Der HSBC-Datendieb So plante Falciani seinen Coup

  • Aktualisiert am 14.01.2012

GENF – Der Informatiker Hervé Falciani (37) klaute Kundendaten bei der britischen Privatbank HSBC in Genf. Dabei überliess er nichts dem Zufall.

Der HSBC-Angestellte Hervé Falcani bereitete seinen Coup genau vor. Anders als der Wachmann Christoph Meili, dem beim Schweizerischen Bankverein heisse Akten in die Hände fielen, schlug der Informatiker in seiner Bank bewusst zu. Mit dem Ziel, Kundendaten zu Geld zu machen.

Die Zeitung «Le Matin» deckte heute den 5-Punkte-Plan des Datendiebs auf.

1. Einen Anwalt konsultieren Schon im Sommer 2007 beriet sich Falciani mit einem Genfer Anwalt. Vermutlich, um die Rechtmässigkeit seines Vorgehens abzuchecken. Der Anwalt will nichts dazu sagen.

2. Ein Offshore-Geschäft aufziehen Der Franko-Italiener kontaktiert einen weiteren Anwalt in Monaco. Ziel: Eine Offshore-Gesellschaft in Hongkong aufziehen, um das Geld aus dem Datenverkauf ganz diskret abzuheben.

3. Einen eigenen Server bauen «Le Matin» beruft sich auf eine Quelle, nach der Falciani womöglich in Kanada einen verschlüsselten Server betrieb. Darauf soll er nicht nur Namen und Kontonummern von HSBC-Kunden verwaltet haben, sondern auch deren Portefeuilles.

4. Komplizen anheuern Anfang Woche berichtete «Le Parisien», dass Falciani nicht alleine handelte. Eine libanesische HSBC-Kollegin soll im Libanon versucht haben, Kundendaten an den Mann zu bringen. Daneben soll aber auch Falcianis jüngerer Bruder in Monaco seine Finger im Spiel gehabt haben.

5. Den Plan umsetzen Vor seiner ersten Verhaftung in Genf im Dezember 2008 legte Hervé Falciani los. Der zuständige französische Staatsanwalt Eric de Montgolfier will 130000 Namen von HSBC-Kunden haben, die dem Datendieb zum Opfer fielen. Die Bank selbst spricht von weniger als 10.

Frankreich hat die Daten – und die Schweiz den Salat (Blick.ch berichtete). Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ergaben, dass die französischen Steuerbehören früher an die Falcianis Informationen kamen, als sie zugeben. Und das von Bern geforderte das Beweismaterial gegen den Datendieb weiter zurückhalten. (dip)

Wegen ihm liegt Merz Steuerdeal mit Frankreich auf Eis: Datendieb Herveé Falciani.- Screenshot SF

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