Export-Einbruch, 500'000 Jobs betroffen So würgt uns der starke Franken!

Nur drei von zehn Schweizer Exportbranchen haben im ersten Halbjahr dieses Jahres im Ausland mehr verkauft als im ersten Halbjahr 2011. Alle anderen weniger.

  • Publiziert: 19.07.2012, Aktualisiert: 20.07.2012
  • Von Claudia Gnehm
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Vom Rückgang besonders hart getroffen sind die Papier- und Grafische Industrie, die Textilindustrie sowie die Maschinen- und Elektroindustrie.

Von diesem Rückgang besonders hart getroffen sind die Papier- und Grafische Industrie, die Textilindustrie sowie die Maschinen- und Elektroindustrie.

Bei diesen drei Schrumpfbranchen arbeiten insgesamt 200000 Personen. Die Exporte sanken gegenüber 2011 im zweistelligen Prozentbereich. Das teilte die Eidgenössische Zollverwaltung gestern mit. Probleme bereiten der starke Franken und die Konjunkturabkühlung vor allem in Europa. Die Ausfuhren in die Eurozone sanken von Januar bis Juni um 4,1 Prozent. Der Absatz im wichtigsten Absatzmarkt Deutschland stagniert. Ein Lichtblick waren die Märkte USA, Kanada und Lateinamerika mit einem Plus von rund zehn Prozent.

Überraschend deutlich rückläufig entwickelte sich der Hoffnungsmarkt China. Die Indus­trieausfuhren ins Reich der Mitte schrumpften in den ersten sechs Monaten um 14 Prozent. Die Verkäufe nach Indien gaben 13 Prozent nach.

Das Ende des Abwärtstrends ist noch nicht in Sicht: Ökonomen der Credit Suisse rechnen für die bedeutende Maschinenindustrie angesichts der anhaltenden globalen Unsicherheiten im zweiten Halbjahr 2012 mit weiteren Produktions- und Umsatzrückgängen. «Erst 2013 dürfte sich die Lage verbessern», so die CS.

Rückgang voraussichtlich bis 2013

Typisch für die Auswirkungen auf die Belegschaft ist der Zürcher Maschinenbauer Schlatter. Der gab letzte Woche bekannt, in Schlieren ZH 60 Jobs abzubauen. Das Unternehmen leide darunter, dass die Bestellungen wegen der zunehmenden Verunsicherung der Kunden durch die Euro-Krise ausblieben.

Im Kontrast dazu legten die Exporte der Uhrenindustrie um erfreuliche 16,4 Prozent zu. Allerdings spürt die Überfliegerbranche eine deutliche Abkühlung. Ausgerechnet im Boommarkt China gingen die Exporte im Juni gegenüber dem Vorjahr um 22,6 Prozent zurück. Entsprechend wird das Wachstum laut dem Verbandspräsident der Uhrenindustrie, Jean-Daniel Pasche, deutlich abflachen. «Im zweiten Semester werden wir eine Stagnation des Wachstums, mindestens für gewisse Monate, erleben», sagt er. Für das ganze Jahr rechnet er mit einstelligem Zuwachs.

Schlägt die Krise bei uns doch noch durch?»

Beliebteste Kommentare

  • Walter Hermann  Fröhlich-Gantenbein , via Facebook
    Nicht der Starke Franken ist die Ursache, sondern die Geldgier und das unsolidarische Verhalten der Menschen in der Neuzeit. Lieder hat die Politik diesbezüglich kläglich versagt indem die Reichen immer reicher werden und die Armen immer zahlreicher. Z.B. Privatisierung der Staatsbetriebe Post, SBB usw. und die fallpauschale der Spitäler zu Gunsten der gutverdienenden Chirurgen und zu Lasten der Patienten.
  • Alexander  Dominguez , Brüttisellen
    Ich muss einfach mal wieder feststellen, dass wir auf sehr hohem Niveau jammern. Allen umliegenden Ländern geht es bedeutend schlechter. Klar gibt es Schwierigkeiten aber die Schweizer Wirtschaft wird sich auch an einen Euro/Franken-Kurs von 1:1 anpassen. Jammern gehört zum guten Ton in diesem schönen Land.

Alle Kommentare (23)

  • Wolfgang  Geisel , Waldsolms
    Der Kurs von 1,20 ist zu niedrig.
    Die schweizer Nationalbank sollte ihn auf mindestens 1,30 besser noch auf 1,40 setzen.
    Das geht einfach. Geld drucken und verkaufen.
    • 20.07.2012
    • 2
    • 23
  • rolf  sulzer
    ist alles nur panikmacherei, wenn es stimmen sollte, dann gehen a 250000 gastarbeitende nach "hause", und b müssten leider gottes, ein paar schweizer/innen im bereich des toiletten putzen einen job annehmen.
    • 20.07.2012
    • 18
    • 9
  • Urchiger  Sepp , Nidwalden
    Hört mal auf mit dieser ewigen Panikmacherei. Die Schweiz steht im Vergleich zu anderen Ländern bestens da. Immer dieses Gejammere, wir können froh sein, dass es uns so gut geht.
  • Pierre  Geheim , Lucerne , via Facebook
    Eigentlich sinkt der Franken durch die Eurokopplung gegenüber dem Dollar. Dollar ist und bleibt die Leitwährung also werden Importe Eröl etc. teuerer und Exporte günstiger.
    • 20.07.2012
    • 14
    • 5
    • Mike  Egger
      Für alles was auf dem Weltmarkt in US-Dollar beschafft und verkauft wird stimmt Ihre These. Bei Ware die im Euro-Raum gehandelt wird verhält es sich genau umgekehrt.
      Der grösste Handelspartner im Im- wie Export ist und bleibt die EU. Für das was wir in die EU verkaufen bekommen wir weniger Franken, jedoch zahlen wir für alles was wir im EU-Raum einkaufen auch weniger.
      • 20.07.2012
      • als Kommentar auf Pierre  Geheim , Lucerne
      • 3
      • 0
  • oskar  meier
    wieso wollen die dann noch mehr Leute Einreisen lassen?
    • 20.07.2012
    • 50
    • 7
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