Geklaute Daten kaufen? Sogar deutscher Bischof gibt seinen Segen

  • Publiziert: 01.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

BERLIN – Die Affäre um die geklauten Schweizer Bankdaten entzweit die deutsche Politik. Die Kirche gibt schon einmal grünes Licht, die geklauten Daten zu kaufen.

Soll die deutsche Regierung für 2,5 Millionen Euro (2,9 Millionen Franken) 1500 gestohlene Schweizer Bankdaten kaufen? Für den Hamburger Bischof Hans-Jochen Jaschke ist der Fall klar: «Ja, das darf sie, sie ist verpflichtet, Schaden von der Gesellschaft abzuwenden», sagte er in einem Interview mit der Zeitung «Bild».

Nur dem Verkäufer der Daten erteilt der Bischof keine Absolution: «Denn diese Person handelt unmoralisch, wenn sie damit Geld machen will», so Jaschke. Deshalb müsse die deutsche Regierung und Steuerfahndung die Beweggründe des Verkäufers zuerst prüfen. «Und dann entscheiden, ob sie für das Wohl der Gemeinschaft, etwas mit vielleicht unmoralischem Hintergrund tun wollen.»

Zur Strafe in die Hölle

Keine Gnade erteilt der Bischof auch den Steuerhinterziehern, deren Daten ausgeliefert werden sollen. Die begehen laut Jaschke einen Diebstahl an der Gesellschaft. Weil sie sich auf Kosten anderer einen Vorteil verschaffen: «Ganz besonders, weil Steuern meist nicht aus der Not hinterzogen werden, sondern aus Gier und Geiz», sagt Jaschke weiter.

Gier und Geiz gehören zu den sieben Todsünden. Die Strafe dafür: Die Hölle! Vergebung gibt es nur, wenn der Sünder beichtet oder vollkommene Reue zeigt. (pft)

play Gibt dem Datenklau seine Absolution: Bischoff Hans-Jochen Jaschke. (kbwn.de)

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