Solarindustrie Aktionäre machen Weg für Refinanzierung von Meyer Burger frei

THUN - BE - Der angeschlagene Solarzulieferer Meyer Burger nimmt eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Sanierung. Die Aktionäre haben der Kapitalerhöhung von rund 160 Millionen Franken zugestimmt. Entscheidend wird aber auch sein, ob sie die Aktien schliesslich zeichnen.

Sanierung von Meyer Burger: Aktionäre geben Kapital frei play
Aktionäre des Solarunternehmens Meyer Burger stimmen an einer ausserordentlichen Generalversammlung der Kapitalerhöhung von 160 Millionen Franken zu. KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Lehrlinge zeigen ihren Arbeitsalltag Coop startet Snapchat-Offensive
2 Trauriger Rekord Caritas-Märkte für Arme boomen
3 Theresa May hat Grosses vor Die Briten träumen wieder vom Empire

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

Die Aktionäre genehmigten am Freitag die Kapitalerhöhung an einer ausserordentlichen Generalversammlung mit 98,3 Prozent, wie Meyer Burger mitteilte. Fast 30 Prozent des eingetragenen Aktienkapitals waren an der GV vertreten.

Der Zulieferer für Solarzellenhersteller will sich durch die Ausgabe von neuen Aktien mindestens 160 Millionen Franken holen. Das Geld braucht Meyer Burger, um auslaufende Schulden im kommenden Jahr zu bezahlen.

Gläubiger und Banken hatten zuvor grünes Licht für die Anpassung der Bedingungen der Wandelanleihe und Verlängerung von Kreditverträgen gegeben - unter der Voraussetzung, dass die Kapitalerhöhung zustande kommt. So meldete Meyer Burger am Freitag, dass ein im April 2017 fällig werdender Hypothekarkredit von 30 Millionen Franken sowie eine Garantiefazilität von neu 60 Millionen Franken für jeweils drei Jahre unterzeichnet worden seien.

Mit dem Entscheid an der GV mache Meyer Burger einen grossen Schritt in Richtung Sanierung, sagte ein Händler. Die wesentliche Frage sei aber, ob die Aktionäre letztlich auch die neuen Titel zeichneten, erklärte Analyst Michael Foeth von der Bank Vontobel.

Die Aktionäre erhalten je Aktie fünf handelbare Bezugsrechte. Je ein Anrecht berechtigt zum Bezug einer neuen Aktie für je 0,36 Franken. Die zwei inländischen institutionellen Investoren Veraison Capital und zCapital haben sich laut Meyer Burger verpflichtet, unter bestimmten Bedingungen gesamthaft bis zu 90,1 Millionen Aktien zu einem Betrag von rund 32,4 Millionen Franken zu übernehmen, für die kein anderer Abnehmer gefunden werden kann.

Die Bezugsfrist soll vom 7. bis zum 15. Dezember laufen und der Bezugsrechtehandel vom 7. bis 13. Dezember. Als erster Handelstag an der Börse für die neuen Aktien ist der 20. Dezember geplant. Das Zustandekommen der Kapitalerhöhung steht unter der Bedingung, dass der Bruttoerlös der Kapitalerhöhung mindestens 160 Millionen Franken beträgt.

Neben der Kapitalerhöhung stimmten die Aktionäre am Freitag auch der Erhöhung des bedingten und des genehmigten Kapitals zu.

An der Börse blieb die Zustimmung der Aktionäre aber ohne Wirkung. Die Titel schlossen mit einem Minus von 9,8 Prozent deutlich im roten Bereich. Auf Monatssicht beträgt das Minus gar rund 20 Prozent.

Meyer Burger steckt seit Jahren in den roten Zahlen. Zuletzt erzielte das Unternehmen zumindest vor Abschreibungen und Amortisationen wieder einen Betriebsgewinn. Die Rückkehr zur Profitabilität muss sich das Unternehmen hart erkämpfen: Erneut sah sich Meyer Burger dieses Jahr gezwungen, Stellen abzubauen.

Das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen, obliegt einer neuen Führungscrew. Kurz vor den ersten Entscheiden zum Refinanzierungsprogramm hatte Meyer Burger bekannt gegeben, dass Hans Brändle den langjährigen Chef Peter Pauli ersetzt. Beim Verwaltungsrat übernimmt Alexander Vogel das Präsidium von Peter Wagner.

An einer Telefonkonferenz verbreitete das neue Management jüngst Zuversicht. Mit der Rekapitalisierung werde Meyer Burger mit deutlich reduzierter Verschuldung die Weiterentwicklung vorantreiben können.

Doch auch bei erfolgreicher Sanierung zeigen sich Analysten noch zurückhaltend: Auch der Energiemarkt müsse mitmachen. «Der mittelfristige Ausblick für Solaranlagen bleibt ungewiss», sagte Vontobel-Analyst Foeth. (SDA)

Publiziert am 02.12.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden