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Milliarden-Abschreiber, Chefrochaden, Entlassungen – und jetzt der Prozess in den USA, bei dem die UBS fast nur verlieren kann: Entweder sie gibt 52 000 Kundendaten preis oder zahlt den Amerikanern ein Vermögen. Im schlimmsten Fall sogar beides.
Entsprechend schwarz sieht PR-Berater Klaus J. Stöhlker für das Image der Bank. In einem Interview mit «Radio 1» vergleicht er die UBS heute gar mit der sinkenden Titanic. «Die alte UBS ist tot.» Um die Marke UBS zu retten, brauche es «drastische Massnahmen», die Bank benötige eine Generalüberholung, viel Geld und Zeit, so Stöhlker.
Kippt die Stimmung zugunsten der UBS?
Weniger düster sieht es die Werbeagentur «Jung von Matt». Die UBS könnte laut Beratungschef Rolf Helfenstein vom Prozess in Miami sogar profitieren. Dann, wenn die Amerikaner im UBS-Prozess das Schweizer Recht nicht akzeptierten. Helfenstein: «Dann könnte die Stimmung drehen – so wie im Steuerstreit mit der OECD: Aufs Mal standen nicht mehr die Steuerbetrüger im Mittelpunkt der Schweizer Öffentlichkeit, sondern der deutsche Finanzminister.» Die Angriffe von Peer Steinbrück gegen gingen den Schweizern extrem auf die Nerven.
Bloss keine Verzweiflungskampagnen mehr
Kann die UBS überhaupt etwas aktiv für ihr Image tun? Helfenstein will nichts beschönigen: Steigende Kurse und gutes Wirtschaften, das brauche die Bank.
Was die UBS aber bestimmt nicht brauche, sei eine Verzweiflungskampagne wie die vom letzten Jahr. Damals waren UBS-Kunden zu Wort gekommen, die der Bank ihr Vertrauen aussprachen. Dem Betrachter vermittelten die riesigen Plakate allerdings mehr die verzweifelte UBS-Botschaft: «Sehr her! Wir haben noch Kunden!»
KMUs statt Off-Shore-Geschäfte
In der Werbung müsse sich die Bank auf die erfolgreiche Bereichen und vor allem wieder auf die Schweiz konzentrieren. Helfenstein: «Die Schweizer interessieren keine Off-Shore-Geschäfte, sondern was die UBS konkret für die kleinen und mittleren Unternehmen im eigenen Land tut.» (gux)