zeigt sich ein ganz anderes Bild: Der Kurs ist um über 100 Prozent raufgeschnellt.
Die weitere Entwicklung in diesen Branchen ist schwierig abzuschätzen: «Bei diesen Aktien mahnen wir zur Vorsicht», heisst es bei der ZKB. Und wenn, dann am ehesten Credit Suisse und Zürich. «Die haben die Krise besser gemeistert.»
Wenn ein eher pessimistisches Szenario eintritt, empfehlen die ZKB-Analysten defensive Titel. Das heisst Pharma-Aktien wie Novartis oder Roche. Und Konsum-Titel, denen eine widrige Konjunktur wenig anhaben kann, sprich: Nestlé.
Geht es hingegen konjunkturell schneller rauf, legen die ZKB-Analysten Industrieaktien nahe. Namentlich Geberit, Holcim oder auch ABB. «ABB könnte von den Konjunkturprogrammen in den USA und anderen Ländern profitieren.»











