Nur drei von zehn Schweizer Exportbranchen haben im ersten Halbjahr dieses Jahres im Ausland mehr verkauft als im ersten Halbjahr 2011. Alle anderen weniger.
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Vom Rückgang besonders hart getroffen sind die Papier- und Grafische Industrie, die Textilindustrie sowie die Maschinen- und Elektroindustrie.
Von diesem Rückgang besonders hart getroffen sind die Papier- und Grafische Industrie, die Textilindustrie sowie die Maschinen- und Elektroindustrie.
Bei diesen drei Schrumpfbranchen arbeiten insgesamt 200000 Personen. Die Exporte sanken gegenüber 2011 im zweistelligen Prozentbereich. Das teilte die Eidgenössische Zollverwaltung gestern mit. Probleme bereiten der starke Franken und die Konjunkturabkühlung vor allem in Europa. Die Ausfuhren in die Eurozone sanken von Januar bis Juni um 4,1 Prozent. Der Absatz im wichtigsten Absatzmarkt Deutschland stagniert. Ein Lichtblick waren die Märkte USA, Kanada und Lateinamerika mit einem Plus von rund zehn Prozent.
Überraschend deutlich rückläufig entwickelte sich der Hoffnungsmarkt China. Die Industrieausfuhren ins Reich der Mitte schrumpften in den ersten sechs Monaten um 14 Prozent. Die Verkäufe nach Indien gaben 13 Prozent nach.
Das Ende des Abwärtstrends ist noch nicht in Sicht: Ökonomen der Credit Suisse rechnen für die bedeutende Maschinenindustrie angesichts der anhaltenden globalen Unsicherheiten im zweiten Halbjahr 2012 mit weiteren Produktions- und Umsatzrückgängen. «Erst 2013 dürfte sich die Lage verbessern», so die CS.
Typisch für die Auswirkungen auf die Belegschaft ist der Zürcher Maschinenbauer Schlatter. Der gab letzte Woche bekannt, in Schlieren ZH 60 Jobs abzubauen. Das Unternehmen leide darunter, dass die Bestellungen wegen der zunehmenden Verunsicherung der Kunden durch die Euro-Krise ausblieben.
Im Kontrast dazu legten die Exporte der Uhrenindustrie um erfreuliche 16,4 Prozent zu. Allerdings spürt die Überfliegerbranche eine deutliche Abkühlung. Ausgerechnet im Boommarkt China gingen die Exporte im Juni gegenüber dem Vorjahr um 22,6 Prozent zurück. Entsprechend wird das Wachstum laut dem Verbandspräsident der Uhrenindustrie, Jean-Daniel Pasche, deutlich abflachen. «Im zweiten Semester werden wir eine Stagnation des Wachstums, mindestens für gewisse Monate, erleben», sagt er. Für das ganze Jahr rechnet er mit einstelligem Zuwachs.
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